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5 Recruiting-Teams, die Teamkommunikation perfekt meistern

Die Zusammenstellung von Recruiting-Teams ist heute ein wachsender Trend bei vielen der größten Unternehmen der Welt. Sie bieten den Unternehmen besondere Vorteile, da sie es ermöglichen, Talente nicht aufgrund individueller Präferenzen oder potenzieller Vorurteile einzustellen, sondern diese Entscheidungen gemeinsam im Team getroffen werden. Dies trägt dazu bei, dass die neu eingestellten Mitarbeiter/innen kulturell zu ihren zukünftigen Teams passen und sich gut in diese einfügen.

Aber Recruiting-Teams bringen ihre eigenen Herausforderungen mit, die es zu überwinden gilt. Vor allem die effektive Kommunikation von Recruiting-Teams ist oft ein Problem für Unternehmen, die eine solche Teamstruktur neu eingeführt haben. Die Kommunikation im Team ist für den Erfolg von kollaborativen Recruiting entscheidend. Um erfolgreich zu sein, verlassen sich viele Unternehmen auf gemeinsame Rahmenbedingungen und Prozesse, um die Arbeit zu erledigen.

In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf fünf Unternehmen, die Recruiting-Teams als Teil ihrer Recruiting-Strategie einsetzen. Zudem untersuchen wir die Prozesse, die diese Unternehmen so erfolgreich machen. Doch zunächst wollen wir uns allgemeine Tipps für die Einrichtung und Aufrechterhaltung einer effektiven Kommunikation in Recruiting-Teams ansehen.

Tipps, um die Kommunikation eines Recruiting-Teams zu managen

Wie bei jeder internen Kommunikationsstrategie, unterscheiden sich die Strategien je nach Unternehmen. Du musst selbst herausfinden, was für dein Unternehmen und deine Recruiting-Teams funktioniert sowie einen Prozess schaffen, auf den du dich in Zukunft verlassen kannst.

Hier sind einige Tipps, die deine Recruiting-Teams nutzen können, um eine effektive Kommunikation aufrechtzuerhalten:

1. Gib dir Mühe. 

Dies mag zwar unverblümt erscheinen, aber in vielen Fällen ist schlechte Kommunikation auf mangelnde Bereitschaft zurückzuführen. Recruiting-Teams setzen sich aus Personen aus verschiedenen Teilen des Unternehmens zusammen. Sie kommunizieren nicht unbedingt auf die gleiche Weise, verstehen die branchenspezifischen Begriffe nicht oder arbeiten nicht auf die gleiche Art und Weise wie die anderen Teamkollegen/-kolleginnen. In diesen Fällen ist es wichtig, in einen offenen Dialog mit jedem Teammitglied zu treten um sicherzustellen, dass sich alle darüber im Klaren sind, was erforderlich ist und was die Ziele sind. Das erfordert Engagement von jedem im Recruiting-Team.

2. Verlasse dich nicht immer nur auf E-Mails.

Häufig verwenden Recruiting-Teams E-Mail als Ersatz für echte Kommunikation. Dies kann ein passives Engagement und eine geringere Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern schaffen. Bemühe dich stattdessen um ein persönliches oder telefonisches Treffen mit deinem Recruiting-Team. Dies wird dir dabei helfen, eine Beziehung zu deinen Arbeitskollegen/Arbeitskolleginnen aufzubauen, die dir langfristig gute Dienste leisten wird. Gerade in Zeiten, in denen vermehrt aus dem Home Office gearbeitet wird, ist es wichtig, weiterhin persönlichen Kontakt in Form von Telefonaten oder Videocalls zu haben.

3. Nicht zu viel kommunizieren. 

Wenn du Prioritäten für das setzt, was für dein Team wichtig ist und diese nur dann kommunizierst, wenn es notwendig ist, hilft das, eine Überflutung an Informationen zu vermeiden. Du solltest merken, welche Art von Informationen für jedes Mitglied deines Recruiting-Teams relevant ist, und Informationen nur dann mitteilen, wenn sie benötigt werden. 

4. Unterstütze offenes Feedback.

Recruiting-Teams sind, wie jede andere Projektgruppe auch, “work in progress”. Das bedeutet, dass die Zusammenarbeit nicht von Anfang an perfekt laufen wird. Um sicherzustellen, dass dein Team in der Lage ist, Mängel zu erkennen und diese effizient zu beheben, ist es wichtig, am Anfang offene Feedback-Richtlinien zu etablieren. Das bedeutet, dass jede/r im Team, unabhängig von der Rolle dazu ermutigt wird, Feedback darüber zu geben, was funktioniert und was nicht funktioniert.

5. Verwende das passende Kommunikationstool.

E-Mail-Kommunikation mag als der einfachste Weg erscheinen, um mit Kollegen und Kolleginnen zu kommunizieren, aber es ist sehr schwierig, so eine umfassende Zusammenarbeit in einem Team zu erreichen. Die Verwendung des richtigen Tools, sei es eine Software für kollaboratives Recruitment wie Recruitee oder eine Plattform wie Slack und Skype, wird die aktive Kommunikation deiner Teammitglieder und die persönliche Zusammenarbeit fördern.

Nachdem wir nun einige Tipps für eine effektive Kommunikation innerhalb von Recruiting-Teams gegeben haben, wollen wir uns nun einige Beispiele von Unternehmen ansehen, die mithilfe von Recruiting-Teams ihrer Recruitingstrategie verwirklichen. 

5 Unternehmen, die ihr Recruitment mit Hilfe von Recruiting-Teams meistern

Recruiting-Teams und kollaboratives Recruitment können viele Formen annehmen – sowohl konventionelle als auch ungewöhnliche. Hier sind fünf Unternehmen, die kollaboratives Recruiting vollständig in ihre Recruitingstrategien integriert haben.

1. Facebook

Facebook müssen wir nicht extra vorstellen. Dieser Social-Media-Riese ist seit langem als Top-Arbeitgeber im Technologiebereich auf der ganzen Welt und als Anlaufstelle für hochqualifizierte Arbeitskräfte bekannt.

Weniger bekannt ist, dass Facebook für den Aufbau dieser leistungsstarken Teams auf kollaboratives Recruiting setzt. Tatsächlich sind Recruiting-Teams eine treibende Kraft hinter dem Wachstum von Facebook in Europa und haben wesentlich dazu beigetragen, dass Facebook Spitzenkräfte finden und an sich binden konnte.

Das EMEA Recruiting-Team von Facebook arbeitet bei der Besetzung von Positionen eng mit den einzelnen Geschäftsbereichen zusammen. Für jede neue Stelle wird das Recruiting-Team mit Programmmanagern/Programmmanagerinnen, Recruitern/Recruiterinnen und Koordinatoren/Koordinatorinnen neu besetzt.

Darüber hinaus hat Julie Zhuo, Leiterin der Abteilung Design bei Facebook, Richtlinien für den Einstellungsprozess geschaffen, sodass die Kandidaten/Kandidatinnen während des Einstellungsprozesses mit mehreren anderen Designern/Designerinnen zusammenarbeiten. Dies hilft bei der Bewertung der Teamdynamik und der sozialen Interaktion zwischen den Kandidaten/Kandidatinnen. Anschließend werden diese Kandidaten/Kandidatinnen dazu ermutigt, die Arbeit der anderen zu bewerten und zu kritisieren. Das trägt dazu bei, dass man feststellen kann, wie gut der/die neue Mitarbeiter/in mit dem restlichen Team zusammenarbeiten kann.

2. Google

Google, ein weiteres Unternehmen, das keiner Einführung bedarf, verfolgt einen traditionelleren Ansatz bei der Einstellung durch kollaborative Zusammenarbeit. Die Kandidaten und Kandidatinnen durchlaufen eine Reihe von Vorstellungsgesprächen, bei denen sie ihre/n zukünftige/n Chef/in kennenlernen, jemanden, mit dem sie arbeiten würden, und jemanden, der/die keine Verbindung zu der Position hat. Dadurch entsteht ein vollständiges 360-Grad-Gesprächserlebnis, welches dem Recruiting-Team ermöglicht, Kandidaten/Kandidatinnen aus der Perspektive verschiedener Mitarbeiter/innen kennen zu lernen.

“Dies sendet ein starkes Signal an Kandidaten und Kandidatinnen, dass Google nicht hierarchisch ist und es hilft auch, Vetternwirtschaft zu verhindern, wenn Manager/innen nur ihre alten Kollegen/innen und Freunde für ihre Teams einstellen”, erklärt Laszlo Bock, Googles ehemaliger SVP der People Operations.

3. Apple 

Apple ist ein bekannter Pionier auf dem Gebiet des kollaborativen Recruiting. Steve Jobs sagte einst: “Wenn wir jemanden einstellen, selbst wenn er/sie im Marketing tätig sein sollte, werde ich ihn/sie mit den Designern/Designerinnen und Ingenieuren/Ingenieurinnen sprechen lassen.”

Seine Begründung? Diese Art der funktionsübergreifenden Einstellung und Kommunikation führt bei der Einstellung neuer Mitarbeiter/innen zu einem Konsens über alle Abteilungen hinweg, anstatt sich auf die Meinung einer Person zu verlassen, die der Position nahe steht.

Diese Philosophie hat sich zu einer Mainstream-Technik entwickelt, die von vielen Recruiting-Teams auf der ganzen Welt eingesetzt wird. Die Idee ist, dass je mehr Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven in den Einstellungsprozess einbezogen werden, desto besser wird die Vorstellung davon, ob diese Person wirklich gut in das Unternehmen passt oder nicht.

4. Zappos

Zappos ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das große Anstrengungen unternimmt, um sicherzustellen, dass es Kandidaten und Kandidatinnen einstellt, die kulturell perfekt zum Unternehmen passen. Das tun sie, indem sie sich auf ihre gesamte Belegschaft stützen, um diese Entscheidung zu treffen. 

Um dir eine Vorstellung davon zu geben, wie sehr sich Zappos für die kulturelle Eignung einsetzt, bieten sie neuen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen 3.000 USD an, um das Unternehmen am Ende ihrer Ausbildung zu verlassen. Dies trägt dazu bei, dass nur die engagiertesten Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen bleiben.

Um potentielle Kandidaten/Kandidatinnen zu überprüfen, setzt Zappos zunächst Recruiting-Teams ein, die kollaborative Interviews durchführen, um allgemeine Qualifikationen zu ermitteln. Wenn die Kandidaten/Kandidatinnen den Eignungstest bestehen, werden sie zu einem “sozialen” Test eingeladen, bei dem sie den Firmencampus besuchen, an Besprechungen und Mittagessen teilnehmen und Veranstaltungen nach der Arbeitszeit besuchen. All dies dient dazu, zu sehen, wie der/die Kandidat/in mit den potentiellen Kollegen/Kolleginnen interagiert. Wenn dem Zappos-Team gefällt, was sie sehen, wird diese Person eingestellt.

5. Menlo Innovations 

Menlo Innovations ist ein US-amerikanisches Softwareentwicklungsunternehmen, das die Dinge mit seiner Belegschaft ein wenig anders angeht. Statt des gängigen Arbeitsstils, bei dem jede/r einen eigenen Computer bekommt, sind die Menlo-Programmierer/innen zu zweit auf einer Arbeitsstation verteilt. Dieser einzigartige Arbeitsstil erfordert ein hohes Maß an Zusammenarbeit und wird bei der Auswahl neuer Mitarbeiter/innen gründlich getestet.

Während des Bewerbungsgesprächs erhalten die Kandidaten/Kandidatinnen eine Arbeitsumfeldssimulation, bei der sie 20 Minuten lang paarweise arbeiten müssen, bevor sie zu einem/einer neuen Partner/in wechseln können. Sie werden gebeten, während des gesamten Prozesses gemeinsam mit jedem Teammitglied eine Aufgabe zu erledigen.

Im Verlauf des Tests beobachtet ein Recruiting-Team, das sich aus bestehenden Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen zusammensetzt, diese Interaktionen und Resultate. Dieses Team trifft dann eine gemeinsame Einstellungsentscheidung. Letztendlich sind es die Mitarbeiter/innen, die die endgültige Einstellungsentscheidung treffen, und nicht die Manager/innen.

Zusammenfassung

Wie du siehst, gibt es viele verschiedene Formen und Arten von Recruiting-Teams Keine bestimmte Art der Zusammenarbeit passt auf jedes Unternehmen. Die Entwicklung effektiver Recruiting-Teams in deinem Unternehmen erfordert eine Versuchs-und-Irrtums-Methode und eine aktive, offene Kommunikation. Wenn man es richtig macht, haben Recruiting-Teams das Potenzial, die Art und Weise, wie du einstellst und wie dein Unternehmen über Talente denkt, dramatisch zu verändern.

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