Artikel

5 Gründe, warum Videointerviews der Candidate Experience schaden

Videointerviews werden oft als eine der effektivsten modernen Rekrutierungstechniken zur Verbesserung der Einstellungsqualität und der Kosten pro Einstellung angepriesen. Dies trifft in vielerlei Hinsicht zu, wie die wachsende Zahl von Videointerview-Plattformen auf dem Markt beweist. Aber wenn Videointerviews nicht richtig oder strategisch nicht richtig durchgeführt werden, kann dies auch dazu führen, dass die Candidate Experience beeinträchtigt wird.

In diesem Artikel werden wir über fünf Möglichkeiten sprechen, wie schlechte Videointerviews deinen Einstellungsprozess tatsächlich beeinträchtigen können. Natürlich zeigen wir Möglichkeiten auf, wie du diese Probleme vermeiden kannst. 

1. Unzureichende Software, Verbindungsprobleme oder schlechte Videoqualität

Sofern das Videointerview deine Hauptmethode ist, Kandidatinnen und Kandidaten kennenzulernen und zu interviewen, solltest du regelmäßig sicherstellen, dass deine Tools einwandfrei funktionieren. Unternehmen, die beim Kauf einer Software zur Durchführung von Videointerviews sparen, können mit einer ganzen Reihe von technischen Problemen konfrontiert werden, die für Kandidatinnen und Kandidaten eine negative Erfahrung darstellen können.

Schlechte Technik kann dazu führen, dass gute Kandidatinnen und Kandidaten entweder aus dem Rennen ausscheiden oder durch die Maschen fallen. Und schlimmer noch: dies wirkt sich negativ auf das Unternehmen aus und hat das Potenzial, der Arbeitgebermarke des Unternehmens zu schaden. 

Tipp: Sei dir deiner Anforderungen an Videointerviews bewusst und welche Plattform diese Anforderungen am besten erfüllt. Einfache Plattformen wie Skype oder Google Meet/Hangout sind nicht unbedingt die zuverlässigsten Plattformen für Videointerviews.

2. Die fehlende persönliche Komponente kann sich negativ auf das Interview ausüben

Nicht alle Bewerberinnen und Bewerber werden sich völlig wohl fühlen, ein Vorstellungsgespräch komplett digital per Videointerview durchzuführen. 

Infolgedessen kann der Einsatz von Videointerviews dazu führen, dass du als Arbeitgeber weniger sympathisch oder freundlich erscheinst und die Gesamtleistung der Bewerbungsgespräche mit ansonsten qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten beeinträchtigt wird.

Tipp: Deine Wahl des Interview-Stils wird nicht jedem gefallen. Es gibt aber Möglichkeiten, deine Videointerviews so zu gestalten, dass du als attraktiver, freundlicher und zugänglicher Arbeitgeber erscheinst. 

Interviewfragen können in einer freundlichen und positiver Sprache aufgezeichnet und die Kandidatinnen und Kandidaten ermutigt, werden, sich jederzeit zu melden, wenn sie Fragen oder Bedenken haben. Ebenso solltet du alle Kandidatinnen und Kandidaten wissen lassen, dass eine reale Person ihre Antworten sieht und auswerten wird. 

3. Es besteht die Gefahr der eindimensionalen Betrachtung der Kandidatinnen und Kandidaten 

Wenn du dich zu sehr auf Videointerviews verlässt, kann das dazu führen, dass du während des Screenings voreingenommene oder unvollständige Ansichten der Kandidatinnen und Kandidaten entwickelst. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Beurteilung der Qualifikation von Kandidatinnen und Kandidaten hauptsächlich auf Grundlage der Antworten aus Videointerviews geschieht. 

Im Gegensatz zu persönlichen Interviews, bei denen der direkte Austausch dazu beiträgt, einen vollständigen Eindruck von Kandidatinnen und Kandidaten zu bekommen, werden bei aufgezeichneten Interviews nur die Fragen angesprochen, die gestellt werden. Infolgedessen kann es vorkommen, dass Kandidatinnen und Kandidaten nicht in der Lage sind, ihre Fähigkeiten voll zur Geltung zu bringen. Möglicherweise werden Kandidatinnen und Kandidaten nur auf der Grundlage eines engen Satzes von Kriterien, die nicht das Gesamtbild berücksichtigen, beurteilt. 

Tipp: Es ist wichtig, Videointerviews als eine Taktik und nicht als die zentrale Einstellungsstrategie zu betrachten. Videointerviews, ob live oder aufgezeichnet, sollten in eine ATS-Plattform eingespeist werden, die die Ergebnisse mit dem Lebenslauf, dem Anschreiben und allen anderen relevanten Beurteilungen oder Informationen der Kandidatin oder des Kandidaten verknüpft. Dies trägt dazu bei, einen vollständigen Überblick über die Persönlichkeit und die Fähigkeiten der Kandidatinnen und Kandidaten zu erhalten.

4. Aufbau echter Beziehungen zu Kandidatinnen und Kandidaten wird erschwert 

Wenn nicht ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Persönlichkeit und echter Kontaktaufnahme mit den Kandidatinnen und Kandidaten hergestellt wird, kann ein Videointerview oft die gesamte Candidate Experience entmenschlichen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der einzige Kontakt, den die Kandidatinnen und Kandidaten mit dem Unternehmen haben, über eine Maschine erfolgt.

Persönliche Live-Interviews sind oft der beste Weg, um diese Beziehungen aufzubauen, während Videointerviews manchmal zu kurz greifen können.

Tipp: Experimentiere mit deinen Videointerviews. Wenn du der Meinung bist, dass zu viele vorab aufgezeichnete Fragen keine persönliche Erfahrung für die Kandidaten schaffen, dann solltest du in Erwägung ziehen, mehr Live-Interaktionen zu integrieren. Oder experimentiere mit Möglichkeiten, die Videointerview-Erfahrung freundlicher zu gestalten.

Unabhängig von deinem Ansatz, solltest du die Kandidatinnen und Kandidaten die deine Videointerviews abschließen, immer anrufen, ihnen eine E-Mail schicken oder ihnen Feedback geben. Auf diese Weise kannst du sicherstellen, dass du jederzeit einen offenen und freundlichen Dialog führst, der dabei hilft, langfristige Beziehungen zu pflegen und die Arbeitgebermarke zu verbessern.

5. Schlechte Integrationen können zu entgangenen Chancen führen

Wie bereits erwähnt, sollten Videointerviews immer als Teil einer größeren Rekrutierungsstrategie eingesetzt werden. Das bedeutet, dass jeder Bewerberkontaktpunkt über eine zentrale Plattform gesammelt und überwacht wird. Dieses System stellt sicher, dass die Kandidatinnen und Kandidaten reibungslos durch den Trichter laufen und einen effizienten und fairen Bewertungsprozess erhalten.

Wenn Unternehmen Videointerview-Plattformen verwenden, die nicht vollständig mit dem Rest ihres Tech-Stacks integriert sind, können wichtige Informationen verloren gehen. Dies kann alles sein, von wichtigen Details, die während eines Videointerviews erwähnt werden, bis hin zu vereinbarten Kommunikations- und Berührungspunkten. Wenn diese wichtigen Informationen aufgrund mangelhafter Integration fehlen, kann dies zu einer negativen Erfahrung für die Kandidatinnen und Kandidaten führen und letztlich dazu, dass dir die besten Talente entgehen.

Die Lösung

Spare nicht an deiner Videointerview-Plattform. Stelle sicher, dass die Plattform über alle Werkzeuge verfügt, die du zur ordnungsgemäßen Durchführung deiner Arbeit benötigst und dass sie sich nahtlos in dein ATS integriert. Manche ATS verfügen sogar über ihre eigene  Videointerview-Funktione, wie zum Beispiel auch Recruitee

Um sicherzustellen, dass du dich für die richtige Videointerview-Plattform entscheiden hast, ist es wichtig, dass du mit deinem Team ein offenes und ehrliches Auswahlverfahren durchläufst. Bringe alle Interessenvertreter ins Gespräch, verschaffe dir einen klaren Überblick über deine Anforderungen und stütze deine Recherchen dann auf diese Bedürfnisse. 

Sobald du eine Videointerview-Plattform ausgewählt und implementiert hast, solltest du die Ergebnisse regelmäßig überwachen und bewerten, um ihre weitere Anwendbarkeit zu bestimmen.

Vielleicht interessiert dich auch

Kandidatenerfahrung

Candidate Experience verbessern: Ein Leitfaden für Recruiter

Von Julia Saxena

Kandidatenerfahrung

Onboarding: Mit dieser Checkliste wirst du nichts vergessen

Von Julia Saxena

Kandidatenerfahrung

50 bekannte Sätze aus dem Home Office

Von Luisa Spardel