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Die 6 aktuell größten Herausforderungen im Recruiting

Recruiter haben es nicht leicht. Besonders dieses Jahr müssen sie noch nie dagewesene Herausforderungen im Recruiting navigieren. Von Fachkräftemangel über die digitale Transformation bis hin zur Corona-Krise, in allen Bereichen gibt es Veränderungen. Und der interne Druck die passenden Kandidatinnen und Kandidaten zu finden hat auch nicht ab- sondern eher noch zugenommen. 

Wir wollen dir helfen, diese Herausforderungen im Recruiting zu meistern. In diesem Artikel gehen wir auf die sechs Kritischsten ein und zeigen dir, wie Lösungen aussehen können.

1. Talente mit gefragten Fähigkeiten und Qualifikationen finden

Für viele Recruiter ist der Fachkräftemangel eine alltägliche Herausforderung. Im War for Talents sind hochqualifizierte Talente heiß umkämpft. Dazu kommt, dass durch die fortschreitende digitale Transformation der Arbeitswelt immer mehr völlig neue Jobs entstehen, oft mit einem hohen Spezialisierungsgrad. Beispiele dafür sind Chief IoT Officers, Cloud Computing Engineers und Spezialisten für Informationssicherheit. Diese Rollen gab es vor ein paar Jahren noch gar nicht. 

Während neue Jobs entstehen, verändern sich auch etablierte Rollen. Manche Aufgaben brechen weg, neue kommen hinzu und ständig sind Anpassungen erforderlich. Das fordert von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine deutlich höhere Flexibilität im Beruf. Sie benötigen nun verstärkt Fähigkeiten, die früher nur für bestimmte Gruppen wichtig waren aber nun für alle gelten. Dazu zählen: 

  • Technisches Know-how oder zumindest die Bereitschaft neue Technologien auszuprobieren und die Bedienung zu erlernen.
  • Kommunikative Fähigkeiten, besonders schriftlich, da Kommunikation vermehrt über E-Mails und Chats abläuft.
  • Kontinuierliche Bereitschaft Neues zu erlernen und sich verändernden Bedingungen anzupassen.

Lösung: Eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen

Wie können wir hoch qualifizierte Fachkräfte für unser Unternehmen begeistern? Vor dieser
Fragen stehen jetzt so ziemlich alle Firmen. Eine Antwort liegt im Personalmarketing. Hierbei geht es darum, das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu vermarkten. Das Ziel ist, die Firma möglichst stark gegenüber Konkurrenten am Markt zu positionieren und den Bekanntheitsgrad zu steigern. Ein positives Employer Branding und ein guter Ruf ziehen eher geeignete Bewerberinnen und Bewerber an.

Der erste Schritt dabei ist, eine überzeugende Employer Value Proposition zu entwickeln. Diese beantwortet die Fragen: Warum sollte jemand bei uns arbeiten? Was bieten wir an, was andere nicht haben? Mit klar herausgearbeiteten Alleinstellungsmerkmalen kann sich dein Unternehmen besser von den Mitbewerbern abheben.

2. Die nächste Generation erreichen

Seit ein paar Jahren steigt nun die nächste Generation in die Arbeitswelt ein: Die Generation Z (nach 1995 geboren). Als Digital Natives aufgewachsen haben diese jungen Wilden eine andere Art der Kommunikation kennengelernt. Sie verbringen im Durchschnitt vier Stunden am Tag mit ihrem Smartphone, mehr als jede Generation zuvor. Und immer weniger junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben zu Hause ein Endgerät mit Tastatur.

Die Gen Z hegt ganz klar das Bedürfnis nach mobilen Lösungen. Wenn Unternehmen sich allerdings sträuben, kann dies bedeuten, dass sie auf Dauer den Kontakt zu jungen Generationen und damit zu wichtigen, qualifizierten Talenten verlieren. 

Lösung: Auf mobile Recruiting setzen

Mache dir mobile Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, für die Personalbeschaffung zu Nutze. Die Voraussetzung ist natürlich, dass deine Karriereseiten, Stellenangebote, sowie dein Bewerbungsprozess für den mobilen Zugriff optimiert sind. Dazu gehört außerdem eine Präsenz auf den sozialen Netzwerken. Mobile Recruiting ist in vieler Hinsicht auch Social Media Recruiting.

Richtig umgesetzt, können Interessenten ad hoc und von überall aus nach Stellen suchen und sich bewerben. Dadurch generierst du mehr Bewerbungen und nicht nur von der Generation Z.

3. Offene Stellen schnell besetzen  

Dein Unternehmen wächst rasant und neue Positionen wollen schnell gefüllt werden. Die Fachabteilungen machen schon Druck, wo denn die passenden Bewerberinnen und Bewerber bleiben. Und diese sollen natürlich auch noch die passenden Qualifikationen und Fähigkeiten mitbringen. 

Im Recruiting spielt der Faktor Zeit ein entscheidende Rolle. Verläuft der Bewerbungsprozess zu langsam, besteht die Gefahr, dass du Top-Talente an Mitbewerber verlierst. Wenn sich Recruiter und Fachabteilungen mit der Sichtung der Bewerbungsunterlagen, der Planung von Personalauswahlverfahren sowie der endgültigen Entscheidung zu viel Zeit lassen, nehmen Bewerberinnen und Bewerber häufig ein anderes Angebot an.

Lösung: Digitale, automatisierte Prozesse 

Um den Recruiting-Prozess möglichst effektiv zu gestalten, sollten Personaler repetitive Aufgaben nicht mehr manuell, sondern digital und automatisiert erledigen lassen. Mit einer Recruitment Software wie Recruitee kannst du viele Prozesse automatisieren und dadurch Zeit sparen. 

Beispielsweise lässt sich durch CV-Parsing die Sichtung der Bewerbungsunterlagen und Erstauswahl der Kandidatinnen und Kandidaten beschleunigen. Alle wichtigen Informationen zu den Bewerberinnen und Bewerbern werden automatisch für dich aufbereitet, zusammengefasst und elegant in Profilen zur Verfügung gestellt. 

Bewerberinnen und Bewerber, die es in die nächste Runde deines Auswahlprozesses geschafft haben, können nun selbst einen Termin für ihr Bewerbungsgespräch gemäß der Verfügbarkeit deines Teams aussuchen. So sparst du dir das lästige Hin und Her per E-Mail. Die richtige Software löst so manche Herausforderung im Recruiting.

4. Wachsenden Ansprüchen gerecht werden 

Dir ist sicher schon einmal der Begriff New Work über den Weg gelaufen. Dieser beschreibt die Arbeitswelt der Zukunft, welche auch mit einer veränderten Einstellung der Angestellten zur Arbeit einhergeht. 

Viele hinterfragen jetzt, wie ein gelungener Lebensweg aussehen soll und wie Arbeit dort hineinpasst. Ist der klassische hierarchische Aufstieg innerhalb eines Unternehmens über Jahrzehnte hinweg noch erstrebenswert? Und ist die Arbeit an sich überhaupt sinnvoll?

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von heute möchten sich mit den Werten ihres Arbeitgebers identifizieren können. Sie suchen Selbstverwirklichung in ihrer Arbeit und wollen ihr Potenzial voll entfalten. Auch ein gesundes Verhältnis von Freizeit, Familie und Arbeit spielt eine immer größer werdende Rolle. Arbeitsmodelle müssen sich flexibel an die Bedürfnisse der Einzelnen anpassen können.  

Hinzu kommt, dass sich hoch qualifizierte Fachkräfte lieber für Arbeitgeber entscheiden, die technologisch auf der Höhe der Zeit sind. Keiner möchte mehr veraltete, lineare und starre Arbeitsmethoden anwenden. Neue agile Arbeitsweisen wie Scrum oder Design Thinking werden erwartet und müssen zum Einsatz kommen. 

Lösung: Ein attraktives Benefit Portfolio gestalten 

Als Erstes müssen Unternehmen erkennen, dass sie vermehrt auf einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen müssen und ihre Belegschaft nicht mehr als homogene Masse betrachten können. Die Lösung ist, ein Benefit Portfolio zu erstellen, aus dem sich die Arbeitskräfte das heraussuchen können, was zu ihrem Lebensweg und Vorstellungen passt.  

Dazu könnte beispielsweise gehören:

  • Möglichkeiten zur Personalentwicklung wie Mentoring Programme, Coaching Angebote, Trainings und Auslandsaufenthalte.
  • Flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Teilzeit, Vertrauensarbeitszeit oder Jahresarbeitszeit und die Genehmigung von Sabbaticals. 
  • Eine überdurchschnittliche Vergütung und weitere Vergünstigungen und Vorteile.
  • Gesundheitsangebote wie Ernährungsberatung und Fitnesskurse sowie ausgezeichnete Urlaubsansprüche. 
  • Ein attraktives Arbeitsumfeld mit modernen Einrichtungen wie Ruhebereichen und Außenanlagen sowie moderne Arbeitsmittel.

5. Recruiting während der Pandemie 

Die Corona-Krise hat vieles verändert und neue Herausforderungen im Recruiting ausgelöst. Während es noch vor kurzem gang und gäbe war, Kandidatinnen und Kandidaten für ein Gespräch in die eigenen Büroräume einzuladen, ist das nun oft nicht mehr möglich. Da auch Recruiter vermehrt von zu Hause aus arbeiten, finden Interviews jetzt remote über Zoom, Skype oder am Telefon statt. 

Das hat verschiedene Auswirkungen. Zum einen ist es für die Bewerberinnen und Bewerber viel schwieriger sich ein Bild von der Unternehmenskultur und dem Arbeitsumfeld zu machen. Der persönliche zwanglose Austausch mit den zukünftigen Kolleginnen und Kollegen fehlt. 

Zum anderen können auch die Recruiter und Hiring Manager nicht mehr so einfach die Kandidatinnen und Kandidaten einschätzen. Der erste Eindruck durch den Händedruck und das volle Bild der Körpersprache kommen einfach per Video nicht rüber. 

Allgemein herrscht Unsicherheit auf beiden Seiten mit der transparent und gefühlvoll umgegangen werden muss. 

Lösung: Ein positives Bewerbungserlebnis schaffen 

Die Candidate Experience hatten viele Firmen schon auf dem Radar, aber jetzt wird sie umso wichtiger. Ein kontinuierlicher Austausch zwischen Bewerberin, Bewerber und Unternehmen, transparente Informationen über den aktuellen Bewerbungsstand, sowie zeitnahes Feedback sind Erfolgsfaktoren im Recruiting während der Pandemie. 

Mache es Kandidatinnen und Kandidaten so einfach wie möglich sich zu bewerben, bleibe immer in Kontakt und sende klare Informationen zum Bewerbungsverlauf und anstehenden Personalauswahlverfahren. Eine Recruiting Software wie Recruitee bietet die nötigen Tools und Funktionalitäten, um deinen Bewerbungsprozess einfach digital abzubilden. Damit bleibt deinen Bewerberinnen und Bewerbern ein positives Bewerbungserlebnis im Gedächtnis.

6. Neue Teammitglieder remote einarbeiten

Das die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unverzichtbar ist, haben inzwischen die meisten Firmen erkannt. Entsprechende Konzepte sehen meist eine persönliche Vorstellungsrunde des Teams, ein Rundgang durch das Unternehmen und das erste Meeting mit der oder dem Vorgesetzten vor. Muss das neue Teammitglied allerdings von zu Hause aus starten oder arbeitet es gar am anderen Ende der Welt, wird der Onboarding-Prozess auf eine neue Probe gestellt.  

Die Gefahr ist groß, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nie richtig im Unternehmen ankommen. Sie lernen ihre Kolleginnen und Kollegen kaum kennen, fühlen sich mit ihren neuen Aufgaben alleingelassen und bauen keine Bindung zur Firma auf. Ein gelungener Einstieg sieht anders aus.

Die Frage ist also: Wie kannst du die neuen Kolleginnen und Kollegen am besten ins Team integrieren, wenn man sich nicht persönlich treffen kann?

Lösung: Ein durchdachtes digitales Onboarding

Remote Onboarding macht den Einarbeitungsprozess komplett digital. Alles, was vorher analog erledigt wurde, wird jetzt elektronisch abgebildet. Dabei werden dieselben drei Phasen durchlaufen: die Vorbereitung (auch Pre-boarding genannt), die Orientierung und die Integration.

In der Vorbereitung könnte der Arbeitsvertrag elektronisch unterschrieben und nötige Unterlagen digital übermittelt werden. Equipment wie der Laptop wird dem neuen Teammitglied nach Hause versandt. 

Während der Orientierung können Video-Telefonate mit Kolleginnen und Kollegen das Kennenlernen erleichtern. Auch sollte ein Buddy dem oder der Neuen zugewiesen werden, der immer per Chat bei Fragen erreichbar ist. 

Damit der Neuankömmling in der Integration zum vollwertigen Mitglied des Unternehmens wird, dürfen auch regelmäßige Feedbackgespräche, die Zielvereinbarung und Teambuilding Aktivitäten nicht fehlen. So umschiffst du auch diese Herausforderung im Recruiting.

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