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5 Gründe, eine LinkedIn-Stellenanzeige aufzugeben

Recruiter*innen müssen aktiv auf die Suche nach Bewerber*innen gehen. Geeignete Kandidat*innen zu finden, ist nicht immer einfach. Ein Weg sind Stellenanzeigen dort zu schalten, wo Profis ohnehin nach neuen Karrieremöglichkeiten suchen: bei den Business-Netzwerken. Ganz oben steht LinkedIn, das größte Netzwerk weltweit. Nach eigenen Angaben hat es 700 Millionen Nutzer*innen, die sich auf mehr als 200 Länder verteilen. Damit schafft es nicht nur eine unglaubliche Reichweite, sondern vermindert Streuverluste.

Mit einer LinkedIn Stellenanzeige kannst du sehr zielgenau nach Bewerber*innen suchen, die konkrete Anforderungen erfüllen müssen. Als Unternehmen kannst du bei LinkedIn mit dem Corporate Account Pakete für LinkedIn Stellenanzeigen buchen oder nur einzelne Gesuche aufgeben.

Warum LinkedIn beim Recruiting besser abschneidet

Das amerikanische Unternehmen hat einen klaren Schwerpunkt auf Internationalität. Natürlich ist der US-Markt noch immer am wichtigsten, aber die Firma hat sich längst in Europa etabliert. In Europa, Großbritannien eingeschlossen, zählt die Plattform über 163 Millionen Nutzer*innen.

Wichtiger als diese LinkedIn Statistiken sind die aber die Profile der Nutzer*innen. Denn allgemein sind die Mitglieder höher gebildet und aktiv interessiert an neuen Karriereoptionen. Sie informieren sich über berufliche Entwicklungen, sowohl in ihrer Branche als auch was gesamtwirtschaftliche Tendenzen betrifft. Das zeigt sich sehr stark in den Newsfeeds, die ein aktives Instrument des Nachrichtenaustauschs sind. Die von den Nutzer*innen geschaffenen Inhalte, sei es in den eigenen Feeds oder in den verschiedenen Gruppen, steigen zahlenmäßig immer weiter an. In 2020 wurden 60 Prozent mehr Inhalte geschaffen, wahrscheinlich weil Menschen wegen der Pandemie und Lockdowns mehr Zeit online verbracht haben.

Demografisch bildet LinkedIn die Verteilung zwischen Männer und Frauen recht realistisch ab: 57 Prozent sind männlich, 43 Prozent sind weiblich. Die Mehrzahl der Nutzer*innen, fast 60 Prozent, sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Knapp 40 Prozent wechseln alle vier Jahre ihren Job, und jede Woche sind etwa 40 Millionen Nutzer*innen aktiv auf Jobsuche. Nach eigenen Angaben werden drei Personen pro Minute über das Netzwerk gefunden und eingestellt.

5 gute Gründe eine LinkedIn Stellenanzeige zu schalten

Zunächst einmal gehört zum Recruiting natürlich eine professionelle Präsenz deines Unternehmens in den sozialen Netzwerken. Das schließt aktuelle Inhalte und Beteiligung an branchenbezogenen Diskussionen mit ein. Nur so wirst du für Bewerber*innen, die eigenständig nach Stellen und interessanten Firmen suchen, interessant. Wenn du aber eine neue Stelle besetzen willst, wirst du am besten gezielt mit einer Stellenanzeige in Business Netzwerken arbeiten. Dafür gibt es gute Gründe:

1. Auf LinkedIn kannst du eine breite und diverse Auswahl treffen.

Das ist gerade dann interessant, wenn dein Unternehmen international aufgestellt ist oder du Menschen aus dem Ausland erreichen willst. Nicht zu vergessen sind Auslandsdeutsche: Sie sind gerade bei Online-Jobs eine Alternative, weil sie zum Beispiel andere Zeitzonen abdecken können oder neue Märkte erschließen. Die neuen Digital Nomads, die ortsunabhängig online arbeiten, sind ebenfalls auf LinkedIn vertreten und aktiv auf der Suche nach neuen Projekten.

2. Wer bei LinkedIn unterwegs ist, gehört zur dynamischen Generation Y oder zur Generation X, ist also digital versiert und benutzt Online-Medien als Informationskanal.

Sie werden heute eigentlich nur über die klassischen Stellenportale oder eben die Business-Netzwerke erreicht. Heute wechseln Menschen den Job häufiger und deshalb ist es meistens kein Problem, wenn in einem LinkedIn-Profil die Funktion “Offen für Jobangebote” angeklickt ist. Für dich als Recruiter*in ist das ein wichtiges Instrument, weil dadurch deine Anzeigen vielen Nutzer*innen gezeigt werden, die eigentlich gar nicht aktiv nach einer neuen Stelle suchen.

3. LinkedIn macht es dir sehr einfach, eine Stellenanzeige aufzugeben.

Du kannst den vorformulierten Text einfach einkopieren. Besonderes hilfreich sind die Kenntnisse, die abgefragt werden. Damit stellt das Netzwerk sicher, dass die Anzeigen nur bei Nutzer*innen laufen, die über diese Kenntnisse verfügen. Damit die Interessenten noch besser gefiltert werden können, kannst du Eignungsfragen hinzufügen. Empfohlen sind mindestens drei Fragen, mehr sind aber ebenfalls möglich. Eine Stellenanzeige wird in der Regel für 30 Tage veröffentlicht.

4. Eine LinkedIn Stellenanzeige wird nicht nur auf der Seite veröffentlicht, sondern direkt an die passenden Nutzer*innen ausgeliefert.

Das geschieht zum einen über das Tool “Jobs, die Sie vielleicht interessieren.” Anzeigen werden entsprechend den bisherigen Jobsuchen und den Aktivitäten sowie den Profilen der Nutzer*innen ausgeliefert. Wer schon mal nach einer Stelle als Teamleiter*in im Marketing suchte, wird solche Positionen weiterhin angezeigt bekommen. Darüber hinaus werden Stellensuchende über Push-Nachrichten und E-Mails informiert, wenn es für sie interessante Offerten gibt.

5. Über das Wechselspiel zwischen Unternehmensdarstellung im Netzwerk und den Stellenanzeigen können sich Interessenten sehr schnell einen Überblick über deine Firma verschaffen.

Wer hier seine Hausaufgaben im Employer Branding gemacht hat, wird qualifizierte Kandidat*innen davon überzeugen können, eine Bewerbung abzuschicken.

Was du bei einer LinkedIn Stellenanzeige beachten solltest

Zwar ist es sehr einfach, den Text einer Stellenanzeige zu veröffentlichen, du solltest aber wissen, dass LinkedIn einige Besonderheiten bei der Gestaltung hat. Diese sind zum größten Teil festgelegt und sollen Kandidat*innen und Recruiter*innen gleichermaßen den Bewerbungsprozess erleichtern.

Zielgruppen definieren

Bei Stellenanzeigen in LinkedIn hast du mehrere Möglichkeiten, die richtigen Personen zu erreichen. Dafür kannst du mehrere Parameter auswählen, die du kombinieren kannst, zum Beispiel Ortsmerkmale oder bestimmte Fähigkeiten. Du kannst eine bestimmte Position mit einem Dienstalter verbinden, um erfahrenere Bewerber*innen zu erhalten. Du kannst einige berufliche Interessen herausfiltern, oder schauen, in welchen Gruppen die Nutzer*innen sich gerne aufhalten.

Insgesamt hat LinkedIn über 200 Parameter um eine Anzeige zu verfeinern. Versuche dich in die Lage der Bewerbenden zu versetzen und welche Interessen diese haben, um eine möglichst detaillierte Zielgruppenbeschreibung zu erhalten.

Es hilft übrigens, eine Stellenanzeigen mit einer Anzeigenkampagne zu bewerben. Hierdurch kannst du aktiv die große Auswahl an Parametern nutzen und selbst festlegen, wo du gezielt nach Kandidat*innen suchen möchtest.

Profilbild

Du kannst bei LinkedIn das Profilbild der Person anzeigen lassen, die die Stellenanzeige aufgibt. Das ist ein großer Vorteil, weil auf diese Weise bereits visuell eine Beziehung geschaffen wird. Hier ist wichtig, dass die Profilbilder entsprechend professionell, aber vor allem ansprechend sind. In Zeiten von Home-Office, von dem Recruiter*innen wie Bewerber*innen gleichermaßen betroffen sind, haben sich die Ansprüche an Profilbilder etwas verändert. Es darf gerne mal etwas lockerer sein und es muss kein Anzug getragen werden.

Angezeigte Daten

Denke daran, dass LinkedIn immer einen Ausgleich zwischen den Interessen der Nutzer*innen und der Unternehmen schaffen will. Dazu gehört, dass die Zahl der Menschen, die eine Stelle angeschaut haben, angezeigt wird. Außerdem ist sichtbar, wie lange eine Stelle bereits ausgeschrieben ist und welche Verbindungen ein*e Nutzer*in zu deinem Unternehmen oder der Recruiting-Person hat.

Steigt die Zahl derer, die die Stelle anschauen, aber es gibt nicht genügend Bewerbungen, solltest du eventuell den Text überdenken. Ist eine Stelle zu lange vakant, könnten Nutzer*innen denken, sie sei uninteressant. Besonders wichtig: LinkedIn zeigt an, wie viele Bewerbungen es bereits auf die Stelle gegeben hat. Auch das ist ein Indikator, wie interessant deine Stelle ist. Sollte es nach drei Wochen keine Bewerbungen gegeben haben, überlege die Stelle neu auszuschreiben oder die Beschreibung zu verändern.

Kommunikation

LinkedIn nimmt dir eine Menge Arbeit ab. Interessenten können sich mit einem Klick auf die Stelle bewerben, es werden automatisch die im Netzwerk hinterlegten Daten für eine Bewerbung verwendet. Die eingebauten Filter stellen sicher, dass nur qualifizierte Gesuche bei dir eingehen.

Gleichzeitig kannst du deine Recruiting-Software in der Regel mit den Stellengesuchen verbinden. Über diese Schnittstellen bist du immer auf dem Laufenden und kannst dir aussuchen, welche Kanal du für die Kommunikation verwendest. Die Digitalisierung und Automatisierung des Prozesses hilft dir enorm bei der Vorauswahl, kann aber ein Interview natürlich nicht ersetzen.

Dennoch kannst du über den internen Messenger Kandidat*innen kontaktieren und eine erste Verbindung herstellen. Da angezeigt wird, welche gemeinsamen Verbindungen du mit den Personen hast, kann das manchmal als Icebreaker benutzt werden – gerade wenn man gemeinsame Bekannte hat.

Empfehlungen von Mitarbeiter*innen

Wenn du eine Stellenanzeige schaltest, kannst du das Mitarbeiter*innen im Unternehmen oder der jeweiligen Abteilung mitteilen. Diese können die Anzeige dann in ihren Newsfeeds teilen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Es gibt eine große Wahrscheinlichkeit, dass sie mit Personen aus dem gleichen beruflichen Umfeld verbunden sind und damit ein weiteres Kandidatenpotenzial erschließen. Gleichzeitig schafft diese Form der Mitarbeiterempfehlung vertrauen: Wenn mir jemand, den ich kenne eine Stelle empfiehlt, werde ich sie mir eher anschauen, als wenn ich nur die Anzeige sehe.

Eigene Erhebungen von LinkedIn haben ergeben, dass Mitarbeiter*innen 14 Mal eher Inhalte von ihrem Unternehmen teilen als andere Inhalte. Es lohnt sich also, die neue Stellenausschreibung intern zu kommunizieren.

Multimedia-Inhalte

Unterhalb einer Stellenanzeige werden einige Informationen über dein Unternehmen angezeigt. Wer auf “Mehr anzeigen” klickt, kommt automatisch zur LinkedIn-Seite deiner Firma und sieht die letzten Beiträge. Spätestens seit den Lockdowns ist Video King beim Content, und deshalb solltest du Videos veröffentlichen, die die Arbeitsumgebung zeigen. Videos und Bilder werden viel eher angeschaut und geteilt, und gleichzeitig dienen sie deinem Reputation-Management.

Auf diese Weise können Interessenten einen ersten Einblick in dein Unternehmen bekommen. Kleiner Profitipp: Wenn du nicht gerade jeden Tag eine Stellenanzeige schaltest, kannst du bei jeder neuen Anzeige einen Videobeitrag posten, zum Beispiel aus der Abteilung, in der neue Mitarbeiter*innen gesucht werden.

Weltweites Rekrutieren mit einer LinkedIn Stellenanzeige

Was LinkedIn wirklich von anderen Netzwerken wie Xing abhebt, ist die Internationalität. Gerade bei Fachkräften wird es immer schwieriger, in Deutschland und den angrenzenden Ländern noch genügend Bewerber*innen zu finden. Das Angebot ist gering, die Nachfrage aus Unternehmen ist groß. Und irgendwann wirst du selbst mit den besten Tricks beim Recruiting an eine Wand stoßen. Die Alternative ist, die Suche zu erweitern und eben Menschen in ganz Europa, Amerika und Asien zu erreichen. Zwar gibt es das Sprachproblem, aber du kannst in einem ersten Anlauf versuchen, Deutsch sprechende Mitarbeiter*innen zu finden. Außerdem ist Englisch heute in großen Unternehmen eine zweite Sprache geworden, und Englisch sprechende Mitarbeiter*innen können eine Bereicherung für deine Belegschaft sein.

Die Blaue Karte hilft bei der Einstellung

Wer bei LinkedIn aktiv ist, hat eine höhere Affinität zu internationalen Unternehmen und interessiert sich eher für eine Stelle in einem anderen Land. Wenn die Aufgabe interessant ist, werden sich Kandidat*innen durchaus Gedanken darüber machen, in einem anderen Land zu arbeiten. In 2019 kamen über 30.000 Menschen mit einer sogenannten blauen Karte nach Deutschland. Sie waren hochqualifizierte Fachkräfte, die nicht aus EU-Staaten kamen.

Die Blaue Karte der Europäischen Union gewährt ihnen ein befristetes Aufenthalts- und Arbeitsrecht, wenn sie einen Hochschulabschluss, eine Arbeitsplatzzusage in Deutschland und ein bestimmtes Mindesteinkommen vorweisen können. Letzteres liegt bei 56.800 Euro brutto. Interessant ist hierbei, dass die meisten Immigranten aus Indien kamen, an zweiter Stelle steht China. In beiden Ländern ist Englisch heute die Geschäftssprache, wenn es um internationales Business geht. LinkedIn hat in Indien 65 Millionen Nutzer*innen.

Auch wenn die blaue Karte in der gesamten EU genutzt werden kann, ist Deutschland der Hauptnutzer: 84 Prozent der Anträge auf eine solche Aufenthaltsgenehmigung wurden für Deutschland gestellt. Wenn du in deiner Stellenanzeige bei LinkedIn auf solche Möglichkeiten hinweist, nimmst du Bewerber*innen die Angst vor komplizierten Einreiseprozeduren.

Welche Jobs sind bei LinkedIn besonders gefragt?

Aufgrund der internationalen Ausrichtung wirst du bei LinkedIn viele Bewerber*innen aus dem IT-Bereich finden. Hier hat das Netzwerk seine Wurzeln und ist heute noch Marktführer. Hinzu kommen noch andere Berufsgruppen, wie Marketing, Kommunikation und Unternehmensberatung. Außerdem findest du hier höher qualifizierte Mitarbeiter*innen als bei den Mitbewerber*innen. Fast die Hälfte aller Nutzer*innen hat einen Hochschulabschluss, und knapp ein Drittel der Stellenanzeigen richten sich an Führungskräfte. Knapp 27 Prozent der Stellenanzeigen sprechen IT-Fachleute und Arbeitnehmer*innen im Bereich Telekommunikation an.

Kriterien für die Kandidatenauswahl auf LinkedIn

Wenn du Bewerbungen auf eine LinkedIn Stellenanzeige erhalten hast, sind diese eigentlich schon gefiltert und optimiert. Dennoch solltest du bei den übrig gebliebenen Bewerber*innen noch auf einige Details schauen. Das Netzwerk macht es dir einfach, weil du einiges vom Profil der Benutzer*innen lernen kannst.

  • Wie vollständig sind die Informationen?
  • Sind die wichtigsten Stationen der beruflichen Karriere aus den vergangenen Jahren beschrieben und Abschlüsse sowie Positionen erwähnt?
  • Gibt es Hinweise auf ehrenamtliche Tätigkeiten?
  • Ist die Person in berufsbezogenen Gruppen aktiv?
  • Ist das Profilbild angemessen?
  • Hat die Person Arbeitsproben veröffentlicht (LinkedIn hat eine entsprechende Funktion)?
  • Wie aktiv ist die Person im Netzwerk und werden oft berufsbezogene Beiträge geteilt?
  • Welche Empfehlungen von anderen Nutzer*innen hat die entsprechende Person? (Diese Endorsements beziehen sich sehr oft auf bestimmte Fähigkeiten).

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