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In 6 Schritten zum optimalen e-Recruiting – ein Leitfaden für Recruiter

Fakt ist, dass inzwischen die meisten Unternehmen online rekrutieren. Aber viele Recruiter und Personalchefs sind sich immer noch unsicher, was genau eine Strategie für e-Recruiting beinhaltet. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man an die vielen Plattformen und Websites denkt, die einem beim Online-Recruiting zur Verfügung stehen. Deshalb ist die brennende Frage: wo soll man anfangen beim e-Recruiting und wie erzielt man die besten Ergebnisse? 

Niemand will wertvolle Zeit damit verbringen, schwer fassbare und scheinbar unsichtbare Talente ausfindig zu machen. Auf der Oberfläche scheint e-Rekrutierung wie der Versuch, die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu finden. Es ist deshalb oft schwierig, eine gute e-Recruiting-Strategie zu entwickeln – doch ist e-Recruiting die einzige Möglichkeit die besten Talente der Branche zu finden. 

Dass man als Unternehmen oft keine Idee davon hat, was man eigentlich sucht und wie man eine Recruitingstrategie aufbaut, ist oft altmodischen Ansichten des Einstellungsprozesses zu verdanken. Früher hat man einfach eine Stelle ausgeschrieben und Kandidaten/innen haben sich dafür beworben. Dann hat man alle Bewerbungen durchgelesen und die Lebensläufe ausgewählt, die am besten aussehen. Doch so funktioniert Recruiting nicht mehr. 

Wenn du nicht weißt, wonach du suchst, wie willst du es dann finden? 

Früher waren Recruiter in erster Linie Sammler und Kandidaten/innen die Jäger nach der perfekten Stelle. Heute macht das e-Recruiting die Recruiter zu Jägern – die Rollen haben sich also ausgetauscht. 

Rekrutierung ist kein einheitlicher Vorgang und um die besten Talente zu finden, musst du genau wissen, wonach du suchst. Es gibt einen bestimmten Typ von Kandidaten/innen, der zu deiner Stelle passt und du musst definieren, welchen Typ du brauchst, bevor du mit der Rekrutierung beginnst. Und das ist noch nicht alles: jede Position in deinem Unternehmen muss jedes Mal, wenn du die Rolle besetzen musst, angepasst und neu definiert werden. Generische Stellenbeschreibungen sind nicht mehr zeitgemäß und erwecken wenig Interesse.

Der Trick dahinter ist, dass wenn du weißt, wonach du suchst, du auch weißt, wo du es finden kannst. Wenn du das Mitarbeiterprofil, die Fähigkeiten und die Erfahrung, die du brauchst, kennst und verstehst, kannst du auch herausfinden, wo sie online unterwegs sind. Wenn du weißt, wo du deine idealen Kandidaten/innen finden kannst und was du genau suchst, tust du dir auch leichter dein e-Recruiting zu planen und die besten Ergebnisse zu erzielen.

e-Recruiting ist unverzichtbar! 

Unabhängig davon, ob du ein Start-up oder ein Großunternehmen bist, muss die Online-Rekrutierung ein Teilbereich deines gesamten Rekrutierungsprozesses und deines Auswahlverfahrens sein. Wenn du noch keine Strategie bezüglich deines e-Recruitments hast, schau dir die folgenden Zahlen an, die dir den dringenden Handlungsbedarf zeigen sollen. Laut dem Global Digital Report des Jahres 2018 nutzen mehr als 3 Milliarden Menschen weltweit jeden Monat verschiedenste soziale Medien. Außerdem greifen 9 von 10 dieser Benutzer/innen über mobile Geräte auf diese Plattformen zu.

Und natürlich suchen Arbeitssuchende nach Stellenangeboten auch online. Wenn deine Arbeitgebermarke keine robuste Online-Präsenz hat, egal wie klein dein Unternehmen auch sein mag, wirst du nie die Talente gewinnen, die du willst.

6 Schritte zum Aufbau einer beeindruckenden Onlinepräsenz

Aufgrund der großen Zahl an Recruitern, die auch im e-Recruiting tätig sind, musst du dich abheben um gesehen zu werden. Aber das ist nicht so schwierig, wie es vielleicht erscheint. Hier sind unsere besten Tipps für deine erfolgreiche e-Recruitungstrategie:

1. Mobile Optimierung ist unerlässlich

Wenn 90 % der Nutzer/innen über mobile Geräte auf das Internet zugreifen, muss die mobile Optimierung deiner Karriereseite im Vordergrund stehen. Wenn dein Unternehmen nicht im Bereich Digital Design tätig ist, solltest du das Design deiner Website und deiner Karriereseite auslagern.

Es ist wichtig, dass alle deine digitalen Plattformen mobil optimiert sind und deshalb angenehm auch via Mobiltelefon erreichbar und lesbar sind. Ist dem nicht so, wirst du eine große Zahl an Jobsuchenden verlieren.

Denn wann gehen Leute online, um zu sehen, welche Jobs verfügbar sind? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie bei der Arbeit an ihrem Schreibtisch sitzen und nach neuen Möglichkeiten suchen. Sie schauen in den Arbeitspausen auf ihre mobilen Geräte und zu Hause nach Feierabend. Alle deine e-Rekrutierungsplattformen müssen auf dem Handy zugänglich und einfach zu bedienen sein.

2. Erstelle eine einladende Karriereseite.

Du solltest eine Karriereseite haben, die Kandidaten/innen anzieht, ihr Interesse weckt und sie dazu bringt sich zu bewerben. Deine Karriereseite sollte außerdem Teil deiner Unternehmenswebsite sein oder direkt mit ihr verlinkt sein. Außerdem muss sie benutzerfreundlich, informativ, aktuell und mit sozialen Medien integriert sein. Am wichtigsten ist, dass es ein wahres Spiegelbild deiner Arbeitgebermarke ist. Denn das bietet Kandidaten/innen einen echten Einblick in deine Unternehmenskultur. 

Sei ehrlich darüber, worum es in deinem Unternehmen geht, aber gestalte deine Karriereseite auch so, dass es exakt die Bewerber/innen anspricht, die dort arbeiten wollen und auch gut ins Team passen. Sei kreativ und gestalte deine Karriereseite ansprechend und spannend! Eine 0815-Karriereseite, die wie eine Jobbörse aussieht, ist von geringem Wert. Schlimmer noch, veraltete und abgelaufene Stellenangebote online zu haben ist nicht empfehlenswert, denn dies ist ein sicherer Weg, um Kandidaten/innen abzuschrecken.

Heutzutage sind Menschen es gewohnt, online einzukaufen, Unternehmen anhand von Onlinebewertungen zu beurteilen und Beziehungen zu Marken online aufzubauen. Kandidaten/innen verfolgen den gleichen Ansatz bei der Suche nach Arbeitsplätzen im Internet. Wenn deine Karriereseite enttäuschend und nicht ansprechend aussieht, nicht informativ ist und statisch bleibt, wird niemand so beeindruckt sein, dass er/sie dein Unternehmen ernst nimmt. Deshalb solltest du an deinem Employer Branding auch im Bezug auf deine Karriereseite arbeiten und sie auf dem neuesten Stand halten. Wir haben hier für dich ein paar Beispiele von sehr interessant gestalteten Karriereseiten zusammengefasst – lass dich einfach inspirieren!

3. Keep it simple – einfache Prozesse erstellen

Deine Karriereseite, dein Bewerbungsprozess und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme müssen benutzerfreundlich sein. Wir leben in einem Zeitalter des Komforts und der sofortigen Ergebnisse. Für eine erfolgreiches e-Recruiting benötigst du optimierte Prozesse, eine optimale Seitenladegeschwindigkeit und eine einfache Interaktion, um Bewerber/innen interessiert am Bewerbungsprozess zu halten.

Du solltest also sicherstellen, dass alle Plattformen, die mit deiner Karriereseite und sozialen Medien zu tun haben deinen Kandidaten/innen eine positive Benutzererfahrung bieten, vor allem Jobbörsen. Entscheide dich deshalb immer für die besten Jobbörsen, auch wenn sie eher teuer sind.

Wenn du Tools zur Bewertung in deinen Bewerbungsprozess einbindest, teste sie selbst, bevor du sie in Betrieb nimmst. Achte darauf, dass alle Tools gut funktionieren und die Kandidaten/innen mühelos durch den Prozess gehen können. Ist es zu mühsam, werden Bewerber/innen einfach weiterziehen und sich nicht mehr mit deiner Karriereseite und Stelle bemühen, denn sie werden dich nicht anrufen und dir sagen, dass dein Bewerbungsprozess zu langsam ist oder nicht funktioniert. 

4. Soziale Medien

Gestalte und positioniere deine Arbeitgebermarke so, dass sie die Menschen erreicht, die du gewinnen willst. Wenn dein Unternehmen auf eine Vielzahl von Fähigkeiten und Persönlichkeiten setzt, solltest du auf unterschiedlichen sozialen Medien vertreten sein, um alles optimal abzudecken. Du musst in den richtigen sozialen Medien vertreten sein, um die besten Talente zu finden, also musst du lernen, wie du Stellenangebote auf deinen verschiedenen Plattformen schalten und bewerben kannst. Obwohl das im Vorfeld etwas mehr Aufwand erfordern könnte, wird sich dies auf lange Sicht auf jeden Fall lohnen.

Soziale Medien sind ein großer Kostensparer und sie funktionieren einfach sehr gut für solche Zwecke. Über 92 % der Recruiter nutzen soziale Medien, um die passenden Kandidaten/innen zu finden. Aber um Follower nicht zu verlieren, benötigt man gewisse Kenntnisse. Poste nicht nur Stellenangebote, denn das ist wirklich langweilig. Warum sollten dir die Leute folgen, wenn es keinen wirklichen Mehrwert für sie hat? Du solltest deshalb auch interessante Brancheninformationen, Updates über dein Unternehmen und einige lustige Dinge posten (es sollte aber alles auch relevant sein).

Baue auch ein solides Netzwerk in deinen sozialen Medien auf. Recruiter müssen auch ein gutes Netzwerk an interessanten Kandidaten/innen aufbauen und hier ist e-Recruiting keine Ausnahme. Wenn jemand deine Beiträge online kommentiert, antworte und interagiere mit deinen Followern. Wenn sie dir direkt schreiben, antworte ihnen schnellstmöglich. Du kannst auch die Beiträge anderer kommentieren, ihre Beiträge teilen und so aktiv in Kontakt bleiben und deine Seite spannender für interessierte Bewerber/innen machen. Außerdem kannst du relevanten Unternehmensgruppen (zum Thema Recruitment und Talentakquise zum Beispiel) beitreten und aktiv an Gesprächen teilnehmen. Es geht um ehrliches Networking, damit verschiedenste Menschen deinen Namen auch online kennen und wertschätzen. Dies steigert den Wert deiner Arbeitgebermarke und außerdem wird dein passiver Talent Pool täglich wachsen.

5. Keine Angst vor Videos!

Viele Recruiter glauben, dass das Veröffentlichen von Videos zu viel Zeit und Mühe in Anspruch nimmt. Aber das ist nicht wahr! Die Forschung zeigt uns, dass Menschen 88 % mehr Zeit auf Websites mit Video verbringen als ohne. Du musst kein professionelles Filmteam einstellen, um preisgekrönte Videos zu machen. Wenn es um die Besetzung deiner Stellen geht, möchtest du immer eine ehrliche Reflexion deinen Kandidaten/innen zeigen, damit sie sehen, was sie erwartet, wenn sie für dein Unternehmen arbeiten.

Ein virtueller Rundgang durch dein Unternehmen mittels eines Videos auf deiner Karriereseite zeigt den Leuten viel mehr als das, was sie in einer Stellenanzeige lesen können. Improvisierte Interviews mit Mitarbeiter/innen am Arbeitsplatz geben den Menschen ein Gefühl dafür, wie es ist, dort zu arbeiten. 

Auf den sozialen Medien kannst du einen kurzen Clip der Ansprechperson der Stelle posten, der/die den Leuten mehr über die offene Stelle erzählt. Oder du kannst eine/n Mitarbeiter/in in einer ähnlichen Rolle erzählen lassen, was der Job beinhaltet und mit sich bringt. Ein Video ist oft einfach einfacher zu konsumieren als das bloße Durchlesen eines Textes. Außerdem werden Menschen einfacher in die Inhalte einbezogen, was Interesse weckt und deine Arbeitgebermarke und deine Unternehmenswerte übermittelt. 

6. e-Recruiting beinhaltet auch menschliche Interaktion.

Ein großer Nachteil des e-Recruiting ist, dass Kandidaten/innen sich einfacher und überzeugender falsch darstellen können und dich täuschen können. Das bedeutet, dass du am Ende an jemandem interessiert sein könntest, der die Jobkriterien nicht erfüllt, aber es dennoch behauptet.

Am Ende des Tages ist Rekrutierung ein Prozess menschlicher Interaktion. Du musst regelmäßig mit Menschen in Kontakt treten und solltest dabei aufrichtig sein. Die Automatisierung entmenschlicht die Interaktion aber doch bis zu einem gewissen Grad, was auch ausgenutzt werden kann. Networking, das Durchsuchen von Bewerbungen und die Auswahl von Kandidaten/innen kann durch Automatisierung zweifellos erleichtert werden, aber du musst auch sicherstellen, dass der menschliche Kontakt nicht auf der Strecke bleibt.

Wann erreicht also Automatisierung seine Grenzen? Bei der e-Rekrutierung funktionieren automatisierte Antworten bis zu einem gewissen Punkt sehr gut, aber wenn jemand nach Erhalt dieser Antwort eine Antwort gibt – auch wenn es sich um eine Ablehnungs-E-Mail handelt – solltest du direkt antworten. Schick dann keine weitere automatisierte Antwort, sondern antworte dem/der Kandidaten/Kandidatin persönlich! Nimm dir ein paar Minuten Zeit, um eine Nachricht zu senden. Denn so zeigst du ihnen, dass du echt bist und dass du es zu schätzen weißt, dass sie sich melden.

Es gibt nichts was mehr frustrierend und abschreckend ist, als verzweifelt zu versuchen, mit einem Menschen zu kommunizieren und eine automatisierte Antwort nach der anderen zu erhalten. Es ist ein Employer Branding-Killer und außerdem schlecht für deine Kandidatenerfahrung! Bewerber/innen haben auf diese Weise ein schlechtes Bild von deinem Unternehmen und werden sich wahrscheinlich nicht mehr für deine Stellen interessieren. Vergiss also nicht: auch beim e-Recruiting geht es nicht um nur Technik, sondern auch um Menschen.

Fazit

Um erfolgreich Top-Talente zu finden, einen Talent Pool aufzubauen und auch passive Talente zu gewinnen, ist e-Recruiting einfach unerlässlich für Recruiter. Es war noch nie so einfach, Top-Kandidaten/innen zu finden und in Kontakt mit ihnen zu treten. Recruiting-Software wie Recruitee hilft dir dabei, eine ansprechende Karriereseite aufzubauen, in Kontakt mit Berwerber/innen zu bleiben und auf verschiedenen Jobbörsen zu posten. Neben der Förderung deiner Arbeitgebermarke kannst du dir auch einen persönlichen Ruf als Branchenexperte online aufbauen.

Menschen neigen dazu eher mit jemandem zu kommunizieren, den sie kennen, und eine Marke zu unterstützen, der sie vertrauen. Und genau das ist es, worum es beim e-Recruiting geht! E-Recruiting zieht sich durch deinen gesamten Einstellungsprozess: und es beginnt bei deiner Karriereseite, die den Leuten sagt, wer du bist und wofür du stehst. Das e-Recruiting fördert dein Unternehmen kontinuierlich und pusht deine Arbeitgebermarke, so dass Kandidaten/innen sich für dich interessieren und du die besten Bewerber/innen anziehst.

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