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8 kostengünstige Methoden zur Personalgewinnung

Unternehmen sind nur so gut, wie die Summe ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die richtigen Arbeitskräfte zu finden ist allerdings keine leichte Aufgabe, besonders im vorherrschenden War for Talents. Damit die Talentsuche von Erfolg gekrönt ist, müssen meist verschiedene Methoden der Personalgewinnung zum Einsatz kommen.

Dass diese mit erheblichen Kosten verbunden sein können, haben viele Unternehmen schon schmerzhaft erfahren. Deshalb möchten wir uns in diesem Beitrag den Instrumenten widmen, die dir Kosten sparen können. Bevor wir auf diese eingehen, wollen wir kurz den Unterschied zur Personalbeschaffung aufklären und auf die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Personalgewinnung hinweisen.

Was ist der Unterschied zur Personalbeschaffung?

Die Begriffe Personalbeschaffung, Personalrekrutierung und Personalgewinnung beschreiben im Endeffekt das Gleiche: den Prozess neue, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und einzustellen. Das Ziel dabei ist, keine Personalengpässe im Unternehmen entstehen zu lassen, die Abläufe und Projekte hemmen könnten.  

Die Bezeichnung Personalgewinnung wird immer häufiger verwendet und es zeichnet sich eine Tendenz ab, dass der ältere Begriff Personalbeschaffung abgelöst wird. Dieser Wandel geht vor allem von einem neuen Verständnis des Prozesses aus. Arbeitskräfte lassen sich eben nicht mehr so einfach auf dem Arbeitsmarkt beschaffen. Vielmehr müssen Firmen die richtigen Talente für sich gewinnen, denn qualifizierte Fachkräfte haben nicht selten mehrere Alternativen zur Auswahl.

Die Voraussetzung für erfolgreiche Personalgewinnung: ein starkes Employer Branding 

Deine Arbeitgebermarke ist entscheidend für die Personalgewinnung. Wie wichtig sie ist, hat das Karrierenetzwerk LinkedIn untersucht. Laut ihrer Studie konnten Unternehmen mit einem starken Employer Branding

  • ihre Fluktuation um 28 % senken, 
  • ihre Cost-per-Hire halbieren, 
  • 50 % mehr qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber verzeichnen, 
  • und offene Stellen 1–2 mal schneller besetzen. 

Den finanziellen Effekt hat eine Studie der Boston Consulting Group bewiesen. Laut dieser steigerten Firmen, die aktiv in den Aufbau ihrer Arbeitgebermarke investierten, ihren Umsatz um das 2,4-fache. 

Dein Markenimage entscheidet also darüber, ob sich qualifizierte Talente für dein Unternehmen interessieren oder es von vornherein ignorieren. Arbeitskräfte haben heute vielfältige Möglichkeiten sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren, beispielsweise in den sozialen Medien und auf Arbeitgeberbewertungsportalen. Als Firma solltest du daher überall präsent sein und einen positiven Eindruck hinterlassen. 

Eine starke Arbeitgebermarke baut man aber nicht von heute auf morgen auf. Employer Branding ist ein langfristiger und systematischer Prozess, der in die Gesamtstrategie des Unternehmens eingebettet sein sollte. Was ist der erste Schritt? Beginne mit der Definition deiner Employer Value Proposition. Sie ist das Herzstück deine Arbeitgebermarke und gibt interessierten Talenten eine klare Antwort auf die Frage: Warum sollte ich hier arbeiten? Wenn du deine Alleinstellungsmerkmale identifiziert hast, kann sich deine Firma besser gegenüber Konkurrenten abheben und Bewerberinnen und Bewerber von sich überzeugen.

8 Instrumente zur Personalgewinnung, mit denen sich Geld sparen lässt

Recruiting kostet Geld, keine Frage. Allerdings können es sich nicht alle Unternehmen leisten in teure Headhunter und Personalagenturen zu investieren. Es muss auch Möglichkeiten geben mit einem kleinen Budget die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Wir stellen hier acht kostengünstige Instrumente zur Personalgewinnung vor. 

1. Interne Stellenausschreibungen 

Am einfachsten ist es, deine Stellenanzeige im eigenen Unternehmen zu veröffentlichen, beispielsweise im firmeneigenen Intranet oder per E-Mail. Das zählt zur internen Personalbeschaffung. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat nun die Möglichkeit, sich auf die freie Position zu bewerben. 

Der klare Vorteil dabei ist, dass deine Kandidatinnen und Kandidaten bereits mit den internen Abläufen und der Unternehmenskultur vertraut sind. Sie könnten sich höchstwahrscheinlich schnell in die neue Stelle einarbeiten. Auch schätzt es die Belegschaft sich im eigenen Unternehmen weiterentwickeln zu können.

Allerdings löst eine interne Besetzung nicht das quantitative Problem. Die Arbeitskraft, die die offene Stelle übernimmt, hinterlässt wiederum eine freie Position, die nun besetzt werden muss.

2. Die eigene Karriere-Website

Die Veröffentlichung jeder Stellenausschreibung auf der Karriereseite deines Unternehmens sollte bereits zum Standard gehören. Darüber hinaus kannst du hier interessierte Talente auch zu einer Initiativbewerbung einladen. 

Der Vorteil ist, dass du die komplette Kontrolle über deinen Unternehmensauftritt hast. Du kannst deine Firma richtig vorstellen, sowie Werte und Leistungen hervorheben. Kurze Videos eignen sich perfekt dazu reale Einblicke in den Arbeitsalltag und die Unternehmenskultur zu werfen. 

Wichtig ist nur, dass dies nicht deine einzige Methode zur Personalgewinnung bleibt. Die eigene Karriereseite hat oft nicht genug Reichweite, um aktiv Bewerberinnen und Bewerber anzuziehen. 

3. Der eigene Talent Pool

Ein Talent Pool ist einfach eine Datenbank aus interessanten, potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten, mit denen bereits eine Beziehung besteht. Diese Kontakte könnten darin gespeichert sein:

  • ehemalige Praktikanten und Werkstudenten
  • ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Bewerberinnen und Bewerber, die abgelehnt wurden, aber dennoch interessant sind 
  • Kontakte aus den sozialen Medien
  • Kontakte von Veranstaltungen, Karrieremessen und Kongressen

Richtig gepflegt wird ein Talent Pool zu einer stetigen Pipeline mit qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten, aus der du jederzeit für offene Stellen rekrutieren kannst. Damit kann sich die Zeit für die Besetzung zukünftiger Positionen erheblich verkürzen. Außerdem wärst du deiner Konkurrenz einen Schritt voraus. 

Damit dein Talent Pool diese Vorteile realisieren kann, muss regelmäßig der Kontakt aufrechterhalten werden. Informiere die Talente über interessante Entwicklungen im Unternehmen und frage sie nach ihren Zielen. Eine Recruiting Software wie Recruitee kann diese Aufgaben deutlich erleichtern. Hier erfährst du wie es geht.

4. Social Media Recruiting 

Bereits 46 % der Unternehmen nutzen regelmäßig soziale Kanäle für ihr Recruiting, Tendenz steigend. Die Wahrscheinlichkeit hier auf die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten zu treffen ist hoch, denn 95 % der Fach- und Führungskräfte in einer Studie gaben an soziale Medien mindestens einmal am Tag zu nutzen. LinkedIn und Xing sind dabei die wichtigsten professionellen Netzwerke, an denen kein Unternehmen vorbeikommt. 

Die Vorteile des sozialen Recruitings sind vielfältig und du musst nicht einmal Geld ausgeben, um von ihnen zu profitieren. Soziale Medien haben grundsätzlich eine große Reichweite. Wenn du deine Stellenanzeigen mit deinem Netzwerk teilst und deine Belegschaft diese wiederum mit ihren Kontakten teilen, erreichst du viele potenzielle Talente. Außerdem kannst du auch passive Fachkräfte kontaktieren und einen ersten zwanglosen Kontakt herstellen.

Sei dir aber bewusst, dass Social Media Recruiting sehr zeitaufwendig sein kann. Wer hier Active Sourcing betreiben will und Kandidatinnen und Kandidaten einzeln anspricht, muss geduldig sein.  

5. Online-Jobbörsen

Ganze 92 % aller Unternehmen rekrutieren über Jobportale im Internet. Damit sind
Online-Jobbörsen der Haupt-Recruiting-Kanal. Die bekanntesten Jobportale im deutschsprachigen Raum, wie StepStone und Monster, sind leider nach wie vor für Arbeitgeber kostenpflichtig. Aber es gibt auch eine Auswahl an Jobbörsen für kostenlose Stellenanzeigen

Der Vorteil von Jobportalen ist ganz klar, dass du eine hohe Anzahl an Bewerberinnen und Bewerbern erreichst. Auf fachspezifischen Jobbörsen findest du sogar Spezialisten. Meistens ist die Benutzung sehr einfach und der Prozess kann sogar automatisiert werden. Mit einer Recruiting Software wie Recruitee kannst du in nur wenigen Schritten deine Stellenanzeigen auf den wichtigsten Jobportalen weltweit posten. 

Findest du allerdings mit einer kostenlosen Stellenausschreibung in Jobbörsen keine geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten, dann können die kostenpflichtigen Portale schnell ins Geld gehen.

6. Die Bundesagentur für Arbeit 

Die offizielle Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ist das größte Online-Jobportal Deutschlands. Hier kannst du alle deine Stellenanzeigen kostenlos einstellen, dein Unternehmen mit einem Profil präsentieren und gezielt auf Bewerberprofile zugreifen. Der komplette Bewerbungsprozess lässt sich direkt im Online-Portal abwickeln.

Zudem umfasst der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit noch viele weitere Leistungen. Jedes Unternehmen hat Anspruch auf eine persönliche Beratungsfachkraft. Diese kann Fragen zur Stellenausschreibung beantworten und eine Vorauswahl an passenden Bewerberinnen und Bewerbern treffen. Du erhältst außerdem Unterstützung zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder bei der Vermittlung von Fachkräften aus dem Ausland.

7. Anbieten von Praktika 

Recruiting ist immer mit einem Risiko verbunden. Wird sich der oder die Neue im Unternehmen wohlfühlen und die Erwartungen erfüllen? Wenn eine Neuanstellung nach kurzer Zeit wieder kündigt, geht der teure Personalbeschaffungsprozess von vorne los. Eine der Methoden der Personalgewinnung, die dieses Risiko minimiert, sind Praktika. Besonders Studenten sind oft auf der Suche nach einer Gelegenheit erste Erfahrungen zu sammeln und in den Arbeitsalltag einer Firma reinzuschnuppern. 

In einem Praktikum können sich Arbeitskraft und Arbeitgeber besser kennenlernen und bald abschätzen, ob eine gemeinsame Zukunft Sinn macht. So steigen junge Talente in deinem Unternehmen ein, die mitunter über Jahre hinweg treu bleiben und später auch Führungsaufgaben übernehmen können.

8. Mitarbeiterempfehlungs-Programme

In einer Umfrage stellte Xing fest, dass 77 % der befragten Unternehmen es sehr begrüßen, wenn die eigene Belegschaft aktiv im Bekanntenkreis auf offene Stellen des Arbeitgebers hinweist. Allerdings verfügten lediglich ein Viertel der befragten Personalabteilungen über einen festen Prozess, der die Empfehlungen verwaltet.

Die Vorteile von Mitarbeiterempfehlungs-Programmen liegen auf der Hand. Die eigene Belegschaft weiß oft am besten, wer aus dem Bekanntenkreis auf eine offene Stelle passen würde. Sie können auch die Position und das Unternehmen an sich viel besser „verkaufen“ als, beispielsweise, ein Headhunter. Schließlich dreht man sich unter Freunden keinen schlechten Job an. Die Talentakquise geht so viel schneller als das Standard-Bewerbungsverfahren.

Damit dein Mitarbeiterempfehlungs-Programm Früchte trägt, musst du es intern richtig kommunizieren – sei es über das Intranet, per E-Mail oder die Führungskräfte. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern muss klar ist, dass es diese Initiative gibt, wie sie funktioniert und was er/sie davon hat.

Welche Methode zur Personalgewinnung ist für dein Unternehmen die richtige?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Meistens kannst du dich nicht auf eine einzige Methode zur Personalgewinnung verlassen. Manche Quellen, wie Jobbörsen, eignen sich besonders, wenn eine Position kurzfristig besetzt werden muss. Andere Methoden, wie der Aufbau eines Talent Pools, sind eher langfristig angelegt. Es lohnt sich verschiedene Kanäle auszuprobieren, um so für jede offene Stelle das passende Instrument parat zu haben.

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