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Warum Mitarbeitermotivation so wichtig ist – Tipps, Maßnahmen und Theorien

September 23, 2019

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Warum Mitarbeitermotivation so wichtig ist – Tipps, Maßnahmen und Theorien

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Motivierte Mitarbeiter/innen sind glücklicher und sind deshalb produktiver, weniger krank und leisten bessere Arbeit. Dies beweisen mehrere Studien und zeigen deshalb, wie wichtig es ist, sich gut um seine Mitarbeiter/innen zu kümmern und ihre Sorgen und Klagen ernst zu nehmen. Dies veranschaulichen die folgenden Zahlen und Statistiken zur Mitarbeitermotivation: 

Das sind nur einige Zahlen zum Thema Mitarbeitermotivation, doch veranschaulichen sie sehr gut, wie wichtig es ist sich um die Motivation seiner Mitarbeiter/innen zu kümmern und alles dafür zu geben, dass Arbeitnehmer/innen sich gehört, unterstützt und ernst genommen fühlen. Mitarbeitermotivation ist auch Teil eines guten und soliden Employer Brandings

Was motiviert Mitarbeiter/innen wirklich? 

Was für jemanden motivierend oder demotivierend ist, ist unterschiedlich. Es gibt eine Motivationsmethode für alle deine Mitarbeiter/innen, denn je nach Motivationstyp können diese Faktoren variieren. Beim einen funktioniert eine Methode gut, für den anderen kann es ein absoluter Motivationskiller sein. Deshalb haben wir hier verschieden Motivationstypen und deren Bedürfnisse aufgelistet, damit du deine Mitarbeitermotivation je nach Motivationstyp anpassen kannst. 

1. Intrinsische Motivation 

Dieser Motivationstyp beschreibt den Antrieb von innen. Mitarbeiter/innen mit intrinsischer Motivation sind sehr ausdauernd und resistent gegen frustrierende Aspekte des Arbeitsleben. Deshalb ist dieser Motivationstyp auch die stärkste und ausdauerndste Antriebskraft. Man kann eine intrinsische Motivation deshalb auch nicht erzwingen. 

2. Extrinsische Motivation 

Dieser Motivationstyp wird angetrieben durch die Aussicht auf eine Belohnung. Extrinsische Motivation steht für eine Motivation, die von außen bewirkt wird. Faktoren, die die extrinsische Motivation fördern, können zum Beispiel sein: finanzielle Anreize wie Gehalt, Provision oder Beförderung, die Furcht vor Kündigung, der Status und die Anerkennung eines Jobs.

3. Aufgabenorientierte Motivation 

Hier ist die Art der Aufgabe entscheidend für die Motivation. Dies kann zum einen eine klare Struktur und Beschreibung der Aufgabe sein, wobei der erfolgreiche Abschluss motivierend wirken kann. Andererseits kann es aber auch die Anforderung einer schwierigen Aufgabe mit ungewissem Ausgang sein, der antreibt. 

4. Kontextorientierte Motivation

Dieser Motivationstyp findet die Wirkung im sozialen Umfeld wichtiger als die Art der Aufgabe. Das kann ein sichtbarer Erfolg sein und der daraus folgenden Heraushebung vor anderen, es kann aber auch der soziale Aspekt bei der Erledigung eines Projekts sein. Das heißt das nicht der Status in einer Gruppe wichtig ist, sondern das Miteinander und die Möglichkeit, sich für etwas Gutes bzw. Wichtiges zu engagieren. 

Daraus ergeben sich vier verschiedene Motivationstypen: 

  • Ergebnisorientierter Typ (extrinsisch motiviert, Aufgabenorientierung)

Dieser Motivationstypen braucht klare Strukturen, Erwartungen und Ziele. Deshalb will dieser Typ Aufgaben auch erfolgreich und ordentlich abschließen, übernimmt auch gerne weniger beliebte Aufgaben. Schätzt und erwartet Belohnungen und Lob. Negativ für diesen Motivationstyp ist Unklarheit, Unberechenbarkeit und Risiko. 

  • Entwicklungsorientierter Typ (intrinsisch motiviert, Aufgabenorientierung) 

Dieser Typ braucht Sinn und Zusammenhang für die erfolgreiche Erledigung von Projekten und Arbeiten. Findet Motivation eher in der Arbeit selbst, ist deshalb nicht auf Belohnungen oder Wettbewerb aus. Will sich entwickeln und Neues lernen – braucht deshalb Abwechslung und hasst Routine und zu viel Kontrolle. 

  • Wirkungsorientierter Typ (extrinsisch motiviert, Kontextorientierung) 

Dieser Motivationstyp wertschätzt schwierige Aufgaben mit großem Erfolgspotenzial und fürchtet sich nicht vor Risiko. Deshalb wirkt Wettbewerb auf diesen Typ anspornend und braucht deshalb positiven Zuspruch und sichtbare Belohnungen (nicht nur entgeltlich – auch Statussymbole, Anerkennungen, Auszeichnungen, etc.). Nicht geeignet für Routinejobs. 

  • Integrativer Typ (intrinsisch motiviert, Kontextorientierung) 

Benötigt ein gutes, stabiles soziales Umfeld, um erfolgreich und motiviert zu sein. Kooperation und Kommunikation sind sehr wichtig für diesen Motivationstyp und will gebraucht/geschätzt werden. Wehrt sich gegen Intransparenz, unmoralisches Handeln und Ungerechtigkeiten. Braucht jedoch eine Bindung an Vorgesetzte, verliert sonst die Aufgabe aus den Augen. 

Welcher Motivationstyp bin ich? 

Nun hat man eine gute Übersicht über Motivationstypen und kann sich für seine Mitarbeiter/innen überlegen, in welche Kategorien sie fallen. Dabei sollte man folgende Interessen und Neigungen herausarbeiten: 

  • Was ist mein persönlicher Antrieb?
  • Welche Werte sind mir wichtig, für welche Überzeugungen stehe ich?
  • Welche Stärken und Schwächen habe ich, was mache ich besonders gern?

Um diese Fragen zu beantworten, stehen verschiedene Mittel und Wege wie beispielsweise die Potenzialanalyse, eine Stärken-Schwächen-Analyse oder Coaching zur Verfügung. Mit diesem Wissen kann man auch feststellen, ob man den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht wird und was man tun könnte, um Mitarbeiter/innen ihrem Motivationstyp entsprechend entgegen zu kommen und Maßnahmen bzw. Incentives zur Mitarbeitermotivation zu setzen. 

Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation 

Was kann man also konkret tun, um Motivation zu erhöhen und zu fördern? Die folgenden Tipps zu Maßnahmen und Incentives fassen zusammen, wie man Mitarbeitermotivation am besten gestaltet – und wie lieber nicht. Die Wirkung dieser Maßnahmen unterscheidet sich jedoch je nach Motivationstyp. Monetäre Belohnungen sind natürlich gern gesehen, doch ist dies nicht der einzige Faktor, der Mitarbeiter/innen motiviert, wie wir anhand der verschiedenen Motivationstypen veranschaulichen wollten. 

Tipp 1: Lob und Anerkennung 

Anerkennung und Wertschätzung hat eine positive Wirkung auf die Motivation von Arbeitnehmer/innen, da es geschätzt wird, wenn man eine ehrliche Rückmeldung zu guten Leistungen bekommt. Es bildet außerdem die Basis für einen anderen wichtigen Aspekt – konstruktive Kritik. Ein ehrlich gemeintes Lob verpasst Mitarbeiter/innen einen großen Motivationsschub – und kann außerdem motivierend für das ganze Team sein. 

Lob könnte zum Beispiel zum festen Bestandteil des Arbeitsalltags werden, sollte jedoch immer ehrlich bleiben und nicht nur leere Worte. Viele Unternehmen praktizieren sogar ein regelmäßiges “Cheers for Peers”, bei dem sich Mitarbeiter/innen untereinander Lob und Anerkennung aussprechen für besonders tolle Leistungen oder ganz einfach allgemein gute Zusammenarbeit. 

Tipp 2: Mitarbeiter/innen wollen gehört werden: Feedback ernst nehmen! 

Mitarbeiter/innen wollen, dass man sie und ihr Feedback ernst nimmt und dass sie das Unternehmen auch mitgestalten können. Deshalb sollten sie die Möglichkeit haben, an bestimmten Prozessen teilzunehmen und deshalb auch Feedback zu geben, das ernst genommen wird. Hier bieten sich Mitarbeiterumfragen an, die regelmäßig durchgeführt werden sollten und möglichst auch anonym, damit sich Mitarbeiter/innen kein Blatt vor den Mund nehmen. Dies ist nicht nur gut für die Mitarbeitermotivation, sondern auch für das Unternehmen selbst – man bekommt neue Sichtweisen und neue Ideen, die dem ganzen Unternehmen helfen könnten.

Tipp 3: Sozialer Zusammenhalt, Teambuilding & Gesundheitsmanagement

Auch sozialer Zusammenhalt in einem Unternehmen steigert die Motivation von Arbeitnehmer/innen, da sie dann gerne in die Arbeit gehen und es nicht als Verpflichtung sehen. Das Wir-Gefühl ist extrem wichtig und die Identifikation mit dem Unternehmen an sich, nicht nur mit dem Job. Eine gut durchdachte und ausgeführte Mitarbeiterbindung ist hier unabdingbar. Einige Beispiele für die Stärkung des sozialen Zusammenhalts sind zum Beispiel Teambuilding-Veranstaltungen, wie kleine Festlichkeiten zu besonderen Anlässen (z.B. 10-jähriges Jubiläum des Unternehmens, der tausendste Kunde, gute Reviews, etc.) oder sogar Teambuildung-Wochenenden mit sozialen Aktivitäten. 

Du wirst sehen, das hebt die Stimmung im Unternehmen ungemein! Damit verbunden ist auch ein gutes Gesundheitsmanagement, das nicht nur die mentale, sondern auch die physische Gesundheit steigert. Um motiviert und effizient zu bleiben, ist die Gesundheit der Mitarbeiter/innen wichtig. Hier kann man zum Beispiel Gesundheits- und Sportangebote einrichten für die Arbeitnehmer/innen: Vergünstigungen bei Fitnessstudios, unternehmensinterne Sportklassen (z.B. Yoga am Morgen), gesunde Mittagspause, etc. 

Tipp 4: Flexibilität, Autonomie und eine gute Work-Life-Balance 

9 to 5 ist Vergangenheit – denn flexible Arbeitszeiten sind der Trend. Viele Arbeitnehmer/innen wünschen sich mehr Flexibilität bei der Einteilung ihrer Arbeitszeiten und wollen individuelle Arbeitszeitmodelle. Wenn Mitarbeiter/innen mehr Handlungsfreiraum bei der Arbeitsplanung haben, wird auch die intrinsische Motivation gefördert. Hierzu zählt auch eine gesunde und ausgeglichene Work-Life-Balance, die durch Gleitzeitsystem und Home Office erreicht werden kann. So haben Mitarbeiter/innen mehr Zeit für Familie, Freunde und Freizeitaktivitäten – was auch Motivation für den Arbeitstag schafft! 

Außerdem ist Autonomie an sich ein wichtiger Faktor für die Motivation von Arbeitnehmer/innen: es wird geschätzt, wenn Führungskräfte und Kollegen/Innen so viel Vertrauen haben, dass man ihnen Spielraum lässt bei der Erfüllung von Arbeitsaufgaben. So kann er/sie Fachwissen einbringen und sich so auch beweisen. 

Tipp 5: Führungsstil und Kommunikation 

Oft ist eine schlechte Mitarbeiterführung dafür verantwortlich, dass Mitarbeiter/innen ihren Arbeitsplatz wechseln oder unzufrieden sind. In sehr vielen Unternehmen findet man noch einen hierarchischen, recht traditionellen Führungsstil, bei dem die Anweisungen vom Vorgesetzten kommen und Mitarbeiter/innen diesen zu folgen haben. Dieser autoritäre Umgang ist jedoch schädlich für Kreativität und Eigeninitiative. Dies wirkt sich natürlich auf die Motivation der Mitarbeiter/innen aus. 

Man sollte möglichst viele verschiedene Menschen in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen und diese Entscheidungen auch transparent machen. Eine gute und offene Kommunikation ist das A und O eines erfolgreichen Unternehmens, zu dem sich Mitarbeiter/innen verbunden fühlen. Hier sind schon kleine Dinge eine große Hilfe: hast du zum Beispiel schon einmal daran gedacht ein unternehmensweites Meeting am Montag zu organisieren, bei dem jedes Team ein Update zum Arbeitsalltag gibt und so alle Mitarbeiter/innen miteinbezogen werden in den Arbeitsalltag anderer Kollegen/innen? 

Fluktuation runter, Motivation hoch! 

Man muss sich klar werden, dass ein Unternehmen ohne die Menschen, die dort arbeiten, nichts ist. Deshalb sind glückliche und motivierte Mitarbeiter/innen ein großes Asset von erfolgreichen Unternehmen. Man sollte sich deshalb gut um seine Mitarbeiter/innen kümmern – anhand der von uns aufgezeigten einfachen Tipps geht das ganz leicht und man wird schnell eine Verbesserung der Mitarbeitermotivation feststellen. Deshalb: Lob deine Mitarbeiter/innen! Höre ihnen zu und nimm sie ernst! Gib ihnen Freiräume, in denen sie sich entfalten können und autonom entscheiden können! Du wirst sehen, dass das einen großen Unterschied macht.

Tamara verstärkt seit März 2019 das deutsche Content-Team und kümmert sich um den deutschsprachigen Auftritt von Recruitee. Ihre Interessen liegen neben Sprache auch in neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet des Technologierechts.
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