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Mit Mobile Recruiting zu mehr Bewerbern – so geht’s

Inzwischen können wir schon fast alles mit dem Smartphone erledigen – Flüge buchen, online einkaufen, selbst Geld überweisen. Warum kann man sich nicht auch mobil beim Traumarbeitgeber bewerben? Genau das machen jetzt immer mehr Jobsuchende. Sie suchen auf ihren mobilen Endgeräten nach Stellenangeboten, informieren sich über Unternehmen und schicken sogar ihre Bewerbung ab. Einen Begriff gibt es dafür auch schon: Mobile Recruiting. 

Vielmehr als nur ein Trend, ist Mobile Recruiting die logische Konsequenz aus unserem Nutzerverhalten. 80 % aller Deutschen nutzen bereits ein Smartphone und drei von vier können sich ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen. Mobile Geräte haben PCs und Laptops, auch was die Internetnutzung angeht, abgelöst. In den letzten sieben Jahren ist der mobile Datenverkehr um 222 % angestiegen. 

Unternehmen, die sich im War for Talents behaupten wollen, kommen um die mobile Personalbeschaffung nicht mehr herum. In diesem Beitrag erfährst du, welche Fakten dafür sprechen, worin die Notwendigkeit liegt und was in deinem Mobile Recruiting Arsenal jetzt nicht fehlen darf. 

Was ist Mobile Recruiting?

Damit wird grundsätzlich die Nutzung mobiler Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, für die Personalbeschaffung bezeichnet. Die Voraussetzung ist, dass Karriere-Websites, Stellenangebote, sowie der Bewerbungsprozess an sich für den mobilen Zugriff optimiert sind. Ist dies der Fall, können Interessenten ad hoc und von überall aus nach Stellen suchen und sich bewerben.  

Mobile Recruiting bedeutet aber auch, dass Recruiterinnen und Recruiter mithilfe von Recruiting Software wie Recruitee den Personalbeschaffungsprozess von überall her steuern und überwachen können. Sie sind nicht mehr an ihren Schreibtisch im Unternehmen gebunden und können flexibel mit interessierten Kandidatinnen und Kandidaten kommunizieren. 

Die Fakten sprechen fĂĽr Mobile Recruiting

Nicht alle Unternehmen sind bereits auf den Zug aufgesprungen. Viele stehen dem Thema noch skeptisch gegenüber und scheuen sich vor zusätzlichen Kosten und dem technischen Aufwand. Diese Skepsis sollte schnell verschwinden, wenn man sich die Ergebnisse einer Studie von Monster mit den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Bamberg aus dem Jahr 2019 ansieht. Darin wurden Personalverantwortliche der Top 1.000 Unternehmen in Deutschland, sowie über 3.300 Kandidatinnen und Kandidaten zu Recruiting Trends befragt. 

  • 77 % der Unternehmen geben an, dass Mobile Recruiting einen hohen Stellenwert fĂĽr interessierte Talente hat und 84 % sind ĂĽberzeugt, dass es in Zukunft immer wichtiger wird. 
  • 75 % der Firmen glauben, dass sie potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten verlieren, wenn sie keine mobilen Bewerbungsoptionen anbieten.
  • 2 von 4 der befragten Kandidatinnen und Kandidaten sind gegenĂĽber Mobile Recruiting aufgeschlossen.
  • Mehr als ein Viertel der Befragten bewirbt sich schon häufig direkt ĂĽber das Smartphone oder Tablet. 
  • Die Hälfte aller Befragten gaben an, dass ihnen die mobile Bewerbung viel Zeit spart und sie sich effizienter bewerben können. 
  • 7 von 10 Befragten finden es gut, wenn Unternehmen ihre Karriere-Website, Online-Stellenanzeigen und Bewerbungsformulare zur Darstellung auf mobilen Endgeräten optimieren.
  • Eine/r von 10 Befragten bewirbt sich sogar ĂĽberhaupt nicht mehr bei Unternehmen, wenn ein fĂĽr mobile Endgeräte optimierter Bewerbungsprozess fehlt.

Vom Trend zur Notwendigkeit

Die Studienergebnisse sprechen also klar für eine Wende hin zum mobilen Recruiting. Aber es gibt noch weitere Gründe, die erklären, warum es jetzt zur Notwendigkeit für Unternehmen wird. 

Junge Generationen ansprechen 

Immer weniger junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben zuhause ein Endgerät mit Tastatur. Nur noch 73 % der Generation Z nutzen im Privatleben häufig einen PC oder Laptop. Wofür auch, wenn theoretisch alles mit Smartphones und Tablets erledigt werden kann. 

Die Digital Natives hegen also schon lange das Bedürfnis nach mobilen Lösungen. Mobile Recruiting erfüllt diese endlich und schafft damit eine positive mobile Candidate Experience. Für Unternehmen, die sich dagegen sträuben, bedeutet dies, dass sie auf Dauer den Kontakt zu jungen Generationen und damit zu wichtigen, qualifizierten Talenten verlieren werden. 

Mehr Bewerbungen generieren 

Die Zeiten, in denen die Bewerbungen den Unternehmen nur so ins Haus flatterten, sind dank des War for Talents vorbei. Firmen suchen jetzt nach Möglichkeiten mehr Bewerbungen zu generieren und Mobile Recruiting ist eine Lösung dafür. Stellenangebote haben dadurch eine höhere Reichweite und die Hürde zur Bewerbung wird deutlich verringert. Es geht einfach schneller, sich über das Smartphone zu bewerben während man mit der Bahn fährt, als sich zuhause vor den PC setzen zu müssen. 

Arbeitgebermarke stärken 

Welchen Eindruck macht es wohl, wenn die Karriere-Website auf dem Smartphone nicht richtig angezeigt wird und sich die Bewerberinnen und Bewerber mühsam durch unzählige Felder im Bewerbungsformular quälen müssen. Sicher keinen guten. Wenn alles für den mobilen Gebrauch angepasst ist, wirkt das hingegen zeitgemäß und innovativ. Kandidatinnen und Kandidaten gewinnen einen positiven Eindruck vom Unternehmen und das Employer Branding wird gestärkt. 

Was gehört zum Mobile Recruiting?

Jedes Unternehmen steht irgendwann vor der Frage, wie die mobile Personalbeschaffung konkret umgesetzt werden soll. Welche Kanäle und Maßnahmen gehören dazu? Darauf möchten wir hier eingehen.  

Mobile Karriere-Website

Ganze 43 % der befragten Unternehmen einer Studie haben ihren Online-Auftritt noch in keinster Weise mobil optimiert. Dabei sollte eine mobile Karriere-Website das erste sein, worauf sich Firmen konzentrieren. Deine Website muss in einem plattformübergreifenden, responsive Design gestaltet sein, das ihr zu variabler Größe verhilft. Dadurch passt sich deine Seite in ihrer Darstellung an das entsprechende Endgerät an und die Funktionalität bleibt vollkommen erhalten. Ohne das responsive Design ist deine Internetseite heute nicht mehr zeitgemäß. 

Mobile Stellenanzeige

Das gleich gilt für deine Stellenanzeigen. Wenn diese nur als PDF abrufbar sind, ist das sehr umständlich für interessierte Bewerberinnen und Bewerber. Deine Anzeige sollte sich flexibel an die unterschiedlichen Bildschirmgrößen anpassen, sodass der Text immer gut lesbar ist und auch enthaltene Bilder und Videos richtig dargestellt werden. 

Kandidatinnen und Kandidaten suchen auch oft auf Online-Jobbörsen, wie Indeed, StepStone oder Monster, nach aktuellen Stellenangeboten. Diese sind glücklicherweise schon vollkommen auf mobile Besucher eingestellt. 

Auftritt in den sozialen Netzwerken

Mobile Recruiting ist in vieler Hinsicht auch Social Media Recruiting. Facebook, Instagram, LinkedIn, Xing & Co. sind genau die Plattformen, auf denen Talente täglich viel Zeit verbringen – besonders unterwegs auf dem Smartphone. Mit einem attraktiven Unternehmensprofil, sowie regelmäßig veröffentlichten Inhalten, schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du erreichst mehr potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten und deine Inhalte sind automatisch für mobile Endgeräte optimiert.  

Mobiler Bewerbungsprozess 

Ein langes, unübersichtliches Bewerbungsformular ist eine große Hemmschwelle für Bewerberinnen und Bewerber. Laut einer StepStone-Umfrage bevorzugen viele lieber andere Möglichkeiten der Bewerbung. Ganze 76 % wünschen sich One-Click-Bewerbungen und 71 % möchten sich am liebsten mit einem bestehenden Online-Profil bewerben. 

Es liegt nun an den Unternehmen dies umzusetzen. Dafür müssen mitunter alteingesessene Überzeugungen aufgelockert werden. Braucht man wirklich ein Anschreiben, um die erste Auswahl an Kandidatinnen und Kandidaten zu treffen?     

Apps

Die Recruiting Studie hat klar gezeigt, dass die Mehrheit der Kandidatinnen und Kandidaten die Bereitstellung von Apps durch Firmen und Online-Stellenbörsen begrüßt. Sie schätzen besonders die Möglichkeiten, sich über das Unternehmen zu informieren, nach offenen Stellen zu suchen und den Status der Bewerbung zu verfolgen. Darüber hinaus erhoffen sich die Bewerberinnen und Bewerber eine direkte Kontaktmöglichkeit (z. B. via WhatsApp oder Skype) zur zuständigen Mitarbeiterin oder Mitarbeiter aus der jeweiligen Personalabteilung.

Die Entwicklung einer eigenen App ist natürlich mit nicht unerheblichen Kosten und Aufwand verbunden. Deshalb lohnt sich diese Investition meist nur für große Unternehmen, die ständig offene Positionen und einen hohen Bedarf an Bewerbungen haben. 

Mobile Recruiting Software

Deine Recruiting Software ist das Herzstück deines Personalbeschaffungsprozesses. Idealerweise vereinfacht sie deine Aufgaben und spart dir wertvolle Zeit. Auf jeden Fall sollte die Software mobiles Recruiting möglich machen, denn sonst verlaufen deine Versuche, den Bewerbungsprozess mobil zu gestalten, ins Leere. Hier ist eine Auswahl von Funktionen, die deine Recruiting Software anbieten sollte:

  • Baukasten fĂĽr eine Karriere-Website, die automatisch auch fĂĽr Mobilgeräte optimiert ist.
  • One-Click-Bewerbungen. 
  • Integration mit sozialen Netzwerken und Jobbörsen, sodass Stellenanzeigen auf mehreren Kanälen veröffentlicht werden können.
  • Möglichkeiten zur Kollaboration im Team, damit Recruiter/innen und Hiring Manager zusammenarbeiten können.
  • Unkomplizierte Interview-Planung und Video Chat Funktion.
  • Automatisierte E-Mail-Kommunikation mit Kandidatinnen und Kandidaten.
  • Integration mit anderen Programmen und deinen eigenen Systemen via APIs.
  • Tracking und Visualisierung deiner Recruiting KPIs.

Du erkennst sofort, dass eine Recruiting Software auf mobile Personalbeschaffung ausgerichtet ist, wenn sie selbst eine App anbietet. Recruitee’s neue Mobile App ermöglicht es, Recruitern zu jeder Zeit mit Kandidatinnen und Kandidaten in Kontakt zu bleiben und die Personalauswahl voranzutreiben. Und diese App ist nicht nur für Personalerinnen und Personaler gedacht. Auch Hiring Manager können damit den Status von Bewerbungen verfolgen und Feedback zu Vorstellungsgesprächen geben. 

Der erste Schritt zum Mobile Recruiting 

Was solltest du als allererstes tun, wenn du deine Personalbeschaffung mobiler machen willst? Ganz einfach! Bevor du deine Recruiting Software überdenkst oder deine Karriere-Website komplett umbaust, solltest du den Status Quo kennen. Schlüpfe mit deinem eigenen Smartphone in die Rolle einer Bewerberin oder eines Bewerbers und folge dem gesamten Bewerbungsprozess – von der Suche nach offenen Stellen über die Unternehmensinformationen bis hin zum tatsächlichen Versenden der Bewerbung. Was läuft einwandfrei und wo hakt es? So weißt du, wo du ansetzen musst.

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