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Teamentwicklung erklärt: Der Weg zu leistungsstarken Teams

September 24, 2019

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Teamentwicklung erklärt: Der Weg zu leistungsstarken Teams

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Ein Team ist mehr als die Summe seiner Mitglieder.” – Elmar Teutsch 

Erfolgreiche Teamentwicklung ist der Schlüssel zu effektiverem Arbeiten und besseren Ideen. Dies haben viele Unternehmen längst erkannt und bilden Teams für die unterschiedlichsten Zwecke. Manchmal funktionieren Teams wie von selbst, oft leider aber auch nicht. 

Damit schlecht organisierte Teams keinen langfristigen Schaden anrichten, investieren jetzt viele Firmen aktiv in die Teamentwicklung als Teil ihrer HR-Strategie

In diesem Beitrag zeigen wir dir, was Teamentwicklung ist, welche Phasen dazu gehören, und welche Faktoren auf gar keinen Fall für die erfolgreiche Teamfindung fehlen dürfen. Außerdem gehen wir auf verschiedene Methoden zur Teambildung ein und wann diese am besten zum Einsatz kommen sollten. 

Was ist Teamentwicklung?

Die Teamentwicklung ist ein Prozess, den jedes Team durchläuft. Dabei werden Abläufe und Strukturen innerhalb der Gruppe entwickelt und festgelegt. Dies ist kein einmaliger Prozess, sondern vielmehr eine andauernde, langfristige Entwicklung. Teams sind ständig im Wandel, da sich auch die einzelnen Mitglieder verändern und weiterentwickeln. 

Die Teamentwicklung läuft zum einen ganz natürlich und automatisch ab. Zum anderen kann sie aber auch aktiv gesteuert werden, um gezielt ein positives Arbeitsklima zu schaffen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit herzustellen. Gezielte Teamentwicklungsmaßnahmen kannst du vor allem dann einsetzen, wenn ein Team unter Erfolgsdruck steht oder Probleme aufgetreten sind. 

Die 3 Erfolgsfaktoren für gelungene Teamarbeit 

In einem erfolgreichen Team haben die Mitarbeiter/innen das Gefühl „dazuzugehören” und etwas Größeres zu leisten. Dadurch steigert sich nicht nur die Motivation, sondern auch das Selbstwertgefühl, was sich wiederum positiv auf die Arbeitsleistung und Mitarbeiterbindung auswirkt. Damit dies realisiert wird, dürfen folgende Faktoren nicht fehlen:

Die richtige Zusammenstellung des Teams 

In Unternehmen werden Mitarbeiter/innen häufig aufgrund ihrer Position, fachlichen Kompetenz oder Status im internen Talent Management, Teams zugeordnet. Dies ist natürlich wichtig, allerdings sollte der Einfluss der individuellen Persönlichkeit auf die Teambildung nicht unterschätzt werden. 

Homogene Teams mit Mitarbeiter/innen, die sich sehr ähnlich sind, haben zwar tendenziell weniger Konfliktpotenzial, verfügen aber auch über eine geringere Ressourcenvielfalt. Auf der Seite des Spektrums stehen heterogene Teams mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeitstypen. Sie haben das Potenzial hohe Leistung zu erbringen, sind aber durchaus instabiler und durchlaufen oft einen konfliktbeladenen Teambildungsprozess. 

Wir empfehlen, eine gesunde Mischung aus unterschiedliche Persönlichkeitstypen zu finden, um den Grundstein für eine harmonische Teambildung zu legen. Idealerweise kann jedem Teammitglied genau die Aufgaben und Verantwortungen zugewiesen werden, welche am besten zu ihrer/seiner Persönlichkeit und Fähigkeiten passen.

Klare Ziele, Regeln und Zuständigkeiten

Erfolgreiche Teams zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf gemeinsame, klar formulierte Ziele hinarbeiten. Dabei folgen sie Teamregeln, die unbedingt gemeinsam erarbeitet werden sollten. Denn nur so fühlen sich alle Mitglieder ernst genommen und die Regeln werden auch eingehalten. 

Ein weiterer wichtiger Punkt sind klar definierte Zuständigkeiten. Die Aufgabenverteilung sollte vom Team als fair und gerecht empfunden werden. Ist dies nicht der Fall, sind Unzufriedenheit und Konflikte vorprogrammiert. Außerdem sollte absolute Transparenz über alle Rahmenbedingungen und Informationen, die die gemeinsame Arbeit angehen, herrschen. 

Ein/e gute/r Teamleiter/in

Teamleiter erfüllen eine überaus wichtige Funktion. Sie geben die Richtung vor, übernehmen die Hauptverantwortung, und schaffen faire Bedingungen. Außerdem sorgen sie in regelmäßigen Teammeetings dafür, dass relevante Informationen schnell an die richtigen Stellen gelangen und alle auf dem neuesten Stand der Dinge sind.  

Mithilfe der richtigen Mitarbeiterführung kann das Team die Schritte der Teambildung deutlich schneller durchlaufen und in die produktive Arbeitsphase gelangen. Dabei brauchen Teamleiter ein Gespür für die Stimmung im Team, um anschwellende Konflikte zu lösen, bevor sie die Arbeit beeinträchtigen. Ist ein/e Teamleiter/in noch nicht bereit für diese Rolle, helfen Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung

Die 5 Phasen der Teamentwicklung

Der US-amerikanische Psychologe entwickelte bereits 1965 das Phasenmodell der Teamentwicklung. Es umfasst fünf aufeinanderfolgende Schritte, die Teams durchlaufen. In der Praxis sind diese nicht klar voneinander abgegrenzt und gehen oft ineinander über. Zudem können die einzelnen Teambildungsphasen auch wiederholt durchlaufen werden, zum Beispiel, wenn ein neues Teammitglied hinzukommt oder Aufgabenstellungen verändert werden.

1. Forming – Die Findungsphase

Die erste Phase ist von Unsicherheit und Vorsicht geprägt. Die Teammitglieder müssen sich zunächst kennenlernen und ihren Platz in der Gruppe finden. Der Umgang miteinander ist höflich, zurückhaltend und noch unpersönlich. Außerdem gibt es oft noch keine klare Rollenverteilung. Zunächst werden erste Ziele, Regeln und Erwartungen definiert und das Team macht sich mit den anstehenden Aufgaben vertraut. 

2. Storming – Die Konfliktphase 

Das Team beginnt sich nun den Aufgaben zuzuwenden, wodurch es zwangsläufig zu Unstimmigkeiten, Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten kommt. Diese bringen die unterschiedlichen Auffassungen von Zielen und Herangehensweisen der Teammitglieder ans Tageslicht. Ist die Führungsrolle nicht im Vorfeld definiert, werden häufig auch Machtkämpfe um den Status in der Gruppe ausgetragen. Das Arbeitsklima ist in dieser Phase konfliktbeladen und die Gruppe zeigt ihre geringste Leistungsfähigkeit. 

3. Norming – Die Übereinkommensphase

Nachdem die meisten Konflikte ausgetragen sind, bildet sich nun endlich ein Teamgeist, auch „Wir-Gefühl“, heraus. Außerdem identifizieren sich die Teammitglieder mit den Aufgaben und machen verstärkt Fortschritte. Regeln für die gemeinsame Zusammenarbeit werden diskutiert, festgelegt oder auch durch stillschweigende Übereinkunft gefunden. Da jede/r nun allmählich ihre/seine Rolle findet und im Team akzeptiert wird, sind die Beziehungen deutlich harmonischer.

4. Performing – Die Arbeitsphase 

Jetzt arbeiten die Teammitglieder erfolgreich zusammen und die Leistung jedes/r Einzelnen pendelt sich ein. Das Team macht geschlossen Fortschritte zur Erfüllung der gemeinsamen Ziele. Die Atmosphäre ist von Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung geprägt, denn alle gehen offen miteinander um, kooperieren und helfen sich gegenseitig. Die Gruppe ist nun am leistungsfähigsten.

5. Adjourning – Die Auflösungsphase 

Diese Phase ist für Teams relevant, die nach Abschluss ihres Projekts getrennte Wege gehen. Denn die bevorstehende Umstellung und eventuelle Unsicherheit über die Zeit nach der Teamarbeit kann auf die Stimmung der Mitarbeiter/innen drücken. Bevor sich das Team auflöst, empfiehlt es sich wichtige Informationen zu dokumentieren und auch den gemeinsamen Erfolg zu feiern.

Welche Methoden zur Teamentwicklung gibt es?

Teambildung ist ein kontinuierlicher Prozess, für den jedes einzelne Mitglied eine gewisse Verantwortung trägt. Mit Teamentwicklungsmaßnahmen lässt sich dieser beschleunigen und in die richtige Richtung lenken. Hier ist eine Auswahl beliebter Methoden:

Reflexion und Selbstanalyse 

Diese Methode kann einzeln oder als Ausgangspunkt für andere Maßnahmen durchgeführt werden. Das Ziel ist, dass sich Teammitglieder ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede bewusst werden und diese akzeptieren. Zunächst beantworten die Mitarbeiter/innen eine Reihe von Fragen still für sich. Dann werden die Antworten in der Gruppe diskutiert. Hier ein paar Beispiele:

  • Was ist mir bei der Teamarbeit wichtig?
  • An welche Regeln sollten sich alle halten?
  • Welche Ziele wollen wir erreichen?
  • Was können wir gut?
  • Was könnten wir als Team besser machen?

Outdoor-Aktivitäten

Diese Rubrik der Teamentwicklungsmaßnahmen wird immer beliebter. Teams meistern Übungen im Hochseilgarten, gehen auf Wildwasserfahrten oder bauen gemeinsam Seifenkisten. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Oft ist es das erste Mal, dass Teams sich außerhalb des Büros treffen. Die ungewohnten Aktivitäten in einer neuen Umgebung lockern die Stimmung auf und machen Spaß. Da meist externe Anbieter/innen für die Planung und Durchführung involviert werden müssen, solltest du hier die Kosten nicht unterschätzen. 

Indoor-Übungen 

Teamentwicklung muss nicht immer viel Geld kosten oder spektakulär sein. Es gibt eine Vielzahl von Teambuilding-Spielen, die du einfach im Büro und ohne viel Aufwand durchführen kannst. Wird der Arbeitsalltag im Team nach einiger Zeit zu reizlos, können diese die Atmosphäre auflockern und neue Energie bringen. Meistert das Team diese kleinen Herausforderungen gemeinsam, ist neuer Schwung geschaffen, um auch größere Aufgaben anzugehen. 

Team Coaching 

Hierbei wird dem Team ein externer oder interner Coach zugewiesen, der langfristig mit der Gruppe arbeitet. Der Coaching Prozess beginnt oft mit einer Selbstanalyse und der Festlegung von Entwicklungszielen für das Team. In regelmäßigen Gruppensitzungen unterstützt der Coach den offenen Dialog zwischen den Teammitgliedern und hilft Konflikte zu lösen. Auch Einzelgespräche können den Mitarbeiter/innen helfe individuelle Problem zu bewältigen. 

Wann sollten Teamentwicklungsmaßnahmen zum Einsatz kommen?

Teamentwicklungsmaßnahmen können auch bei gut funktionierenden Teams eventuell noch mehr Leistung herausholen und den Zusammenhalt steigern. Denn schaden tun sie definitiv nicht. Allerdings sind die meisten Methoden auch mit einigem Zeiteinsatz und Kosten verbunden. Deshalb ist ihr Einsatz hauptsächlich für die folgenden Situationen reserviert:

  • Eine neue Führungskraft übernimmt ein Team – Durch gezielte Maßnahmen kann der/die neue Chef/in die Mitarbeiter/innen besser kennenlernen und ein neues Teamgefühl entfachen. 
  • Ein neues Team wird gegründet – Ziele, Regeln, Zuständigkeiten und Abläufe müssen neu festgelegt werden. Dies geht schneller mit der richtigen Methode. 
  • Neue Teammitglieder kommen hinzu oder bisherige scheiden aus – Dadurch verändert sich die Dynamik im Team und der Teamentwicklungsprozess beginnt von neuem. 
  • Eine Veränderung der Aufgaben und Ziele – Teamentwicklungsmaßnahmen können der Gruppe bei der Neuausrichtung unter die Arme greifen. 
  • Es gibt klare Konflikte im Team – Wenn die Leistungsfähigkeit dauerhaft durch Konflikte beeinträchtigt wird, dann sollte mit den richtigen Maßnahmen interveniert werden. 
  • Die Leistung des Teams nimmt ab – Hier solltest du zunächst einmal hinterfragen, woran es liegt. Dann können geeignete Gegenmaßnahmen gefunden werden.

Die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Teams 

Schlussendlich wird eine Gruppe von Einzelkämpfern nicht viel bewirken, auch wenn alle noch so qualifiziert sind. Denn die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Teamarbeit ist demnach von vornherein die richtigen Mitarbeiter/innen einzustellen. Suche bei deiner Personalauswahl gezielt nach Teamplayern, die gut und gerne mit anderen zusammenarbeiten. Eine Recruiting Software wie Recruitee kann dir dies erleichtern.  

Julia ist immer den neuesten Trends im Bereich HR und Personalbeschaffung auf der Spur um daraus interessante Inhalte zu zaubern. Als ehemalige Personalerin greift sie dabei auch auf ihre eigene Erfahrung und Fachwissen zurück.
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