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15 Recruiting-Trends, die du 2019 nutzen solltest

Dieses Jahr gab es viele Neuerungen im Bereich Recruitment, die auch dein Unternehmen voranbringen können. Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, gab es einen klaren Trend zu mehr Employer Branding, effizienteren Recruiting-Trends, einem besseren Kandidatenerlebnis (auch Candidate Journey genannt) und der Nutzung von Daten und künstlicher Intelligenz.

Und auch die Technologie für diese modernen Bewerbungsprozesse wird immer ausgefeilter. Du kannst also erwarten, dass jeder dieser Trends dieses Jahr noch wichtiger wird.

Aber obwohl moderne Technologien den ganzen Recruitmentprozess so verändert haben, solltest du auch die traditionellen und erprobten Methoden nicht vernachlässigen. Moderne Recruiting-Trends sind eher eine zweite Ebene in der Gesamtstrategie.

Um dich auf 2019 einzustellen, haben wir eine Liste mit den Recruitment-Methoden zusammengestellt, von denen wir denken, dass sie so wichtig sind, dass du sie in deinem Arsenal haben solltest.

15 Recruiting-Trends im Überblick

  1. Sorge für eine attraktive Unternehmenskultur
  2. Stelle interne Kandidaten ein
  3. Etabliere ein Empfehlungsprogramm
  4. Optimiere deine Interviews
  5. Nutze einen RPO
  6. Nutze datenbasiertes Recruitment
  7. Investiere in KI
  8. Werde mobil-freundlich
  9. Schaffe eine starkes Employer Branding (Arbeitgebermarke)
  10. Plane dein Recruitmentmarketing strategisch
  11. Nutze Video-Screening Techniken
  12. Finde ein passendes ATS
  13. Konzentriere dich auf passive Kandidaten
  14. Erstelle zielgruppenorientierte Stellenbeschreibungen
  15. Teste Guerilla-Recruitment

Zunächst einmal schauen wir uns an, wie der Recruitment-Markt zur Zeit aussieht.

Der aktuelle Stand des Arbeitsmarkt

Es sollte jetzt keinen überraschen, dass wir uns mitten in einer massiven demographischen Umwälzung in der Arbeitswelt befinden. Hier sind nur einige Trends, auf die sich Personaler einstellen müssen:

  • Mehr und mehr Baby Boomer gehen in Rente, so dass Fähigkeiten und Erfahrungen insbesondere auf Managementebene und in führenden Positionen fehlen.
  • Generation Z kommt zusammen mit den Millennials auf den Markt.
  • Aber es gibt noch nicht genügend Arbeiternehmer/innen aus diesen Generationen, um Baby Boomer zu ersetzen.
  • Steigende Gig-Economy, in der mehr und mehr Leute als Freelancer oder in kurzen Zeitverträgen arbeiten.
  • Weiterhin zunehmende Automatisierung und Remote-Arbeitsplätze in vielen Industrien.

Als Ergebnis dieser Trends erwarten Personaler einen stärkeren Wettbewerb um die Top-Talente. Ebenso wird es zunehmend um eine bessere Verwaltung der eigenen Ressourcen und Nachfolgen gehen müssen. All dies solltest bei den Recruitment-Strategien dieses Jahr beachten.

1. Sorge für eine Unternehmenskultur, die für gute Leute attraktiv ist

Zuallererst, und vielleicht auch am wichtigsten, ist diese traditionelle Recruitment-Technik: Investiere in eine positive Unternehmenskultur, zu der Leute gehören wollen. Zeit und Ressourcen in die Anwerbung toller Leute zu investieren, ist sinnlos, wenn deine Unternehmenskultur dann die geweckten Erwartungen nicht erfüllt.

Obwohl die Unternehmenskultur nicht klassisch als “Recruitment-Technik” gedacht wird, ist eine starke Unternehmensidentität dennoch ein wichtiger Bestandteil jeder neuen Einstellung. Wenn dein Unternehmen schon eine starke Kultur hat, sollte sich diese auch schon im Bewerbungsprozess zeigen. Wenn das noch eher ein Schwachpunkt ist, überlege dir, wie du mit Leuten in deinem Unternehmen zusammenarbeiten kannst, um diesen kritischen Punkt zu verbessern.

2. Stelle interne Kandidaten und Kandidatinnen ein

Eigentlich denkt man beim Recruitment an externe Kandidaten und Kandidatinnen, aber manchmal sind die richtigen Leute für eine Position schon im Haus. Interne Kandidaten und Kandidatinnen einzustellen kann eine wertvolle Recruitment-Strategie sein, denn diese Leute kennen bereits das Unternehmen, die Kultur und wissen, wie alles funktioniert.

Außerdem zeigt die Beförderung von internen Leuten auch anderen Mitarbeiter/innen, dass deiner Organisation ihr Wachstum und ihre Entwicklung am Herzen liegt. Ein starkes Weiterbildungsprogramm für die Entwicklung, Erfolgsplanung und den Aufstieg ist ein klarer Pluspunkt, der Mitarbeiter/innen und neuen Kandidaten und Kandidatinnen zeigt, dass sie bei dir eine Zukunft haben.

3. Etabliere ein Empfehlungsprogramm

Empfehlungsprogramme für Mitarbeiter sind eine häufige Recruitment-Technik in vielen Unternehmen und optimal, um die Industriekontakte deiner Kolleg/innen zu nutzen. Mit diesen Programmen können Mitarbeiter/innen bei der Besetzung freier Stelle helfen, indem sie qualifizierte Kandidaten und Kandidatinnen empfehlen, für deren Fähigkeiten und Erfahrungen deine Mitarbeiter/innen garantieren können. So kannst du die Vorauswahl bei freien Stellen deutlich beschleunigen und Kandidatenpools nutzen, an die du sonst nicht herangekommen wärst.

Ein Empfehlungsprogramm sollte Anreize und Belohnungen für erfolgreiche Bewerbungen enthalten. Üblicherweise stellt die Personalabteilung eine kurze Übersicht für den internen Gebrauch zusammen, in der erklärt wird, wie das Programm funktioniert, wie Mitarbeiter/innen profitieren können und wie man anfängt.

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4. Überarbeite deine Interviews

Kandidaten/innen zu interviewen ist die häufigste Methode bei Einstellungen, wird aber leider oft schlecht ausgeführt. Interviews sind so alltäglich, dass die meisten Personaler sich kaum noch Gedanken über ihre Fragen machen. Wie jedoch viele moderne Recruiter/innen wissen, sind diese immer gleichen Fragen eher hinderlich, um Kandidaten/innen wirklich kennenzulernen. Und es kommt auch nicht besonders gut bei Bewerber/innen an.

Wenn du es nicht schon gemacht hast, solltest du dir mal deine Interviews ansehen und dir folgende Fragen stellen: Nimmst du dir die Zeit, deine Kandidaten/innen wirklich kennenzulernen? Stellst du die richtigen Fragen, um deine Entscheidung zu treffen? Passt du deine Fragen an jede Position an?

Wenn du diese Fragen mit “nein” beantworten musstest, wird es Zeit, deine Interviewstrategie zu überarbeiten.

5. Stelle ein Unternehmen für Recruitment Process Outsourcing (RPO) ein

Natürlich sind die besten Recruitment-Methoden ideal, aber oftmals haben Unternehmen gar nicht die Ressourcen, diese durchgehend auf hohem Niveau durchzuführen. Wenn du bei einem kleineren Unternehmen arbeitest oder nicht genug Ressourcen hast, die besten Leute zu suchen, auszuwählen und einzustellen, besteht die Möglichkeit, dafür ein Unternehmen anzustellen, welches sich auf Recruitment Process Outsourcing (RPO) spezialisiert hat.

RPOs sind Unternehmen, die du auf Monats- oder Jahresbasis einstellen kannst, damit sie deinen gesamten Bewerbungsprozess übernehmen. Traditionelle Vermittler arbeiten typischerweise nur mit ihren eigenen Kandidaten/innen, während RPOs mit dir zusammenarbeiten und deine Kanäle nutzen, um die besten Bewerber/innen zu finden. Sie bieten eine komplette Recruitment-Strategie an sowie den ganzen Prozess einschließlich der Stellenbeschreibungen, Vorauswahl der Kandidaten/innen, Zusammenarbeit mit den Teamleitern und Verbesserung deiner Arbeitgebermarke. RPOs sind kosteneffizienter als Vermittler, da sie keine Flatrates je nach Einstellungsgehalt berechnen und du auch ständig Zugang zu allen Kandidaten/innen hast, selbst nachdem dein Vertrag mit einer RPO ausgelaufen ist.

6. Datenbasiertes Recruitment

Datenbasiertes Recruitment wird immer wichtiger bei der Umsetzung von smarten Strategien bei der Kandidatensuche und -vorauswahl. Vor allem weil Unternehmen immer mehr auf verschiedene Technologie-Plattformen zurückgreifen, um ihren Recruitment-Prozess zu optimieren. Mit diesen Plattformen können Recruiter die Daten der Kandidaten/innen, Werbeplattformen, Screening-Verfahren, das Onboarding und auch das Talentmanagement sicher verwalten.

Unternehmen sollten deshalb Ideen entwickeln, wie sie mit datenbasiertem Recruiting-Trends ihren Bewerbungsprozess anpassen, verbessern und optimieren können. Für Teams, die auch in der Zukunft flexibel sein wollen, ist das eine Top-Recruitment-Methode.

Using AI is a great recruitment technique to adapt in 2019

7. Investiere in Künstliche Intelligenz

Ebenso wie Daten wird auch von künstlicher Intelligenz (KI) erwartet, dass sie 2019 und in den folgenden Jahren immer wichtiger wird. Mit KI kannst du effizienter arbeiten, indem mühsame und sich wiederholende Tätigkeiten automatisiert werden. Dazu gehören zum Beispiel die Begutachtung von Anschreiben und Lebensläufen, um Kandidaten/innen mit dem meisten Potential auszusortieren. Mit KI können auch alte Stellenbeschreibungen analysiert werden, um herauszufinden, wie man zukünftig möglichst effektiv schreibt.

Außerdem können Unternehmen KIs in Chatbots nutzen, um mit Kandidaten/innen in Kontakt zu bleiben, Termine zu vereinbaren und um andere manuelle Aufgaben zu übernehmen. KI und Big Data haben zunehmende Bedeutung in der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf Recruiting-Trends werden sich dementsprechend noch weiterentwickeln.

8. Mobilfreundliche Recruitment-Strategie

Die meisten Millennials sind bereits auf dem Arbeitsmarkt und Generation Z wird bald folgen, daher sollte die Umsetzung einer mobilfreundlichen Recruitment-Strategie ganz oben auf deiner Prioritätenliste stehen. Die neuen Generationen erwarten, dass sie als Kandidaten/innen auch mobil agieren können. Das fängt bei der Stellenausschreibung an, geht über das Bewerbungsportal und bis ganz zum Ende der Vorauswahl, Kandidaten/innen sollten immer in der Lage sein, alles mit ihrem Mobilgerät zu erledigen. Zum Glück gibt es viele Webseiten und Recruitment-Apps auf dem Markt, die dabei helfen. Dies ist eine der unabdingbaren Recruiting-Trends dieses Jahres!

9. Starkes Employer Branding

Die zunehmende Popularität von Bewertungsseiten für Arbeitgeber/innen wie Glassdoor und die Tendenz sich vor jeder Bewerbung über den Ruf und die Unternehmenskultur zu informieren, macht eine starkes Employer Branding unerlässlich. Dein Unternehmen sollte als spannender und großartiger Arbeitsplatz etabliert sein.

Das kannst du z.B. mit einem angepassten Karrierebereich, Mitarbeiteraussagen, Profilen, einem aktiven Glassdoor-Profil oder Instagram-Seite, die zeigt, wie man bei dir arbeitet, um mehr Einblicke zu gewährleisten. Indem du deine Arbeitgebermarke pflegst, zeigst du Kandidaten/innen, warum sie für dich arbeiten wollen, bevor sie überhaupt zum Interview kommen.

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10. Strategisches Recruitment-Marketing

So wie die Arbeitgebermarke ist auch Recruitment-Marketing eine der Recruiting-Trends, um dein Unternehmen auf effiziente Art und Weise strategisch zu platzieren und zu bewerben. Recruitment-Marketing ist eine Reihe von Strategien, die Unternehmen nutzen, um mögliche Bewerber/innen schon vor den Ausschreibungen zu finden, anzusprechen und den Kontakt zu pflegen.

Klassisches Recruitment-Marketing umfasst die Erstellung von Zielgruppenprofilen, angepasste Inhalte und Werbematerialien, eine Karriereseite, Bewerbung von offenen Stellen, Social Media, Pflege von Talentpools sowie Datensammlungen. Zusammen genommen können diese Recruiting-Trends dabei helfen, einen größeren Pool zu haben, aus dem du offene Stellen besetzen kannst.

11. Bessere Videointerviews und Vorauswahl

Videointerviews sind wunderbar, um das Erlebnis für Kandidaten/innen zu verbessern und geographische Hindernisse zu umgehen. Schließlich muss man nicht mehr jeden Kandidaten und jede Kandidatin ins Büro einladen, da die Qualität von Videointerviews heute so gut ist.

Neben Videointerviews kannst du auch Kandidaten/innen bitten, dass sie sich per Video vorstellen, ihren Lebenslauf einreichen oder Fragen zur Vorauswahl mit z.B. Videoantworten beantworten. So kannst du effizient ein Gefühl für deine Bewerber/innen bekommen und Leute auf der ganzen Welt in Betracht ziehen.

12. Investiere in ein System zur Kandidatennachverfolgung (ATS)

Systeme für die Nachverfolgung von Kandidaten (Applicant Tracking System – ATS) sind ein Must-Have für alle ernsthaften Recruitment-Strategien. Mit einem ATS erhalten Personaler unzählige wichtige Informationen, die sie im ganzen Bewerbungsprozess einsetzen können.

Dein ATS sollte eine zentrale Plattform sein, mit deren Hilfe du immer wieder deine Strategie und andere Programme anpassen kannst. Indem alle Daten der Bewerber/innen im ATS landen, können Personaler sie nicht nur schneller durch den Prozess führen, sondern auch Einsichten aus früheren Einstellungsprozesse für zukünftige nutzen.

Wenn du noch kein ATS hast, sollte das 2019 ganz oben auf deiner Liste stehen.

13. Konzentriere dich auf passive Kandidaten und Kandidatinnen und Talent-Pipelines

Wie wir nun schon mehrmals gesagt haben, wird die Suche nach Top-Talenten, insbesondere für gefragte technische Positionen, dieses Jahr und in Zukunft eine Herausforderung sein. Um dagegen anzugehen, nutzen viele Personaler passive Kandidaten/innen, um zukünftige Vakanzen zu besetzen. Die Idee dahinter ist, aktiv mit qualifizierten Leuten in der Industrie zu sprechen, die eventuell mal daran interessiert sind, das Unternehmen zu wechseln.

Mit diesen Recruiting-Trends etablierst du einen konstanten Austausch mit potentiellen Kandidaten/innen, die vielleicht mal mehr über dein Unternehmen erfahren wollen. Zum Glück kannst du mit Programmen wie einem ATS das einfach bewerkstelligen und bei einer günstigen Gelegenheit bist du bereit.

14. Entwickle offene Stellenbeschreibungen

Wenn du dir in letzter Zeit mal Jobbörsen näher angesehen hast, ist dir vielleicht eine Zunahme bei den abstrakten oder offenen Stellenbeschreibungen aufgefallen. Das sind Anzeigen, die eher informell geschrieben sind und sich eher an bestimmte Persönlichkeiten richten als an spezifische Fähigkeiten oder Erfahrungen.

Mit dieser Recruitment-Technik ermunterst du Kandidaten/innen, sich bei dir zu bewerben, auch wenn sie vielleicht (noch) nicht alle Qualifikationen erfüllen. Oftmals haben Kandidaten/innen die passende Persönlichkeit und die richtige Einstellung für eine Rolle, aber bewerben sich nicht, weil die angegebenen Bedingungen zu strikt sind. Mit offenen Stellenbeschreibungen stellst du sicher, dass diese Rohdiamanten nicht unentdeckt bleiben.

Guerilla marketing can be used as a recruitment method

15. Teste dein Guerilla-Recruitment

Und schließlich solltest du 2019 auch an Guerilla-Recruitment denken. Anders gesagt, überlege aus der Guerilla-Perspektive, mit welchen radikalen Ideen du mit qualifizierten Kandidaten/innen in Kontakt kommst und dich besser präsentierst als deine Konkurrenten. Dazu gehört vielleicht die Suche nach Orten im echten Leben oder im Web, wo deine potentiellen Kandidaten/innen sich gerne aufhalten, um dann dort für dein Unternehmen Werbung zu machen.

Recruitment-Strategieplan für die Zukunft

Sei kreativ und denke auch mal jenseits der altbekannten Pfade, wenn es um deine Recruiting-Trends geht. Schaue kritisch auf deine Auswahlstrategien und den ganzen Bewerbungsprozess. Und schau dich auch im weiteren Feld um; innovative Recruiting-Trends könnten direkt vor deiner Nase sein. Deinen Konkurrenten eine Nasenlänge voraus zu sein, sichert dir die besten Talente 2019!

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