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Die besten Tipps und Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung

Juni 20, 2019

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Die besten Tipps und Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung

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In einem Arbeitsmarkt, der durch den Fachkräftemangel in vielen Bereichen wie leergefegt wirkt, wächst der Druck auf Unternehmen ihre bestehenden Mitarbeiter intern zu halten. Spätestens wenn wichtige Kolleg/innen schon die Firma verlassen haben und es an Nachschub fehlt, fällt das Stichwort Mitarbeiterbindung.

Es ist ein komplexes Thema, denn Geld ist längst nicht mehr die Hauptmotivation für viele Arbeitnehmer/innen. Dies wirft viele Fragen bei Personalern auf. In diesem Artikel zeigen wir dir, warum es heute so wichtig ist Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden, wen es sich überhaupt lohnt zu halten und wie du die besten Ansätze und Maßnahmen für deine Firma findest.

Wusstest du, dass du bereits bei der Personalrekrutierung damit anfangen solltest eine Bindung zwischen Kandidat/in und Unternehmen aufzubauen? Auch darauf gehen wir ein und zeigen dir welche Bereiche jetzt besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Was ist Mitarbeiterbindung und warum ist sie so wichtig

Das grundsätzliche Ziel der Mitarbeiterbindung ist, die Angestellten möglichst langfristig im Unternehmen zu halten. Dafür werden meist unterschiedliche Maßnahmen eingesetzt, auf die wir hier noch eingehen werden. Idealerweise steht hinter diesen eine konkrete Strategie mit deren Hilfe die unterschiedlichen Ansätze systematisch eingesetzt werden. Ein Sammelsurium von Einzelinitiativen führt dagegen eher selten zum gewünschten Ziel.

Aber warum ist das überhaupt so wichtig heutzutage? Die Antwort lautet: Fehlende Bindung der Mitarbeiter kostet Unternehmen nicht nur Geld, sondern möglicherweise auch ihre Konkurrenzfähigkeit in der Zukunft. Der Gallup Engagement Index 2018 zeigt, das nur 15 % der Beschäftigten in Deutschland eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber aufweisen. Drei von vier Angestellten machen nur Dienst nach Vorschrift und ganze 14 % haben bereits innerlich gekündigt. Dies kostet die deutsche Volkswirtschaft bis zu 103 Milliarden Euro pro Jahr.

Hier sind drei Gründe, warum sich Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung schnell auszahlen:

Fluktuation senken

Verlässt ein/e Mitarbeiter/in das Unternehmen, musst du in der Regel schnellstens einen Ersatz suchen. Dies ist mit Kosten und Aufwand verbunden, zum Beispiel für Stellenanzeigen, Bewerbungsgespräche, und Einarbeitungszeit. Wenn eine besonders wichtige Fachkraft ausscheidet, dann kann das umso schmerzhaftere Konsequenzen haben. Wichtiges Know-how und die Wettbewerbsfähigkeit geht mitunter verloren. Durch erfolgreiche Mitarbeiterbindung lässt sich die Fluktuation senken und damit bares Geld sparen.

Employer Branding verbessern

Wenn du ansprechende Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung anbieten kannst, dann positionierst du damit dein Unternehmen als einen attraktiven Arbeitgeber. In den Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig neben der Konkurrenz herauszustechen und aktiv Bewerber/innen anzuziehen. Und wenn deine Angestellten auf ihre Arbeitgebermarke stolz sind, dann empfehlen sie sogar eher neue Kandidaten/innen.

Produktivität und Zufriedenheit steigern

Das Angestellte, die sich emotional an ihren Arbeitgeber gebunden fühlen, generell glücklicher, zufriedener und produktiver sind, ist keine Überraschung. Die gesteigerte Mitarbeitermotivation wirkt sich im Endeffekt auch positiv auf die Leistung des gesamten Unternehmens aus.

Bei wem lohnt sich die Mitarbeiterbindung am meisten?

Muss denn wirklich alles mögliche getan werden um jede/n einzelne/n Mitarbeiter/in zu halten? Nicht unbedingt. Manche Angestellten sind nüchtern betrachtet einfacher zu ersetzen als andere. Deshalb solltest du hier in deiner Strategie selektiv vorgehen.

Mit diesen Fragen kannst du gezielt Gruppen von Mitarbeitern/innen herausfiltern, auf die besonders geachtet werden sollte:

  • Wer sind die Leistungsträger/innen, die für den Erfolg des Unternehmens am wichtigsten sind?
  • Wer bringt das Potenzial mit, mehr Verantwortung in der Zukunft zu übernehmen?
  • Welche Positionen, Funktionen und Abteilungen sind für das Unternehmen langfristig am wichtigsten?

Daraus ergeben sich in der Regel drei Kategorien von Mitarbeitern/innen, die es sich lohnt langfristig zu binden:

  • Top-Performer, die weitgehend zum Erfolg des Unternehmens beitragen
  • Nachwuchskräfte und Talente mit hohem Potenzial, in Führungspositionen aufzusteigen.
  • Spezialisten/innen und Experten/innen, deren Wissen nur schwer zu ersetzen ist.

Wie du die richtigen Ansätze findest

Bevor wir auf konkrete Maßnahmen eingehen, ist es wichtig zu klären, wie du die richtigen Ansätze für dein Unternehmen auswählst. Viele Firmen greifen erst einmal auf das Gießkannenprinzip zurück. Das bedeutet, dass alle Mitarbeiter/innen das Gleiche bekommen. Zum Beispiel kann ein Betriebskindergarten eingerichtet und ein Sportprogramm angeboten werden.

Dies sind gute Ansätze, die sicher auch einige Früchte tragen. Noch effektiver wird die Strategie zur Mitarbeiterbindung allerdings, wenn du die Maßnahmen auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter/innen abstimmst. Kollegen/innen ohne Kleinkinder können sicher weniger mit dem Betriebskindergarten anfangen, würden sich aber umso mehr über Weiterbildungsmöglichkeiten, ein Sabbatical oder eine Playstation-Ecke freuen.

Stelle dir diese Fragen, um herauszufinden welche Ansätze für dein Unternehmen die richtigen sind:

  • Was wollen die Mitarbeiter? Eine Umfrage kann Klarheit darüber schaffen, was deinen Angestellten wichtig ist.
  • Welche Maßnahmen sind realistisch umsetzbar? Auch wenn sich viele Mitarbeiter/innen ein eigenes Fitnessstudio wie auf dem Google Campus wünschen, ist dies nicht unbedingt im Budget drin. Es gibt sicher Alternativen, mit denen sie auch zufrieden wären.
  • Passt die Maßnahme zur Mission und Vision des Unternehmens? Wenn zum Beispiel Umweltbewusstsein ein wichtiger Teil der Firmenkultur ist, dann sollten die ausgewählten Maßnahmen dies widerspiegeln. Neue SUVs als Firmenwagen wären hier sicher fehl am Platz.  

Welche Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung gibt es

Jetzt schauen wir uns konkrete Maßnahmen in den fünf wichtigsten Kategorien an, mit denen du deine Mitarbeiter/innen stärker an das Unternehmen binden kannst.

Führungsstil und Kommunikation

Schlechte Führungsarbeit ist leider einer der Hauptgründe für Unzufriedenheit in der Belegschaft. Ein vertrauensvoller und respektvoller Umgang miteinander und regelmäßige Mitarbeitergespräche sollten eigentlich inzwischen gang und gäbe sein. Auch eine offene und ehrliche Kommunikation bildet die Basis für eine enge Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern/innen. Diese Ideen helfen dabei:  

  • Transparenz und offene Kommunikation
  • Unternehmenswerte die gelebt werden
  • Mitarbeitergespräche und Feedback
  • Vermeidung von Überstunden
  • Realistische Ziele setzen

Arbeitsbedingungen und Arbeitsumfeld

Arbeitnehmer/innen verbringen einen Großteil ihrer Zeit am Arbeitsplatz. Wenn dieser etwas Flexibilität und eine ansprechende Atmosphäre zum Wohlfühlen bietet, dann fällt es ihnen gleich leichter gute Arbeit zu leisten. Hier ein paar Beispiele:

  • Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten (Homeoffice)
  • Flexible Arbeitszeiten oder Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit
  • Eine gute Kantine und/oder kostenlose Verpflegung (Kaffee, Obst, etc.)
  • Moderne, gut eingerichtete Arbeitsplätze
  • Betriebskindergarten
  • Parkplätze für Mitarbeiter/innen
  • Betriebsausflüge und -feiern

Entwicklungsmöglichkeiten

Mitarbeiter, und besonders Nachwuchstalente, wollen heute nicht nur arbeiten, sondern sich weiterentwickeln und entfalten können. Investiere jetzt schon in das Fachwissen und die Kompetenzen deiner Mitarbeiter/innen. So bist du nicht nur für die Zukunft gerüstet, sondern steigerst gleichzeitig die Mitarbeitermotivation. Diese Maßnahmen könntest du nutzen:

  • Weiterbildungen und Schulungen
  • Programme für Nachwuchsführungskräfte
  • Mentoring Programme
  • Zusatzqualifikationen
  • Unterstützung beim weiterführenden Studium  
  • Auslandsaufenthalte
  • Teilnahme an Projekten

Gesundheit und Freizeit

Eine gesunde und fitte Belegschaft ist nicht nur weniger krank, sondern auch motivierter und ausgeglichener. Wenn du zeigst, dass sich das Unternehmen um das Wohlbefinden aller Mitarbeiter/innen sorgt, dann fühlen sich diese wertgeschätzt und denken gar nicht erst daran, die Firma zu verlassen. Hier ein paar Ideen:

  • Ernährungsberatung
  • Gesundheitschecks
  • Sportkurse
  • Zuschüsse für das Fitnessstudio
  • Impfaktionen
  • Versicherungsprogramme
  • Betriebliche Altersvorsorge

Vorteile und Vergünstigungen

Diese kosten das Unternehmen meistens nicht viel, können aber eine große Wirkung auf die Mitarbeitermotivation haben. Hier ein paar Beispiele:

  • Rabatte für die eigenen Produkte und Dienstleistungen
  • Fahrtkostenzuschüsse
  • Smartphone und Internet zur Privatnutzung
  • Gutscheine
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • Firmenwagen

Wie du bereits im Recruiting anfängst

Erfolgreiche Mitarbeiterbindung fängt schon beim ersten Kontakt mit deinem Unternehmen an. Schon jeder Schritt in deinem Bewerbungsprozess trägt dazu bei eine Meinung über die Firma zu formen und entscheidet ob der/die neue Mitarbeiter/in hier langfristig bleiben möchte. Mit einer Recruitment.Software wie Recruitee kannst du diesen Prozess übrigens so angenehm wie möglich für die Bewerber/innen und dich selbst gestalten.

In diesen drei Bereichen solltest du im Recruiting ansetzen:

Employer Branding und Arbeitgebermarketing

Wie sich dein Unternehmen auf Karrieremessen, auf deiner eigenen Karriere-Webseite und in den sozialen Medien präsentiert, hat Einfluss darauf wie potenzielle neue Mitarbeiter/innen und deine aktuelle Belegschaft die Arbeitgebermarke wahrnehmen. Jeder möchte gern für ein einflussreiches, erfolgreiches und beliebtes Unternehmsen arbeiten, welches authentisch und ungezwungen rüberkommt. Nutze also die Chance bereits hier mit der Mitarbeitermotivation zu beginnen. Schau dir unsere Tipps zur Entwicklung eines starken Employer Brandings an.

Gemeinschaftliches Recruiting

Wie könntest du den Einstellungsprozess so gestalten, dass er sofort ideale Kandidaten/innen an das Unternehmen bindet und es sich diese nicht zweimal überlegen den Arbeitsvertrag zu unterschreiben? Die Antwort lautet: mit gemeinschaftlichem Recruiting (auch collaborative hiring genannt). Dabei werden Teammitglieder aktiv darin eingebunden ihre neuen Kollegen/innen zu interviewen.

Hier schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen lernt der/die neue Mitarbeiter/in direkt das Team und Arbeitsumfeld kennen und kann eine erste Bindung aufbauen. Zum anderen fühlen sich die aktuellen Teammitglieder wertgeschätzt, da sie in eine so wichtige Entscheidung mit eingebunden werden. Ihre Meinung wird gehört und als wichtig empfunden.

Einführungsphase

Die ersten paar Monate in einem neuen Job entscheiden oft, ob eine langfristige Bindung zum Unternehmen zustande kommt oder nicht. Laut einer Studie waren bereits 44 % der befragten Arbeitnehmer/innen nach nur wenigen Monaten wieder bereit zu wechseln. Die Probezeit wird also nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Mitarbeitern/innen genutzt, um herauszufinden, ob die Chemie stimmt. Mit einer gut geplanten Einführungsphase für neue Kollegen/innen kannst du einem vorzeitigen Wechselwunsch entgegenwirken.

Deine Ansätze für mehr Mitarbeiterbindung

Als frischgebackene/r Experte/in im Thema Mitarbeiterbindung kannst du nun eine Strategie für dein Unternehmen entwickeln. Eine Bindung zwischen Mensch und Firma aufzubauen passiert nicht von heute auf morgen und braucht einige Zeit sich zu entfalten. Deshalb lohnt es sich so früh wie möglich damit anzufangen. Langfristiges Planen und Denken ist hier gefragt. Dann wirst du schon bald die ersten Früchte ernten können.

Julia ist immer den neuesten Trends im Bereich HR und Personalbeschaffung auf der Spur um daraus interessante Inhalte zu zaubern. Als ehemalige Personalerin greift sie dabei auch auf ihre eigene Erfahrung und Fachwissen zurück.
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