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Diversity Management: Der SchlĂŒssel zum Erfolg liegt in der Vielfalt

Durch EinflĂŒsse wie die Globalisierung, Digitalisierung und dem FachkrĂ€ftemangel verĂ€ndert sich unsere Arbeitswelt stetig. Unternehmen können nur erfolgreich sein, wenn sie strategische Maßnahmen entwickeln, um diesen VerĂ€nderungen erfolgreich zu begegnen. Friedrich Engels hat es bereits im 19. Jahrhundert erkannt: “Das einzig BestĂ€ndige ist der Wandel.”  Das Diversity Management stellt dabei ein hilfreiches Mittel dar, um sich an die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandlungen anzupassen. 

Was bedeutet Diversity Management? 

Diversity Management (zu Deutsch DiversitĂ€tsmanagement) ist ein Teilbereich des Personalmanagements und bedeutet so viel wie “Management der Vielfalt”. Im Kern geht es darum, die Vielfalt der Mitarbeiter als Vorteil fĂŒr das Unternehmen zu nutzen, um so die wirtschaftlichen Erfolge zu steigern.

Das Ziel von Diversity Management ist es, die Personalprozesse und -strukturen so zu gestalten, dass sich alle Mitarbeiter/innen wertgeschĂ€tzt fĂŒhlen und motiviert sind, ihre FĂ€higkeiten fĂŒr den Unternehmenserfolg einzusetzen. Zudem sollen Diskriminierungen aufgrund sozialer oder kultureller Unterschiede verhindert und die Chancengleichheit verbessert werden. Somit stellt das Diversity Management nicht nur ein Instrument des Personalmanagements dar, sondern kann als unternehmensstrategische Aufgabe verstanden werden.

Seine UrsprĂŒnge hat das Diversity Management in den BĂŒrgerrechts-, Homosexuellen- und Frauenbewegungen in den USA der 1960er Jahre. Damals wurde fĂŒr mehr Chancengleichheit und gegen Diskriminierung demonstriert. In den 1990er Jahren kam der Vielfaltsgedanke dann nach Deutschland und manifestierte sich langsam aber sicher in der Unternehmenskultur. 

Diversity ist mehr als nur Mann und Frau

Die Charta der Vielfalt unterscheidet zwischen mehreren Faktoren, die in innere und Ă€ußere Dimensionen unterteilt werden können.

Die inneren Diversity-Dimensionen beziehen sich auf Attribute die am ehesten mit der Persönlichkeit des Einzelnen verbunden sind. Dazu zÀhlen die folgenden 6 Kern-Dimensionen: 

  • Alter
  • Behinderung
  • Ethnische Herkunft und NationalitĂ€t
  • Geschlecht und geschlechtliche IdentitĂ€t 
  • Religion und Weltanschauung 
  • Sexuelle Orientierung

Zu den Ă€ußeren Diversity-Dimensionen zĂ€hlt unter anderem Einkommen, Ausbildung, Berufserfahrung, Familienstand oder Freizeitverhalten. 

Die Unterschiede und Vielfalt der Mitarbeiter/innen werden nicht nur anerkannt und toleriert, sondern vom Unternehmen gefördert. 

Vorteile fĂŒr Unternehmen

  1. Erhöhte ArbeitgeberattraktivitĂ€t: Je offener das Unternehmen gegenĂŒber unterschiedlichen Mitarbeitern ist, desto positiver wirkt sich das auf die Außenwahrnehmung des Unternehmens aus.
  2. Gewinnung von Fach- und NachwuchskrÀften: Eine attraktive Arbeitgebermarke stÀrkt die Position des Unternehmens im Wettbewerb um die besten Talente. 
  3. Erhöhte Mitarbeiterbindung: FĂŒhlen sich alle Mitarbeiter wertgeschĂ€tzt, fördert das ihr ZugehörigkeitsgefĂŒhl und bindet sie langfristig an das Unternehmen. 
  4. Verbesserte Kundenorientierung: Eine vielfÀltige Belegschaft kann sich positiv auf den Kundenstamm auswirken. Durch eine vielfÀltige Belegschaft kann auch die Vielfalt der Kunden verbessert werden und evtl. neue Kundengruppen angesprochen werden.
  5. Mehr Innovationskraft: Mitarbeiter/innen mit vielfĂ€ltigen HintergrĂŒnden bringen unterschiedlichen Perspektiven und Ideen ein.

Warum ist Diversity Management wichtig?

Der FachkrÀftemangel stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, den Unternehmen mithilfe von DiversitÀt und Vielfalt senken können. Wusstest du, dass 50% des in Deutschland prognostizierten FachkrÀftemangels durch personelle Vielfalt in Unternehmen abgefedert werden kann? 

Wenn wir als Unternehmen langfristig erfolgreich bleiben wollen, brauchen wir die unterschiedlichen FĂ€higkeiten aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Wie weit ist Diversity Management in Deutschland verbreitet?

Auf politischer Ebene ist die Gleichbehandlung aller Personen festgelegt. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schreibt vor, dass alle Mitarbeiter/innen gleich behandelt werden mĂŒssen und droht mit Strafen, wenn sich Unternehmen nicht AGG-konform verhalten. Auch im Grundgesetz ist die Gleichbehandlung festgeschrieben: 

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Schaut man sich jedoch den Querschnitt der deutschen Unternehmen an, wird deutlich, dass Diversity Management noch in den Startlöchern steht. Lediglich ein Drittel aller Unternehmen hat bereits Maßnahmen des DiversitĂ€tsmanagement eingefĂŒhrt. Die restlichen ⅔ haben sich noch nicht weiter mit dem Thema auseinandergesetzt und dementsprechend auch keine konkreten Maßnahmen implementiert.

Umsetzung von Diversity Management in Unternehmen

Gerade in Zeiten des FachkrĂ€ftemangels und War for Talents ist es fĂŒr Unternehmen besonders wichtig, sich von der Konkurrenz positiv abzugrenzen um die besten Talente fĂŒr sich zu gewinnen. So vielfĂ€ltig die Belegschaft sein kann, so vielfĂ€ltig sind auch die Möglichkeiten, wie Diversity Management in Unternehmen umgesetzt werden kann:

  • Geschlechtsneutrale Recruiting- und Beförderungsprozesse 
  • Rekrutierung von möglichst unterschiedlichen Mitarbeiter/innen
  • Geschlechtergemischte Teams
  • Altersgerechte ArbeitsplĂ€tze einrichten
  • Flexible Arbeitsmodelle
  • LGBTIQ-Netwerk initiieren
  • Interkulturelle Trainings
  • Angebot von Sprachkursen
  • Barrierefreie ArbeitsplĂ€tze einrichten
  • ReligiositĂ€t beim Kantinenangebot berĂŒcksichtigen
  • Interkulturellen Kalender einrichten 
  • Bereitstellung von BetriebskindergĂ€rten
  • Awareness-Training zur Schaffung von Bewusstsein fĂŒr die Bedeutung von Vielfalt 
  • ÜberprĂŒfung der gegenwĂ€rtigen Personalpolitik auf mögliche diskriminierende Maßnahmen

Der Einsatz von Diversity Management ist ein Lernprozess und jedes Unternehmen sollte sich individuell ĂŒberlegen, welche Maßnahmen realisierbar sind und fĂŒr die individuelle Situation Sinn ergeben. Je nach GrĂ¶ĂŸe des Unternehmens wird Diversity Management unterschiedlich ausfallen. Großunternehmen sind eher in der Lage, Diversity Management als strategisches Instrument einzufĂŒhren. Davon sollten sich kleinere Unternehmen mit weniger finanziellen Mitteln nicht einschĂŒchtern lassen: FĂŒr sie macht es mehr Sinn, sich auf einzelne und konkrete Maßnahmen zu fokussieren. Jede noch so kleine Maßnahme ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Erfolgsfaktoren, damit Diversity Management gelingt

Ob und inwiefern Diversity Management erfolgreich sein kann, hÀngt von einigen Faktoren ab. Wir haben die wichtigsten zusammengetragen:

#1 Aufgabe des Managements

EinfĂŒhrung gelingt nur, wenn die oberste FĂŒhrungsriege zustimmt. Aufnahme in das Leitbild, die Unternehmenswerte, Unternehmenskultur, Betriebsvereinbarung etc. 

#2 Eingebundene Belegschaften 

Die Mitarbeiter/innen sind schlussendlich diejenigen, die Diversity Management umsetzen. Daher muss im Vorfeld ĂŒber die Maßnahmen informiert und deren Vorteile verdeutlicht werden. DarĂŒber hinaus ist es wichtig, die Mitarbeiter/innen in den Prozess miteinzubeziehen, beispielsweise durch Workshops. 

#3 Ganzheitliche Diversity-Strategie

Diversity Management betrifft nicht nur die Personalabteilung. Es ist eine ganzheitliche Strategie die alle Abteilungen miteinbezieht. Nur wenn alle Abteilungen an einem Strang ziehen, kann Diversity Management erfolgreich umgesetzt werden. 

#4 Klarer Business-Fokus

Diversity Management sollte nicht als eigenstÀndiges Thema verstanden werden, sondern sollte eng mit den betriebswirtschaftlichen Zielen vernetzt sein. 

#5 Ausreichende KapazitÀten

Damit Diversity Management langfristig erfolgreich sein kann, mĂŒssen klare personelle und finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden. Es ist sinnvoll, einen Diversity-Beauftragten zu benennen, der die Maßnahmen durchfĂŒhrt und im Blick behĂ€lt.

Ein Leitfaden zur Umsetzung von Diversity Management

Diversity Management ist keine kurzfristige Maßnahme, sondern ein langfristiges Projekt, was gut durchdacht und geplant werden sollte. 

 

diversity management leitfaden - recruitee

 

  1. Ausgangssituation analysieren: Im ersten Schritt wird die aktuelle Lage genauer unter die Lupe genommen. Wie ist die Belegschaft zum Status Quo zusammengesetzt? Welche Diversity Management Maßnahmen werden bereits umgesetzt – bewusst oder auch unbewusst? Welche Maßnahmen machen fĂŒr das Unternehmen Sinn und sind umsetzbar?
  2. Ziele definieren: Im zweiten Schritt wird der Nutzen von Diversity Management ermittelt: Wie kann durch Vielfalt der unternehmerische Erfolg, die Unternehmenskultur und die ArbeitgeberattraktivitÀt verbessert werden?
  3. Planung: Nachdem der Ist-Zustand ermittelt und Ziele definiert wurden, werden die Maßnahmen und deren konkreter Einsatz geplant. Dabei wird die Umsetzungsdauer, die Kosten, der Aufwand sowie Wirkung und Risiken genauer untersucht.
  4. Umsetzung der Maßnahmen: Nun kommt die spannende Phase – Die Umsetzung der Maßnahmen. Es ist sinnvoll, einen Diversity-Beauftragten zu benennen, der die Maßnahmen im Blick behĂ€lt und die Umsetzung koordiniert.
  5. Erfolgskontrolle: Im letzten Schritt erfolgt die Erfolgskontrolle: Was fĂŒr eine Wirkung haben die Maßnahmen gehabt? Um die Erfolge richtig messen zu können, sind unterschiedliche Diversity-Kennzahlen von Vorteil. Auch Mitarbeiterbefragungen und Surveys sind eine gute Methode, um mehr ĂŒber die AtmosphĂ€re im Unternehmen und die Stimmung innerhalb der Belegschaft zu erfahren.

Fazit

Diversity Management hegt viele Chancen fĂŒr Unternehmen und geht ĂŒber die Herstellung von Chancengleichheit und Minimierung von Diskriminierung hinaus. Zum Beispiel kann durch Diversity Management die Unternehmenskultur und der eigene Marktauftritt so verĂ€ndert werden, dass sich vielfĂ€ltige Talente angesprochen fĂŒhlen. Außerdem lĂ€sst sich die gegenwĂ€rtige Personalstruktur analysieren und der Personalbedarf kann langfristig geplant werden.

Mit der Software von Recruitee können Unternehmen ganz einfach einen vielfĂ€ltigen Talent Pool einrichten: Durch die Einbindung verschiedenster Jobportale können Arbeitnehmer/innen jeglicher HintergrĂŒnde gefunden werden und so die Vielfalt im Unternehmen gefördert werden. 

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