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Weiterbildung im Personalwesen: Möglichkeiten, Kosten, Hinweise

Die stetige Weiterbildung im Personalwesen ist heute so wichtig wie nie, denn ständig wird das Personalmanagement von heute vor neue Herausforderungen gestellt. Themen wie Digitalisierung, Agilität, New Work und der War for Talents verändern die Arbeitswelt. Gleichzeitig müssen immer neue gesetzliche Änderungen und Vorschriften umgesetzt werden. 

Personaler sollten deshalb immer auf dem neuesten Stand bleiben, damit sie als interne Dienstleister die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Führungsebene effektiv unterstützen können. Viele Unternehmen nehmen außerdem eine Kultur des lebenslangen Lernens an und diese macht natürlich nicht vor dem Personalwesen halt. 

In diesem Beitrag gehen wir darauf ein, für wen sich Weiterbildungen im Personalwesen lohnen, welche Möglichkeiten es gibt, was es kostet und was du bei der Auswahl einer Weiterbildung beachten solltest.  

Für wen lohnt sich eine Weiterbildung im Personalwesen? 

Eine Weiterbildung kann dich für neue Aufgaben innerhalb deines Berufsalltags befähigen, dir aber auch die Tür zu ganz neuen Karrieremöglichkeiten öffnen. Generell, lohnt sich eine Fortbildung für zwei Arten von Personen:

Quereinsteiger

Eventuell bist du im Verlauf deines Berufslebens oder durch deine Entwicklung im Unternehmen mit bestimmten Personalaufgaben in Berührung gekommen. Das geschieht oft in kleineren und mittelständischen Unternehmen, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intern wachsen und vom Vorgesetzten Personalmanagement Aufgabe übernehmen. Vielleicht möchtest du aber auch gezielt in den Personalbereich wechseln und dich dafür qualifizieren. 

Um kleine Tätigkeitsbereiche im Personalwesen zu übernehmen, reicht meist eine kürzere Weiterbildung, die binnen weniger Wochen oder Monate das Basiswissen vermitteln. Wenn du dich allerdings für einen Jobwechsel fit machen möchte, kommen eher längere Weiterbildungen, z. B. mit IHK-Abschluss, infrage.

Personaler, die sich für die nächste Karrierestufe qualifizieren wollen 

Wenn du schon länger im Personalwesen arbeitest und die nächste Karrierestufe erklimmen willst, kann eine Weiterbildung dich dafür qualifizieren. Da du die Basics schon gut beherrschst, solltest du nun eine umfassendere Weiterbildung wählen. Diese könnte vertiefend ein Thema behandeln, für das du dich spezialisieren willst, oder Management-Themen behandeln und dich auf das Führen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorbereiten. 

Dies sind die generellen Karrierestufen im Personalwesen, die du erklimmen könntest: 

  • Sachbearbeiter-Ebene: Eine Ausbildung als Personalkauffrau oder -mann oder der Quereinstieg mit einer Fortbildung gewährt dir den Einstieg auf dieser Ebene. 
  • Unteres Management: Auf dieser Ebene steigst du mit einem Bachelor-Abschluss ein oder hast dich durch mehrjährige Berufserfahrung mit guter Arbeitsleistung und Weiterbildungen dafür qualifiziert. 
  • Mittleres Management: Mit einem Master-Studium oder fortgeschrittenen Weiterbildungen erreichst du diese Stufe.
  • Top Management: Für diese Stufe werden meistens Kandidatinnen und Kandidaten mit langjähriger Berufserfahrung, sowie MBA oder Master-Abschlüssen ausgewählt.

Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung im Personalwesen gibt es?

Es gibt vielfältige Optionen, sich im Bereich HR weiterzubilden. Wir stellen hier das Fernstudium, nicht-akademische Lehrgänge, spezialisierte Kurse und interne Weiterbildung vor.

Fernstudium

Ein Fernstudium ist ideal, wenn du dich neben dem Beruf oder auch in der Elternzeit weiterbilden willst. Als offizieller akademischer Bildungsweg arbeitest du in einem Fernstudium auf einen Bachelor, Master oder MBA Abschluss hin.

Fernstudiengänge werden heute hauptsächlich online abgewickelt. Als Fernstudent loggst du dich in die Webseite der Hochschule oder eine App ein und bekommst so Zugriff auf alle Materialien, Vorlesungsvideos und häufig auch ein Forum zum Austausch mit Studienbetreuern und anderen Studentinnen und Studenten. 

Der Vorteil ist, dass die Vorlesungen meist abends stattfinden und auch jederzeit online abgerufen werden können. So kannst du flexibel, von überall her und an deinen Alltag angepasst lernen. Du benötigst lediglich einen Computer.

Allerdings solltest du für das Studium schon genügend Zeit einplanen, damit du den Abschluss schaffst. Die Hochschulen raten 10-15 Stunden pro Woche dafür zu reservieren, um ein Bachelor-Studium in 3-4 Jahren oder ein Master-Studium in 2-3 Jahren abzuschließen. 

Das klingt nach viel Arbeit. Es kann sich aber lohnen. Wer neben dem Beruf ein Studium aufnimmt und durchzieht, zeigt Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Leistungsstärke. Das gefällt dem aktuellen oder zukünftigen Arbeitgeber sicher. 

Nicht-akademische Lehrgänge 

Wenn du dich im Bereich HR weiterqualifizieren möchtest, aber nicht direkt ein mehrjähriges Studium aufnehmen willst, dann kann ein nicht-akademischer Lehrgang das richtige sein. Dies sind drei Optionen: 

1. Geprüfte/r Personalfachkauffrau/-mann

Dieser Abschluss wird deutschlandweit von den Industrie- und Handelskammern (IHK) verliehen und ausnahmslos von Unternehmen anerkannt. Potenzielle Arbeitgeber wissen, dass ein Personaler mit einem Abschluss der IHK Wissen und Fähigkeiten auf hohem Niveau mitbringen.

Die Weiterbildung zum geprüften Personalfachkauffrau/-mann besteht aus einem Vorbereitungskurs, der zwar nicht Pflicht, aber dennoch zu empfehlenden ist und der offiziellen Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer. 

Beim Vorbereitungskurs kannst du aus verschiedenen privaten Anbietern wählen. Manche bieten diese Kurse berufsbegleitend als Abend- oder Fernlehrgänge an. Bei dieser Variante solltest du mehrere Monate (bis zu 1,5 Jahren) für deine Weiterbildung einplanen. Möchtest du diese schneller abschließen, kann sich ein Vollzeit-Kurs lohnen, der in wenigen Wochen absolviert werden kann.

2. Personalreferent/in

Die Weiterbildung zum/r Personalreferent/in wird von mehreren privaten Anbietern sowie der IHK und dem Bundesverband Sekretariat und Büromanagement e. V. angeboten. Da es dafür bundesweit keinen einheitlichen Standard gibt, können sich die Kurse stark unterscheiden. Das heißt auch, dass es keinen einheitlichen Abschluss gibt, sondern jeder Anbieter einen eigenen institutsinternen Abschluss vergibt.

Wie die Weiterbildung genau abläuft und wie viel Zeit sie in Anspruch nimmt, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Der Lehrgang dauert in der Regel zwischen einem halben und einem Jahr und kann als Vollzeit-Kurs oder Teilzeitangebot absolviert werden. 

3. Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in Personalwirtschaft

Wie die Weiterbildung zum/r Personalfachkauffrau/-mann, folgt auch die Ausbildung zum/r staatlich geprüften Betriebswirt/in Personalwirtschaft bundesweit einheitlichen Standards und genießt daher ein hohes Ansehen auf dem Arbeitsmarkt. Das besondere ist hier, dass diese Weiterbildung zwei Themenfelder vereint: die Betriebswirtschaftslehre und das Personalwesen. 

Der Ablauf ist bekannt: Du besuchst einen vorbereitenden Kurs und legst anschließend die staatliche Prüfung ab. Im Vollzeitmodus kann diese Weiterbildung in 6-9 Monaten beendet werden. Als berufsbegleitende Option dauert es in der Regel 1-2 Jahre. 

Spezialisierte Kurse

Willst du dich in einem HR Themenbereich spezialisieren oder interessiert dich eine Richtung besonders, kannst du nach entsprechenden Weiterbildungen Ausschau halten. Zum Beispiel könntest du vertiefende Kurse zu den Themen Change Management oder Projektmanagement belegen oder dich zum Coach oder Mediator ausbilden lassen. 

Interne Weiterbildung 

Eventuell bietet dein Unternehmen auch schon intern Kurse an, die dich in deiner Karriere voranbringen. Dein/e Vorgesetzte/r kann sicher darüber Auskunft geben, welche Möglichkeiten sich bieten. 

Wie viel kostet eine Weiterbildung im Personalwesen?

Das kommt ganz auf die Art und Länge der Weiterbildung an. Je länger der Kurs dauert, desto teurer ist er meistens. Ein Fernstudium kann, beispielsweise, zwischen rund 4.500 und 13.000 Euro kosten. 

Es gilt abzuwägen, ob sich eine Vollzeit-Weiterbildung lohnt, die zwar schneller absolviert ist, aber währenddessen man kein Gehalt verdient. Oder ob ein Teilzeit-Kurs besser ist, der zwar länger dauert, aber neben dem Beruf bewältigt werden kann. 

Eventuell finanziert auch dein Arbeitgeber eine Weiterbildung, wenn diese wichtig für die Ausübung deiner Stelle ist. Viele Unternehmen gewähren ihren Angestellten jetzt auch ein gewisses jährliches Trainings-Budget als Mitarbeitervorteil, über welches diese frei verfügen können. 

Was du bei der Auswahl einer Weiterbildung beachten solltest

Eine Weiterbildung kostet Zeit und Geld, was gut investiert sein will. Deshalb ist es wichtig, einen seriösen, anerkannten Anbieter zu wählen. Dafür ist ausführliche Recherche und das Abwägen von Vor- und Nachteilen unerlässlich.

Bei der Auswahl des richtigen Anbieters solltest du auf diese Merkmale achten:

Akkreditierungen und ZFU Zulassung

Suchst du nach einem Fernstudium, solltest du eine anerkannte Hochschule mit einem akkreditierten Studiengang wählen. Halte bei Fernlehrgängen nach der ZFU Zulassung Ausschau. Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht überprüft nämlich Fern-Weiterbildungen und bestätigt, dass diese einen konkreten Nutzen fürs Berufsleben bringen. 

Dauer und Voraussetzungen

Generell gilt: Je länger eine Weiterbildung dauert, desto mehr Inhalte werden vermittelt und desto größer oft der positive Einfluss auf deine Karriere. Ein Lehrgang der nur wenige Tage dauert, kann zwar auch sinnvoll sein, wird aber seltenst für einen großen Karrieresprung sorgen. 

Außerdem sind Weiterbildungen meist inhaltlich hochwertiger, wenn nur Personen zugelassen werden, die mindestens eine anerkannte Ausbildung abgeschlossen haben und über mehrere Jahre an Berufserfahrung im Personalbereich verfügen.

Erscheinungsbild des Anbieters

Eine moderne, informative Website und hochwertiges Material sollte Standard für einen seriösen Anbieter von Weiterbildungen sein. Ist dies nicht vorhanden, ist das auf jeden Fall ein Warnzeichen. Desto hochwertiger der Anbieter wirkt, desto besser meist auch die Wirkung auf deine/n Vorgesetzte/n oder potenzielle Arbeitgeber, denen du die Weiterbildung als Qualifizierungsmaßnahme verkaufst.

Erfahrungsberichte von Absolventen

Eine Möglichkeit mit Absolventen deiner präferierten Institute in Kontakt zu treten ist, nach diesen auf Karrierenetzwerken wie LinkedIn oder Xing zu suchen und sie direkt anzuschreiben. So verschaffst du dir einen Blick hinter die Kulissen und erfährst aus erster Hand, wie die Weiterbildung ablief und ob sie sich wirklich gelohnt hat.

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