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Mitarbeiterführung: 8 Fehler, die du vermeiden solltest

September 4, 2019

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Mitarbeiterführung: 8 Fehler, die du vermeiden solltest

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Oft heißt es “Mitarbeiter verlassen keine Unternehmen, sondern ihre Chefs.” Ist das wahr? Laut eines Reports von Gallup ist schlechte Führungsarbeit ein Hauptgrund dafür, dass Mitarbeiter/innen frühzeitig ihren Job kündigen. Dies sollte Mitarbeiterführung in allen Unternehmen in den Vordergrund rücken. 

Wenn aus Angestellten Vorgesetzte werden, wird aber leider oft einfach vorausgesetzt, dass sie das nötige Know-how zum richtigen Führen von Mitarbeiter/innen mitbringen. Die neue Führungskraft steht erst einmal unter enormem Druck sich zu beweisen. So schleicht sich häufig fehlerhaftes Verhalten im Umgang mit den Mitarbeiter/innen ein. 

Glücklicherweise kann man lernen Mitarbeiter/innen richtig zu führen. In diesem Artikel erklären wir, was gute Mitarbeiterführung wirklich bedeutet und warum diese nicht mit Management gleichzusetzen ist. Außerdem erfährst du die 8 häufigsten Fehler und wie diese einfach vermieden werden können. 

Was bedeutet gute Mitarbeiterführung?

Der Begriff der Mitarbeiterführung ist quasi selbsterklärend. Es geht aber um weit mehr als das Verhalten der Mitarbeiter/innen zu lenken. Eine gute Führungskraft schafft es, sein/ihr Team zu motivieren und zu Höchstleistungen anzutreiben, sodass die Unternehmensziele erreicht werden. 

Dabei soll der Spaß an der Arbeit und ein positives Betriebsklima nicht zu kurz kommen. Auch sollen die Mitarbeiter/innen gefördert werden und sich so weiterentwickeln, damit sie sich wohlfühlen, möglichst produktiv sind und auf lange Sicht dem Unternehmen treu bleiben. Gute Mitarbeiterführung stärkt im Inneren die Mitarbeiterbindung und nach außen das Employer Branding

Wie unterscheidet sich Mitarbeiterführung von Management?

Allzu oft wird Mitarbeiterführung mit Management verwechselt. Management umfasst die Regelung von täglichen Abläufen im Unternehmen, zum Beispiel, Ressourcen planen, Aufgaben verteilen und Projekte überwachen. Das sind leicht greifbare Aufgaben, die oft zum Verantwortungsbereich von Führungskräften gehören. 

Mitarbeiterführung ist allerdings viel mehr. Es umfasst den menschlichen Aspekt hinter den Abläufen und Zielen, welcher niemals vernachlässigt werden darf. Schließlich lassen sich Menschen nicht wie Computer steuern. Sie müssen verstehen, nicht nur was, sondern auch warum sie etwas tun. Diese Klarheit müssen Führungskräfte schaffen und dabei auch Konflikte lösen können.  

Die 8 häufigsten Fehler bei der Mitarbeiterführung 

Keine Führungskraft ist perfekt. Viele neue Führungskräfte brauchen erst einige Zeit, um sich an die größere Verantwortung zu gewöhnen. Und auch Vorgesetzte mit jahrzehntelanger Erfahrung können immer noch Fehler machen. Wir haben die 8 häufigsten Führungsfehler identifiziert, um neuen und alteingesessenen Führungskräften dabei zu helfen, sich dieser bewusst zu werden. Dazu gibt es Lösungsvorschläge, die sich direkt anwenden lassen.  

1. Respektlos handeln 

Das man jeden Menschen mit Respekt behandelt, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Und die meisten Führungskräfte pflegen auch einen respektvollen Umgang mit ihrem Team. Allerdings schleichen sich bestimmte Respektlosigkeiten eher unterbewusst ein und sind oft gar nicht böse gemeint. Diese werden vom/von der Chef/in überhaupt nicht als solche wahrgenommen, von den Mitarbeiter/innen aber sehr wohl. 

Dazu gehört vor allem der Respekt vor der Freizeit der Mitarbeiter/innen. Die Führungskraft verschickt am Samstagmorgen eine dringende E-Mail und erwartet am selben Tag noch eine Antwort. Oder der/die Chef/in möchte, dass eine Präsentation unter allen Umständen noch fertig wird. Es ist allerdings schon sechs Uhr abends und der/die Kolleg/in ist eigentlich zum Abendessen mit Freunden verabredet. Dieses Verhalten untergräbt über längere Zeit die Motivation des Teams. 

Die Lösung: Führungskräfte sollten die Grenzen ihrer Mitarbeiter/innen kennen und diese respektieren lernen. Nur weil sie selbstverständlich 12-Stunden Tage arbeiten, heißt das noch lange nicht, dass sie das gleiche von ihrem Team verlangen können. 

2. Falsch kommunizieren

Ohne Kommunikation läuft nichts im Unternehmen. Soviel ist klar. Dabei müssen Führungskräfte aber eine gute Balance finden. Ist der/die Chef/in zu still und passiv, fehlt den Mitarbeiter/innen die Richtung und er/sie wirkt durchsetzungsschwach. Wird zu viel aktiv und aggressiv kommuniziert, fühlt sich das Team mitunter überrannt. Das kann dazu führen, das sich Mitarbeiter/innen nicht mehr trauen Ideen zu äußern oder Probleme anzusprechen. 

Die Lösung: Aktives Zuhören ist etwas, was jede Führungskraft üben sollte. Missverständnisse und Fehlentscheidungen lassen sich vermeiden, wenn der/die Chef/in sich die Zeit nimmt wirklich zu verstehen, was in den Köpfen der Mitarbeiter/innen vorgeht. 

3. Angst vor Fehlern haben

Besonders frisch gebackene Führungskräfte wollen natürlich alles perfekt machen und dafür sorgen, dass sie und das Team immer gut dastehen. Deshalb fordert der/die Chef/in null Fehler von seinen/ihren Mitarbeiter/innen. Dies ist leider absolut unrealistisch. Wer keine Fehler toleriert, der muss mit der Konsequenz leben, dass Fehler entweder vertuscht werden, oder sich die Mitarbeiter/innen überhaupt nicht mehr trauen eigene Entscheidungen zu treffen. 

Die Lösung: Fehler sind menschlich und ein wichtiger Teil von Lernprozessen. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeiter/innen vermitteln, dass es absolut okay ist Fehler zu machen, solange aus diesen gelernt wird. Außerdem, sollten sie sich nicht davor scheuen eigene Fehler zuzugeben und so als Vorbild zu wirken. 

4. Mitarbeiter/innen unfair behandeln 

Fairness ist ein wichtiger Baustein der Unternehmenskultur. Wenn sich Mitarbeiter/innen unfair behandelt fühlen, dann sind sie eher geneigt, sich nach einer alternativen Arbeitsstelle umzuschauen. Im Arbeitsalltag geschieht dies leider schnell und manchmal unterbewusst. Manche Führungskräfte neigen dazu ihren “Lieblingsmitarbeiter/innen” die besten Projekte zu geben. 

Besonders wichtig ist der Faktor Fairness beim Gehalt. Bekommt, zum Beispiel, nur eine/r im Team eine Gehaltserhöhung ohne das die Kollegen/innen den Grund dafür kennen und verstehen, ist die Stimmung schnell dahin. 

Die Lösung: Die interne Gehaltsstruktur sollte stimmig und plausibel sein. Das heißt, ein Unterschied zwischen den Gehältern muss immer begründbar sein, sodass jede/r sich fair behandelt fühlt. Damit der generelle Umgang untereinander immer fair abläuft, sollten Führungskräfte sich die Zeit nehmen, sich in die Situation ihrer Mitarbeiter/innen hineinzuversetzen. 

5. Sich vor Entscheidungen scheuen 

Entscheidungen zu treffen ist nun einmal eine der Hauptaufgaben von Führungskräften, auch wenn es manchmal unangenehm ist. Deshalb legen sich viele Chefs/innen nicht so gern fest. Sie bleiben lieber unverbindlich und suchen weiter nach Informationen, die helfen sollen die richtige Entscheidung zu treffen. 

Wenn Mitarbeiter/innen über längere Zeit im Dunkeln gelassen werden, frustriert sie das. Auch nichtssagende Floskeln und schwammige Ausdrücke werden als solche wahrgenommen und untergraben die Glaubwürdigkeit jeder Führungskraft. 

Die Lösung: Nicht lange um den heißen Brei herumreden und sich festlegen. Das Team muss wissen, was Sache ist und braucht eine klare Richtung. Stellt sich heraus, dass die falsche Entscheidung getroffen wurde, sollten souveräne Führungskräfte dazu stehen. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter/innen die Gründe für die Entscheidung verstehen. 

6. Nicht als Vorbild auftreten 

Werden Angestellte zu Führungskräften befördert, kann sich schnell ein gewisser Sinneswandel einstellen. Plötzlich nimmt sich der/die neue Chef/in Dinge heraus, die sich die Mitarbeiter/innen nicht erlauben dürfen, zum Beispiel, zu spät zu einem Meeting zu erscheinen, oder E-Mails während einer Präsentation zu lesen. Schließlich ist er/sie jetzt auf einer ganz anderen Ebene, nicht wahr?

Dieses Verhalten vermittelt Mitarbeiter/innen leider, das sich die Führungskraft als etwas Besseres wahrnimmt und für sie andere Regeln gelten. Das wirkt sich negativ auf die Motivation aus und treibt einen Keil zwischen Chef/in und Team. 

Die Lösung: Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion, der sie gerecht werden müssen. Das, was sie von anderen verlangen, muss erst vorgelebt werden. Nur so verdient sich der/die Chef/in den Respekt und die Loyalität seiner/ihrer Mitarbeiter/innen. 

7. Mitarbeiter/innen nicht fördern und sie nicht entwickeln lassen

Viele Führungskräfte fürchten, dass wenn sie ihre Mitarbeiter/innen zu sehr fördern, diese bald besser werden als sie selbst und ihnen womöglich noch die Position streitig machen. Deshalb werden Kollegen/innen oft bewusst klein gehalten. Wenn diese dann keine Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen sehen, schauen sie sich lieber nach Alternativen um. 

Dieses Verhalten geht meist mit fehlendem Feedback und Anerkennung einher. Entweder wissen Mitarbeiter/innen gar nicht, ob sie ihre Arbeit gut oder schlecht machen, oder werden nur angesprochen, wenn es Probleme gibt. Ein Lob kommt dem/der Chef/in zu selten über die Lippen. 

Die Lösung: Führungskräfte sollten sich bewusst machen, dass alle Erfolge ihres Teams auch ihre eigenen Erfolge sind. Es ist ratsam, bewusst Energie in die Entwicklung jedes/r einzelnen Mitarbeiters/in zu stecken, zum Beispiel, im Rahmen des Talent Managements. Dazu gehört zeitnahes Feedback, sowohl Kritik aber auch Anerkennung. 

8. Kein Vertrauen in die Mitarbeiter/innen haben

Dies schlägt sich in der Praxis als Mikromanagement nieder. Führungskräfte weisen nicht nur Aufgaben zu, sondern wollen auch jeden noch so kleinen Arbeitsschritt kontrollieren. Sie haben Angst vor Fehlern und wollen unter allen Umständen die volle Kontrolle behalten. 

Für die Mitarbeiter/innen ist dies demotivierend. Jedes eigenständige Denken wird über lange Sicht gelähmt. Auch die Produktivität des gesamten Teams leidet, wenn der/die Chef/in ständig in Aufgaben involviert ist, die eigentlich jemand anderes völlig selbständig lösen könnte. 

Die Lösung: Führungskräfte müssen lernen, ihrem Team Freiräume zu lassen, ihnen zu vertrauen und Aufgaben zu delegieren. Dabei muss in Kauf genommen werden, dass alles nicht immer genauso abläuft, wie der/die Chef/in es sich vorgestellt hat und auch Fehler passieren. Dies gehört einfach dazu. 

Erfolgreich führen lernen 

Auch wenn es oft so aussieht, als ob Führungsqualitäten angeborene Fähigkeiten wären, die richtige Führung von Mitarbeiter/innen kann man lernen. Wenn Vorgesetzte die erwähnten Fehler vermeiden und kontinuierlich an sich arbeiten, sind sie vielen schon einen großen Schritt voraus. 

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Julia ist immer den neuesten Trends im Bereich HR und Personalbeschaffung auf der Spur um daraus interessante Inhalte zu zaubern. Als ehemalige Personalerin greift sie dabei auch auf ihre eigene Erfahrung und Fachwissen zurück.
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