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So gestaltest du die perfekte Stellenanzeige

Unpersönlich und schwammig oder konkret und individuell? Viele Stellenanzeigen sind in etwa so spannend wie Gesetzestexte. Dabei sollte eine Stellenanzeige die Aufmerksamkeit geeigneter Kandidaten/innen erwecken und diese dazu motivieren sich sofort zu bewerben. Sie müssen natürlich nicht zum Nerven zerreißender Thriller werden, aber kreativ und informativ sollten sie schon sein.

In diesem Artikel erklären wir dir, warum Unternehmen heute nicht auf hochwertige Stellenanzeigen verzichten können, was die wichtigsten Elemente einer Stellenausschreibung sind und wie du diese souverän formulierst. Außerdem geben wir dir Tipps zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und zur optimalen Gestaltung deiner Stellenanzeige.

Warum eine gute Stellenanzeige so wichtig sind

Stellenausschreibungen sind ein essenzieller Teil der Personalrekrutierung. Als Aushängeschild beeinflussen sie dein Employer Branding und vermitteln einen ersten Eindruck von deinem Unternehmen. Und für diesen gibt es, wie bekannt, keine zweite Chance. In den Zeiten des Fachkräftemangels klicken sich Arbeitnehmer durch eine Unmenge von Stellenanzeigen und entscheiden in wenigen Sekunden, ob es sich lohnt weiterzulesen oder nicht. Deine Anzeige muss also hervorstechen und direkt Interesse wecken.

Die Qualität deiner Stellenausschreibung entscheidet quasi darüber, ob du dich als Recruiter nicht vor eingehenden Bewerbungen retten kannst, oder dein Posteingang leider leer bleibt. Wenn du dringend nach einer Neubesetzung suchst, dann kann die zweite Variante schon schnell zum ernsthaften Problem werden. Eine gute Stellenanzeige zu schreiben ist zum Glück kein Hexenwerk. Wir zeigen dir, wie es geht.

Die 6 wichtigsten Elemente einer Stellenanzeige

Der Aufbau einer guten Anzeige erfolgt immer nach dem gleich Schema. Neben dem Titel sollte jede deiner Stellenausschreibungen die folgenden 5 W-Fragen klar beantworten:

  • Wer bist du? – Das Unternehmensprofil
  • Wen suchst du? – Die Stellenbeschreibung
  • Was erwartest du von einem/r Bewerber/in? – Das Anforderungsprofil
  • Was bietest du? – Die Leistungen des Unternehmens
  • Wie kann man sich bewerben? – Das Bewerbungsverfahren

Wir zeigen dir nun, wie du diese sechs wichtigen Elemente meisterst.

Der Titel

Der Jobtitel ist das erste, was potenzielle Bewerber/innen sehen. Er sollte also ein Hingucker sein und kurz und prägnant widerspiegeln, worum es bei dieser Stelle geht. Vermeiden solltest du Floskeln und interne Begriffe, die außerhalb deines Unternehmens niemand verstehen wird.

Überlege dir ein paar Varianten und überprüfe dann deren Suchvolumen bei Google. Wird ein Begriff häufig bei Suchmaschinen eingegeben, dann ist das ein guter Indikator dafür, dass Kandidaten/innen deine Annonce auch finden werden. Google Trends kann dir verraten, wie sich die Popularität bestimmter Begriffe über einen Zeitraum entwickelt hat.

Das Unternehmensprofil

Das Unternehmensprofil sollte Interesse und Neugierde an deiner Firma wecken. Was macht dein Unternehmen so einzigartig? Vermeide auch hier Buzzwords wie international, innovativ, führend, erfolgreich, weltweit. Diese sind inzwischen überall zu finden und haben längst ihre Bedeutung verloren.

Einmal verfasst, kann dein Unternehmensprofil für alle Stellenausschreibungen verwendet werden. Diese Fragen helfen dir bei der Formulierung:

  • In welcher Branche ist dein Unternehmen tätig?
  • Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet dein Unternehmen an?
  • Wie viele Mitarbeiter/innen sind an welchen Standorten beschäftigt?
  • Welche Erfolge kann dein Unternehmen vorweisen?
  • Was macht dein Unternehmen besonders?
  • Wie sieht die Unternehmenskultur aus?
  • Welches Ziel verfolgt dein Unternehmen

Die Stellenbeschreibung

In der Stellenbeschreibung möchtest du deinen potenziellen Kandidaten/innen den neuen Job näher bringen und möglichst genau beschreiben, was auf sie zukommt. Bleibe auch hier möglichst konkret und verzichte auf nichtssagende Floskeln wie “spannende Aufgaben”.

Diese Fragen solltest du in der Stellenbeschreibung beantworten:

  • Ab wann soll die Stelle besetzt werden?
  • Welche Aufgaben gehören zum Verantwortungsbereich der Stelle?
  • Wer ist der/die zukünftige Chef/in?
  • Ist die Stelle mit Führungs- bzw. Personalverantwortung verbunden?
  • An welchem Standort wird der/die neue Mitarbeiter/in eingesetzt?
  • Ist die Stelle mit Reisetätigkeit verbunden?
  • Handelt es sich um eine befristete oder unbefristete Stelle?
  • Teilzeit oder Vollzeit?

Das Anforderungsprofil

Hier beschreibst du, welche Qualifikationen die Bewerber/innen mitbringen sollten. Es hilft oft, vorher im Team zu besprechen, was wirklich wichtig ist, um in dieser Stelle erfolgreich zu sein. Überhöhte und unrealistische Erwartungen können leider schnell geeignete Kandidat/innen abschrecken.

Die Anforderungen sollten auch immer mit den vorher beschriebenen Aufgaben einhergehen. Das heißt, wenn du Erfahrung in der Führung von Mitarbeiter/innen erwartest, dann sollte aus den Aufgaben hervorgehen, warum dies gewünscht ist.

Überlege dir genau, welche Anforderungen die Kandidat/innen auf jeden Fall mitbringen müssen, und welche optional sind. Zähle alle Punkte dann in absteigender Reihenfolge auf, beginnend mit dem wichtigsten. Auch hier gilt es Füllwörter, die viel zu häufig genutzt werden, zu vermeiden, wie zum Beispiel teamfähig, belastbar oder flexibel.

Diese Arten von Anforderungen könntest du auflisten:

  • Bildungsabschlüsse (z. B. Bachelor, Master, abgeschlossene Berufsausbildung)
  • Berufliche Erfahrung (z. B. mindestens 6 Jahre Erfahrung in der Branche)
  • Fachkompetenzen (z. B. zu beherrschende Programmiersprachen)
  • Zusatzqualifikationen (z. B. Erfahrung mit bestimmten Computerprogrammen)
  • Sprachkenntnisse (z. B. fließend Englisch)
  • Führerscheine (z. B. LKW-Führerschein)
  • Soziale Kompetenzen (z. B. Führungserfahrung)

Die Leistungen des Unternehmens

Dieser vorletzte Teil der Stellenanzeige ist nicht mehr zu unterschätzen. Gefragte Fachkräfte schauen immer genauer darauf, was Unternehmen ihnen zu bieten haben. Hier kannst du deine Firma den Bewerber/innen schmackhaft machen.

Beschreibe, warum sich jemand unbedingt bei deinem Unternehmen werben sollte. Welche Vorteile bietest du gegenüber von Mitbewerbern? Diese Punkte könntest du hier ansprechen:

  • Flexible Arbeitszeiten und Arbeitszeitmodelle
  • Kinderbetreuung
  • Karrierechancen
  • Dienstwagen
  • Weiterbildungsangebote
  • Überdurchschnittliches Gehalt
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld, Sonderzahlungen
  • Arbeitsumfeld
  • Besondere Events

Das Bewerbungsverfahren

Am Schluss folgt die klare Aufforderung an die Kandidaten/innen sich zu bewerben. Mache dies so einfach wie möglich. Mit Hilfe einer Recruiting Software wie Recruitee können sich Bewerber/innen übrigens sogar mit nur einem Klick bei dir bewerben.

Diese Fragen solltest du in diesem letzten Teil der Anzeige klären:

  • Bis zu welchem Datum werden Bewerbungen angenommen?
  • Wer ist der/die Ansprechpartner/in im Unternehmen?
  • Wie können Bewerber/innen bei Rückfragen in Kontakt treten und mehr über dein Unternehmen erfahren? (Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Website)
  • Wie sollen sich Kandidaten/innen bewerben? (per Online-Formular, E-Mail)
  • Was sollte in der Bewerbung enthalten sein? (Lebenslauf, Anschreiben, Arbeitsproben, Gehaltsvorstellung, möglicher Eintrittstermin)

Suchst du nach einer Schritt-für-Schritt Anleitung? Eine Stellenanzeige schreiben war noch nie so leicht, dank unseres Blogs.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz beachten

Jede deiner Stellenausschreibungen muss heute mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) konform sein. Das Ziel des Gesetzes ist es, dass niemand aufgrund bestimmter Eigenschaften ausgegrenzt werden kann. Konkrete Angaben oder gar Forderungen an die folgenden Eigenschaften haben in deiner Stellenausschreibung also nichts verloren:

  • Geschlecht
  • Alter
  • ethnische Herkunft
  • Religion/Weltanschauung
  • körperliche/geistige Behinderung
  • sexuelle Identität

Manche Formulierungen fallen auf den ersten Blick gar nicht als diskriminierend auf. Allerdings können Sätze wie “Deutsch als Muttersprache” oder “wir suchen ein junges Team” schon so gedeutet werden. Sei hier besonders vorsichtig.

Generell solltest du alle Stellenausschreibungen geschlechtsneutral formulieren. Das erreichst du, indem du hinter die maskuline Form der Berufsbezeichnung das Kürzel m/w/d (männlich/weiblich/divers) anhängst.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann verfolge den Trend der anonymisierten Bewerbung. Dabei werden Informationen wie Name, Familienstand, Geburtsdatum, und Bewerbungsfoto nicht mehr verlangt, sodass keine Rückschlüsse auf die Person möglich sind.

Die Stellenanzeige optimal gestalten

Nun hast du den reinen Text deiner Stellenausschreibung formuliert. Wenn du ihn jetzt richtig strukturierst und mit Bildern und Videos kombinierst, wird deine Anzeige um einiges ansprechender. Eine Eye-Tracking-Studie hat gezeigt, worauf Bewerber/innen beim Lesen wirklich achten. Hier sind die wichtigsten Tipps zur Gestaltung:

Text optimal aufteilen

Erstens gilt es hier den Text möglichst lesbar zu machen. Viele Menschen neigen dazu Text nur zu überfliegen. Du kannst dies einfacher machen, indem du folgendes beachtest.

Zweitens – beginne damit den Jobtitel am besten mittig über dem Rest der Anzeige zu positionieren, damit er dort am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Schlussendlich kannst du auf ein Format in zwei Spalten zurückgreifen um den Textfluss übersichtlicher zu gestalten. Beachte hier, dass die linke Spalte immer mehr Aufmerksamkeit bekommt als die rechte. Denn das hat mit unserer Leserichtung von links nach rechts zu tun.

Wähle eine gute Mischung aus Fließtext und Aufzählungspunkten. Aufgaben und Anforderungen lassen sich besonders gut als Stichpunkte darstellen, während die Vorstellung des Unternehmens eher im Fließtext besser funktioniert.

Bilder richtig verwenden

Dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte trifft immer noch zu. Verwende allerdings lieber ein oder zwei große Bilder als mehrere kleine und platziere diese im oberen Bereich deiner Anzeige.

Vergiss auch nicht dein Firmenlogo zu zeigen. Denn dies erlangt die meiste Aufmerksamkeit, wenn es oben links platziert wird. Ein Bild mit mehreren Personen, am besten sogar realen Mitarbeiter/innen, kommt sehr gut an und hilft den Charakter des Unternehmens in der Stellenanzeige darzustellen.

Videos sagen mehr

Auch bewegte Bilder gehören heutzutage nicht nur dazu, sie werden inzwischen schon von vielen erwartet. Mit einem Video kannst du einfacher komplexe Informationen in kurzer Zeit vermitteln und sogar Emotionen wecken. Hat dein Unternehmen schon einen Imagefilm, der die Firma und das Arbeiten dort vorstellt? Perfekt. Dann kannst du diesen direkt in deine Stellenausschreibung integrieren. Besonders in den sozialen Medien gewinnst du so mehr Aufmerksamkeit.

Damit dein Recruiting Video zum Erfolg führt, sollte es:

  • Wichtige Informationen über das Unternehmen und die Position vermitteln.
  • Ein authentisches Bild deines Unternehmens und der Arbeitsstelle zeigen.
  • Echte Mitarbeiter/innen zeigen.
  • Auch Unterhaltungswert besitzen.
  • Dies sollte nicht länger als 2 Minuten sein.
  • Nicht wie Produktwerbung aussehen.

Die Stellenanzeige fortlaufend optimieren

Nun kennst du die wichtigsten Elemente einer Stellenanzeige und weißt, wie du sie am besten gestaltest. Damit bist du vielen Recruitern voraus. Jedoch solltest du dich nicht darauf ausruhen. Um wirklich immer die Nase vorn zu haben, kannst du deine Stellenausschreibungen noch weiter optimieren. Also experimentiere, zum Beispiel, mit verschiedenen Bildern und Jobtiteln, um herauszufinden, welche die besten Ergebnisse liefern.

Außerdem kannst du auch mal auf die Stellenanzeige deiner Konkurrenten schauen. So bekommst du ein Gefühl dafür, was in deiner Branche im Moment funktioniert. Eventuell kannst du dir den einen oder anderen Tipp abschauen. Dann entwickelst du mit etwas Übung dich vielleicht sogar zum internen Experten für die Anzeigenoptimierung.Fragst du dich nun, wo du deine Anzeige am besten veröffentlichst? Hier sind 9 Jobbörsen für kostenlose Stellenanzeige.

 

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