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Recruiting-Strategie: 7 effektive Methoden, die zum Erfolg führen

Nur knapp die Hälfte der HR-Teams von multinationalen Unternehmen verfügt über die notwendigen Informationen, um gute Einstellungsentscheidungen zu treffen. Viele Probleme entstehen als Folge einer ineffizienten Recruiting-Strategie bzw. Sourcing-Strategien. Wenn man nicht die richtigen Informationen sammelt, Kandidaten/innen nicht auf die richtige Weise anspricht und nicht konsequent kommuniziert, kann dies zu schlechten Rekrutierungsergebnissen deiner Bewerbersuche führen. Viele Unternehmen nennen die Verbesserung ihrer Recruiting-Strategien und Sourcing-Konzepte als oberste Priorität. Dennoch kann es eine der schwierigsten Aufgaben sein, sie umzusetzen. 

Da die jüngeren Generationen den Großteil der Belegschaft ausmachen, ist die Attraktivität für Millennials und die Generation Z zu einem Schlüsselfaktor einer Sourcing-Strategie geworden. Die Techniken, die in der Vergangenheit bei den Babyboomern funktioniert haben, sind bei Generation Y und Z überhaupt nicht effektiv. Um mitzuhalten, muss das HR-Team proaktiv statt reaktiv sein, und es muss hart daran arbeiten, eine exzellente Recruiting-Strategie zu entwickeln. 

Eine gute Rekrutierung beginnt mit einer soliden Sourcing-Strategie

Unter Sourcing bzw. Bewerbersuche versteht man die Suche und Ansprache potenzieller Mitarbeiter/innen, um offene Stellen in deinem Unternehmen zu füllen. Einige Recruiter geben an, dass sie nervös sind, wenn sie auf Leute zugehen, die vielleicht nicht auf der Suche nach einem Job sind. 

Doch diese Angst ist eigentlich völlig unbegründet: nach Analysen von LinkedIn behaupten fast 90% der Leute, dass sie immer daran interessiert sind, über neue Möglichkeiten zu lernen. Außerdem behaupten viele erfolgreich rekrutierte Kandidaten/innen, dass sie bei ihrer Einstellung nicht einmal nach einem neuen Job gesucht haben. 

Sourcing und aktive Bewerbersuche (auch Direktansprache genannt) ist ein entscheidender Teil des Einstellungsprozesses in der heutigen Zeit. Das Ziel sollte sein, dies mit einem Minimum an investierter Zeit und Geld zu erreichen. Um eine wirklich effektive Recruiting-Strategie zu haben, sollte man deshalb eine effektive Sourcing-Strategie haben. 

Warum ist das Sourcing von Kandidaten/innen so schwierig?

Es gibt so viele Hürden, die Recruitingteams überwinden müssen, um die richtigen Kandidaten/innen zu finden. Um den/die perfekte/n Kandidaten/Kandidatin für eine Position zu finden, musst du dir wirklich bewusst sein, was die Position beinhaltet. Dies kann in einem großen Unternehmen mit Hunderten von verschiedenen Rollen und Stellenbeschreibungen eine überwältigende Aufgabe sein. Sobald du den Personalbedarf deines Unternehmens gemeistert hast, musst du die besten Plattformen für die Gewinnung von Kandidaten/innen finden.

Es kann sein, dass du eine sehr geringe Anzahl von Kandidaten/innen in deinem Talent Pool hast, und die, die du hast, sind wahrscheinlich schwierig um für ein Vorstellungsgespräch einzuladen. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass deine Top-Auswahl auch die Top-Auswahl deiner konkurrierenden Unternehmen ist. Man ist also immer einem harten Wettbewerb ausgesetzt. 

Das Unternehmen muss die Rollen so schnell wie möglich besetzen, aber du weißt, dass Bewerbersuche, Rekrutierung und Einstellung ein langwieriger Prozess ist, der um so schwieriger wird, wenn es auch nur irgendeine Art von Verwirrung über die richtigen Metriken für die Einstellung auf verschiedenen Ebenen gibt. 

Die Personalabteilungen und Rekrutierungsteams sind mit all diesen Problemen und noch ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Wie kannst du sie also überwinden, um die besten Kandidaten/innen zu finden und ein wirklich großartiges Team aufzubauen?

Wir haben für dich die wichtigsten Elemente für eine solide Recruiting-Strategie zusammengefasst:

1. Sourcing und Recruiting trennen!

Während du vielleicht denkst, dass diese beiden Rollen im Wesentlichen gleich sind, sind sie es nicht wirklich. Die für das Sourcing bzw. die aktive Bewerbersuche verantwortlichen Personen sind diejenigen, die nach neuen Kandidaten/innen suchen und sie für die verschiedenen verfügbaren Rollen qualifizieren. 

Auf der anderen Seite sind die Recruiter diejenigen, die den Prozess übernehmen, sobald ein/e interessante/r potenzielle/r neue/r Mitarbeiter/in für die Position geeignet ist. Sie sind für den Abschluss des durch das Sourcing initiierten Deals verantwortlich.

Kleine Rekrutierungsteams können Leute haben, die beide Rollen übernehmen und sowohl das Sourcing als auch die Rekrutierung durchführen. Doch selbst wenn dies der Fall ist, müssen sie die Unterschiede zwischen diesen beiden Funktionen erkennen. Größere Teams sollten diese Rollen auf jeden Fall aufteilen, da sie unterschiedliche Schwerpunkte und unterschiedliche Denkweisen erfordern. 

2. Du benötigst ein tiefes Verständnis für die Jobanforderungen

Bevor du mit dem Sourcing beginnst, solltest du und dein Team euch zusammensetzen und alle Anforderungen der offenen Stellen besprechen. Dies kann bedeuten, dass du einige Zeit in der jeweiligen Abteilung verbringst und Gespräche mit den Mitgliedern der Geschäftsleitung und allen Mitarbeiter/innen führen musst, die direkt mit dem/der neuen Mitarbeiter/in arbeiten werden. Indem du nicht nur einen schnellen Blick auf die aufgelisteten Jobanforderungen wirfst, sondern die Rolle wirklich erkundest, kannst du Kandidaten/innen finden, die besser auf die Arbeitsabläufe im Team abgestimmt sind. 

Die Gespräche mit dem Management-Team helfen dir dabei, die Persönlichkeit zu verstehen, die für die Rolle am besten geeignet ist. Außerdem erfährst du, ob deine Abteilungen nach Kandidaten/innen suchen, die gefördert oder ausgebildet werden können, um schließlich in andere Rollen innerhalb des Unternehmens zu wechseln. Dieses Verständnis für die Anforderungen der Rolle wird alle auf der gleichen Wellenlänge halten. 

3. Suche innerhalb früherer Kandidaten/innen

Ein guter Anfangspunkt für deine Recruiting-Strategie liegt bei den bisherigen Kandidaten/innen. Hoffentlich hattest du beim letzten Mal, als du diese spezielle Rolle ausgefüllt hast, eine Handvoll wirklich großartiger Kandidaten/innen, die du als die Silbermedaillengewinner einstufen würdest (vorausgesetzt, du konntest bei der letzten Gelegenheit schon den/die perfekte/n Kandidaten/Kandidatin einstellen). Das sind alles Leute, die wirklich gut gepasst haben, aber es einfach nicht in die Endrunde geschafft haben, aus welchem Grund auch immer. 

Du solltest es so sehen: Als du die Stelle das letzte Mal ausgeschrieben hast, hattest du vielleicht 300 Bewerber/innen. Du hast vielleicht 50 dieser Bewerber/innen interviewt haben, von denen 10 in die Endauswahl gekommen sind. Dann hast du eine/n dieser zehn eingestellt und neun hochqualifizierte Kandidaten/innen sind übrig geblieben. Wo sind diese neun Kandidaten/innen jetzt? Wie viele von ihnen sind daran interessiert, deinem Unternehmen ein weitere Chance zu geben?

Nimm deshalb Kontakt zu diesen ehemaligen Kandidaten/innen auf, um zu sehen, ob sie Interesse an den freien Stellen haben. Erinnere dich an die Statistiken von oben: fast jeder ist gewillt, von einer neuen Beschäftigungsmöglichkeit zu hören, auch wenn er/sie derzeit nicht auf der Suche nach einem neuen Job ist.

4. Erstelle ein Pipeline 

Ein smartes Rekrutierungsteam denkt immer an die zukünftigen Bedürfnisse des Unternehmens, was bedeutet, dass sie bei jeder Personalsuche die Daten ihrer Kandidaten/innen in einem Rekrutierungstool wie Recruitee speichern. So entsteht eine Datenbank oder eine Pipeline, auf die jedes Mal zugegriffen werden kann, wenn ein Bedarf im Unternehmen besteht.

Das Tolle an der Erstellung dieser Pipeline ist, dass du deine Sourcing-Arbeit nur einmal machen musst! Das macht so einen Talent Pool voll interessanter Kandidaten/innen zu einem kritischen Element in deiner Recruiting-Strategie. Du findest einen potentiellen Kandidaten/innen und speicherst sie in deiner Datenbank, was bedeutet, dass du nie wieder nach diesem/dieser bestimmten Kandidaten/Kandidatin suchen musst. Denn du hast ihre Informationen und deine Beurteilungen und Evaluationen bereits. Und wer weiß – vielleicht passt er/sie zu einer neuen freien Stelle! 

5. Nie mit dem Sourcing aufhören 

Jetzt, da du die Bedeutung der Bewerbersuche verstehst und du deine Pipeline für die Speicherung potentieller Mitarbeiterinformationen aufgebaut hast, solltest du nie mit deinem Sourcing aufhören. Mache es zur Richtlinie des Teams, dass deine Recruiter immer auf der Suche nach neuen Kandidaten/innen sind.

Dies ist eine ausgezeichnete Technik, unabhängig davon, ob du aktuelle Jobangebote hast oder nicht. Immer wenn du dich mit einer Person triffst oder mit ihr sprichst, die das Potenzial hat, ein/e hervorragende/r Kandidat/Kandidatin zu sein, gibst du deine Rekrutierungsinformationen an sie weiter oder schickst ihnen einen Link zu einer Einstellungsbewertung. Trainiere alle Mitglieder deines Rekrutierungsteams, damit sie das Sourcing und die aktive Bewerbersuche immer im Hinterkopf behalten. 

Wenn du einen Blick auf die Pläne deines Unternehmens für zukünftiges Wachstum wirfst, wirst du sehen, dass du nur durch ständiges Sourcing mit den Anforderungen Schritt halten kannst. Wenn du dem Personalbedarf deines Unternehmens immer einen Schritt voraus bist, wird dein Rekrutierungsteams nie die Dringlichkeit spüren, die mit zu vielen leeren Stellen und nicht genügend geeigneten Kandidaten/innen einhergeht. 

6. Manuelle Aufgaben rund um das Sourcing automatisieren

Es gibt viele Abkürzungen, die du beim Sourcing nehmen kannst, aber nicht alle sind empfehlenswert. Zeit und Energie in die Suche nach den richtigen Leuten am Anfang zu investieren, kann sich später mit hochqualitativen und engagierten Kandidaten/innen auszahlen.

Es gibt jedoch einige einfache Möglichkeiten, das manuelle Kopieren und Einfügen von Profilen sowie das Herunter- und Hochladen von Lebensläufen zu vermeiden. Verwende eine Sourcing-Erweiterung, die sich mit deinem ATS verbindet, um Zeit zu sparen, wenn du auf LinkedIn, Facebook oder einer anderen sozialen Plattform suchst.

7. Arbeite am Aufbau einer Marke

Teil einer guten Recruiting-Strategie ist es, eine überzeugende Unternehmensmarke zu haben. Dies wird dir helfen, Talente für dein Unternehmen zu gewinnen, genauso wie deine Marketingmaßnahmen Kunden oder Klienten anzieht. Denn man liest in vielen Berichten und Statistiken, dass Menschen gerne für ein Unternehmen arbeiten, zu dem sie sich emotional verbunden fühlen.

Der einzige Weg, diese emotionale Verbindung aufzubauen, ist durch das richtige Branding. Du musst dabei helfen, eine Unternehmenskultur aufzubauen, die hochrangige Talente anzieht, und dann einen Weg finden, diese Kultur in deinen Rekrutierungsbemühungen zu übertragen. 

Es gibt viele Wege, wie du bei diesem Prozess helfen kannst – soziale Medien können dich hier definitiv unterstützen. Eine starke Online-Präsenz kann das Interesse an deinem Unternehmen wecken, und es kann die helfen, dieses Interesse direkt in deine Sourcing-Pipeline zu lenken. 

Hier sind einige der Plattformen, die für den Sourcing-Prozess am hilfreichsten sind:

  • LinkedIn: Diese Plattform wurde als ein Ort für Fachleute geschaffen, um sich untereinander und mit Unternehmen zu vernetzen. LinkedIn ist der beste Ort, um Interesse an deinem Unternehmen zu wecken; du kannst sogar deine Links zur Einstellungsbewertung direkt auf deiner Firmenprofilseite hinzufügen.
  • Twitter: Viele Unternehmen konnten bereits erfolgreich Chats, Listen und Hashtags zur Markenbildung und für das Sourcing nutzen. 
  • Meetup: Persönliche Veranstaltungen wie Mentoring Sessions und Networking Events können helfen, ein positives Markenimage aufzubauen und sind eine gute Möglichkeit, potenzielle Mitarbeiter zu finden. 

Individuelle Anpassung deiner Kandidaten-Sourcing-Strategien

Es ist gut, sich daran zu erinnern, dass der Aufbau einer erstklassigen Recruiting-Strategie speziell auf dein Unternehmen zugeschnitten ist, denn was für den einen funktioniert, wird nicht immer für den anderen funktionieren. Betrachte Sourcing-Strategien wie Schneeflocken; keine zwei werden jemals gleich sein. 

Deine Organisation hat einzigartige Bedürfnisse, um die verfügbaren Positionen zu besetzen, und deshalb wird sie einzigartige Strategien benötigen, um die geeigneten Mitarbeiter/innen zu finden. Ob dein Unternehmen sich nun stark auf proaktive Rekrutierungsmethoden verlässt oder dazu neigt, Sourcing-Methoden zu fördern, ist nicht so wichtig – es gibt keinen falschen Ansatz!

Message Boards, soziale Medien, Networking-Events – jedes dieser Mittel kann effektiv sein, aber der wahre Maßstab für die Ergebnisse ist ein Unternehmen, das vollständig mit hochwertigen Mitarbeiter/innen besetzt ist. Nutze alle Möglichkeiten und du wirst feststellen, dass deine freien Stellen viel schneller besetzt werden als die der Konkurrenz.

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