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HR Marketing: Die Strategie für erfolgreiches Recruiting

Was hat Human Resources mit Marketing zu tun? Viel mehr als du vielleicht ahnst! Genauso wie Kunden für deine Produkte oder Dienstleistungen begeistert werden müssen, müssen auch qualifizierte Fachkräfte und Talente davon überzeugt werden, in deinem Unternehmen arbeiten zu wollen. Dafür ist HR Marketing da. 

Es genügt längst nicht mehr eine Stellenanzeige zu veröffentlichen und passiv auf eingehende Bewerbungen zu warten. Die Wahrscheinlichkeit, auf diesem Weg geeignete Mitarbeiter/innen zu finden, ist inzwischen leider gering. In einem sich verschärfenden War for Talents müssen Firmen jetzt kreativ werden, um als attraktive Arbeitgeber hervorzustechen. 

Damit dein Unternehmen nicht ins Hintertreffen gerät, verraten wir dir in diesem Artikel, was HR Marketing ist und wie du eine erfolgreiche HR Marketingkampagne aufbaust. Außerdem geben wir einen Ausblick darauf, wie eine Recruiting Software, zum Beispiel Recruitee, dich dabei unterstützen kann.

Was ist HR Marketing?

HR Marketing, im deutschsprachigen Raum auch als Personalmarketing bezeichnet, umfasst alle Maßnahmen, die dazu dienen das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu etablieren. Das Ziel dabei ist, motivierte und qualifizierte Arbeitskräfte für deine Firma zu interessieren, zu gewinnen und langfristig zu halten.

Die 3 Dimensionen des HR Marketings

Das Personalmarketing lässt sich in drei Bereiche unterteilen. Idealerweise arbeitet dein Unternehmen an allen Fronten gleichzeitig, um eine maximale Wirkung zu erreichen. 

Internes HR Marketing 

Das interne Marketing stellt die aktuelle Belegschaft in den Vordergrund und stärkt die Firma von innen. Das Ziel ist, die Mitarbeiterbindung und Loyalität gegenüber dem Unternehmen zu fördern, sodass die Angestellten möglichst lang ihrem Arbeitgeber treu bleiben. Dadurch kann die Fluktuation gesenkt und Kosten für die Rekrutierung von neuen Mitarbeiter/innen eingespart werden. Ein weiterer Zweck des internen Marketings ist Nachwuchskräfte gezielt zu fördern, um so Führungspositionen aus dem internen Talent-Pool besetzen zu können.

Externes HR Marketing 

Die Maßnahmen des externen Marketings sind hauptsächlich auf die Gewinnung von neuen Mitarbeiter/innen ausgerichtet. Das Ziel ist, den Bekanntheitsgrad deines Unternehmens in den jeweiligen Zielgruppen zu steigern und so einen kontinuierlichen Eingang von hochwertigen Bewerbungen sicherzustellen. Damit können Personalengpässe vermieden und Recruiting-Kosten möglichst gering gehalten werden. 

Employer Branding 

Employer Branding hat das Ziel eine positive, attraktive Arbeitgebermarke aufzubauen. Möglichst viele passende Kandidat/innen sollen dein Unternehmen als interessanten Arbeitgeber wahrnehmen. Das gelingt, wenn du die Alleinstellungsmerkmale deiner Firma klar herausstellt und kommunizierst, warum es sich lohnt hier zu arbeiten. 

Wie baust du eine HR Marketingkampagne auf?

Eine erfolgreiche Marketingkampagne im Personalbereich funktioniert ähnlich wie beim Produktmarketing. Das Produkt, was es zu vermarkten gilt, ist in diesem Fall allerdings das „für uns arbeiten.“ Wir leiten dich Schritt für Schritt durch den Aufbau. 

ausbau einer hr marketing strategie - recruitee

1. Dein Alleinstellungsmerkmal identifizieren

Viele Unternehmen sind sich gar nicht sicher, was sie potenziellen Mitarbeiter/innen anzubieten haben. Sie werben mit flexiblen Arbeitszeiten, guter Entlohnung und modernen Arbeitsplätzen. Allerdings wird dies heutzutage von gefragten Talenten schlichtweg vorausgesetzt. Diese Faktoren sind keine Alleinstellungsmerkmale mehr. 

Stattdessen lohnt es sich die Zeit zu nehmen, um eine überzeugende Employee Value Proposition (EVP) zu entwickeln. Diese definiert, wie du als Arbeitgeber wahrgenommen werden möchtest und welchen Wert du zu bieten hast. Eine EVP setzt sich aus vier Bereichen zusammen: Unternehmen, Belegschaft, Entwicklungsmöglichkeiten und Entlohnung. Mit diesen Fragen kommst du deiner Positionierung einen großen Schritt näher:

Das Unternehmen

  • Was ist die Vision und Mission deines Unternehmens?
  • Welche Werte verkörpert dein Unternehmen?
  • Wie sieht die Identität deines Unternehmens aus?
  • Was macht dein Unternehmen besonders und unterscheidet es von der Konkurrenz?

Die Belegschaft 

  • Wie sieht die Unternehmenskultur aus?
  • Wie gehen Angestellte miteinander um?
  • Welcher „Typ“ von Mitarbeiter/in arbeitet hier?

Die Entwicklungsmöglichkeiten

  • Wie wird sich das Unternehmen in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
  • Welche Möglichkeiten zum Karriereaufstieg bietet das Unternehmen den Angestellten?
  • Welche Maßnahmen zur Personalentwicklung werden angeboten? (z. B. Trainings, Seminare, Coaching, Mentoring)

Die Entlohnung

  • Welche Gehälter und Boni werden Mitarbeiter/innen angeboten?
  • Was sind die Urlaubsansprüche? 
  • Werden flexible Arbeitszeiten akzeptiert?
  • Gibt es weitere Vergünstigungen und Vorteile?

Deine fertige EVP solltest du simpel artikulieren können. Verpacke sie in einfache, deskriptive Botschaften, die Interessenten sofort eine Antwort auf die Frage gibt „Was habe ich davon, hier zu arbeiten?“

2. Deine Zielgruppe verstehen

Marketingkampagnen sind am erfolgreichsten, wenn sie bestimmte Gruppen ganz zielgerichtet und individuell ansprechen, anstatt allgemein und oberflächlich zu bleiben. Deshalb ist es unerlässlich, genau zu verstehen, wen du mit deiner Kampagne erreichen möchtest. Hier lohnt es sich, ein Profil der unterschiedlichen Zielgruppen zu erstellen. Diese Faktoren solltest du mit einbeziehen:

Demografische Faktoren

  • Alter
  • Bildungsgrad
  • Wohnort 
  • Lebensabschnitt (z.B. Studierende)

Anforderungen

  • Welche Qualifikationen und Abschlüsse bringen sie mit?
  • Welche Kenntnisse und Kompetenzen sollen sie haben?
  • Welche Eigenschaften sind wichtig?
  • Wie viele Jahre an Berufserfahrung erwartest du?

Werte

  • Welche Werte sind ihnen wichtig?
  • Welche Überzeugungen haben sie?

Ziele und Wünsche

  • Was sind ihre Karriereziele?
  • Welche persönlichen Ziele verfolgen sie?
  • Warum sind diese wichtig?

Herausforderungen und Einwände

  • Was hindert sie daran, ihre Ziele zu erreichen?
  • Was frustriert sie bei der Arbeit?
  • Unter welchen Umständen würden sie eine interessante Position ablehnen?

Verhalten

  • Wo halten sie sich online und offline am häufigsten auf?
  • Was sind ihre bevorzugten Informationsquellen? (z. B. Zeitschriften, Blogs)
  • Welchen öffentlichen Personen und Influencern folgen sie?

Nun fragst du dich vielleicht, wie du diese Informationen erhältst: am besten durch eine enge Zusammenarbeit mit den einstellenden Fachabteilungen sowie den unterschiedlichen Bereichen deiner Personalabteilung. Du kannst auch aktuelle Mitarbeiter/innen, die deiner Zielgruppe entsprechen, interviewen. 

3. Die richtigen Kanäle auswählen

Dank deiner detaillierten Recherche weißt du nun genau, welche Kanäle deine Zielgruppe häufig frequentiert. Somit kannst du deine Marketingkampagne auf diese konzentrieren anstatt zu versuchen, überall auf einmal präsent zu sein. Das schont dein Budget und erhöht die Erfolgschancen. Hier ist eine Übersicht der beliebtesten online und offline Kanäle:

Eigene Karriere-Webseite

Heute gehört eine eigene Karriere-Webseite zum Standard. Seriöse Bewerber/innen werden sich dort ein erstes Bild von deiner Firma machen wollen. Der Vorteil ist, dass du diese vollkommen flexibel gestalten kannst, um dein Unternehmen richtig vorzustellen. 

Jobportale

Diese sind laut einer Studie aktuell der Haupt-Recruiting-Kanal: 92% aller Unternehmen nutzen Jobbörsen im Internet. Über Jobportale kannst du eine hohe Anzahl an Bewerber/innen erreichen. Außerdem ist die Benutzung einfach und der Prozess kann automatisiert werden.

Soziale Medien 

Social Media Recruiting hat sich schon längst durchgesetzt. An den professionellen Karrierenetzwerken LinkedIn und Xing kommt kein Unternehmen mehr vorbei. Der Vorteil ist, dass du geeignete Kandidaten/innen ganz zwanglos ansprechen kannst und damit auch solche erreichst, die gar nicht aktiv nach einer neuen Stelle suchen. 

Fachzeitschriften und Webseiten

Wenn du nach gefragten Experten in bestimmten Bereichen suchst, dann findest du diese selten über die herkömmlichen Kanäle. Diese frequentieren meist nur bestimmte Webseiten oder lesen Fachzeitschriften, die sich mit ihrem Themengebiet beschäftigen. Genau hier solltest du präsent sein, um deren Aufmerksamkeit zu gewinnen. 

Messen und Kongresse

Über das Jahr verteilt finden unzählige regionale, sowie branchenübergreifende und -spezifische Messen statt. Investiere in einen eigenen Stand oder mische dich so unters Volk, um mit interessierten Fachkräften ins Gespräch kommen. Oft werden auch Redner für Vorträge gesucht, für die du dich bewerben könntest. Damit sicherst du zusätzliche Aufmerksamkeit für dein Unternehmen. 

Eigene Veranstaltungen 

Bei einem Tag der offenen Tür, einem Karriere-Abend oder Breakfast-Meeting kannst du potenziellen neuen Mitarbeiter/innen die Chance geben, dein Unternehmen unverbindlich kennenzulernen. Anstatt Recruiting kannst du auch einen spannenden Fachvortrag oder eine Expertenrunde in den Vordergrund stellen, um so die Topleute der Branche anziehen. 

Hochschulen 

Bist du auf der Suche nach aufstrebenden Talenten? Dann sind Hochschulen der richtige Platz, um Absolvent/innen sofort nach dem Abschluss für dein Unternehmen zu gewinnen. Biete ihnen Praktika, Trainee-Programme oder die Begleitung von Bachelor- oder Masterarbeiten an. 

Mobile Recruiting 

Smartphones oder Tablets sind immer stärker in Benutzung und deshalb bestens für die Kommunikation mit potenziellen Kandidat/innen geeignet. Per SMS oder App kannst du direkten Kontakt pflegen. Auch deine Karriere-Webseite sollte unbedingt für mobile Endgeräte kompatibel sein. 

4. Relevante Inhalte erstellen und veröffentlichen

In diesem Schritt heißt es nun Nägel mit Köpfen zu machen und Inhalte zu erstellen, die für deine Zielgruppe interessant sind. Beachte dabei, dass die Botschaften über alle Kanäle hinweg einheitlich und überzeugend sind. Egal ob ein/e Interessent/in deine Facebook-Seite besucht oder eine E-Mail-Marketingkampagne betrachtet, die Identität deiner Arbeitgebermarke sollte klar definiert und herausgestellt werden. 

Auf viele Personaler kann es überwältigend wirken, viele Inhalte für alle Marketingkanäle erstellen zu müssen. Allerdings ist es nicht immer nötig das Rad neu zu erfinden. Du kannst Inhalte wiederverwenden und für die unterschiedlichen Kanäle anpassen. Zum Beispiel kann ein Blog-Beitrag die Basis für ein Video sein woraus wiederum kleine Ausschnitte für die sozialen Medien verwendet werden können.  

Hier ist noch zu erwähnen, dass besonders junge Talente von neuen Arten von Inhalten angezogen werden. Während Videos im HR Marketing schon fast zum neuen Standard gehören, können sich Unternehmen noch mit 3D Virtual Reality Experiences abheben. In einer virtuellen Realität werden hier die Arbeitsbedingungen für ausgeschriebene Jobs abgebildet. Das spricht wesentlich mehr Sinne bei den Interessenten an und deine Botschaften bleiben eher im Gedächtnis hängen.

5. Deinen Erfolg messen

Zu guter Letzt braucht jede Marketingkampagne klare Kennzahlen, die am Ende über Erfolg oder Misserfolg Auskunft geben. Lege deshalb schon am Anfang fest, welche KPIs du wie und wann messen wirst. Somit kannst du sicher eine Entscheidung darüber treffen, wie es am Ende deiner Kampagne weitergehen soll. An diesen Kennzahlen könntest du dich orientieren:

  • Besetzung von Schlüsselpositionen
  • Aufbau und Status deines Talent Pools
  • Time-to-Hire
  • Cost-per-Hire
  • Quality-of-Hire

Wie Software das HR Marketing erleichtert

Auch wenn Offline-Kanäle zum Einsatz kommen, spielt sich der Hauptteil des Recruitings und Marketings inzwischen digital ab. Eine Recruiting Software wie Recruitee kann dabei helfen, deine Prozesse einfacher und effizienter zu gestalten. Dadurch behältst du alle deine Maßnahmen in einem System im Überblick.

Beispielsweise kannst du mithilfe der Software ganz einfach deine eigene Karriere-Webseite aufbauen und damit deine Arbeitgebermarke stärken. Außerdem lassen sich Stellenanzeigen automatisch in allen relevanten Kanälen verbreiten (sogar in den sozialen Medien). Deinen Kandidat/innen wird es durch Ein-Klick-Bewerbungen besonders einfach gemacht sich zu bewerben. Und durch die Analysefunktion hast du deine KPIs auch immer im Blick.

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