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Social Media Recruiting: Methoden und Tipps, die zum Erfolg führen

95 % der Fach- und Führungskräfte in einer Personalmarketingstudie geben an soziale Medien mindestens einmal am Tag zu nutzen. Findige Recruiter/innen haben dies längst erkannt und suchen potenzielle neue Mitarbeiter/innen jetzt bei Xing, LinkedIn, Facebook & Co. Social Media Recruiting wird bereits von 46 % der Unternehmen regelmäßig genutzt, Tendenz steigend.

Allerdings herrscht in den Personalabteilungen noch viel Unsicherheit hinsichtlich dieser neuen Recruiting-Kanäle. Das nötige Wissen, um soziale Medien effektiv für die Personalgewinnung zu nutzen, fehlt oft. Wir möchten hier Abhilfe schaffen. In diesem Beitrag erklären wir alles Wichtige zum Thema Social Media Recruiting: unterschiedliche Methoden, geeignete soziale Netzwerke, sowie Vor- und Nachteile. Außerdem geben wir dir wichtige Tipps, wie der Start auf den sozialen Personalbeschaffungskanälen klappt.

Was ist Social Media Recruiting?

Social Media Recruiting ist Teil des e-Recruitments. Es umfasst alle Maßnahmen der Personalbeschaffung und des Personalmarketings für die soziale Netzwerke zum Einsatz kommen. Das Besondere daran ist der direkte Kontakt zwischen Kandidaten/innen und Recruiter/innen. Zum einen können Interessenten unkompliziert Fragen zu Stellenanzeigen oder dem Unternehmen im Allgemeinen stellen, auf die der/die Recruiter/in schnell antworten kann. Zum anderen können Recruiter/innen passende Kandidaten/innen direkt ansprechen und so einen Dialog beginnen.

6 Methoden im Social Media Recruiting

Soziale Medien lassen sich vielseitig für Recruitingzwecke nutzen. Wir haben die sechs gängigsten Maßnahmen zusammengestellt:

  1. Active Sourcing: Im Rahmen einer proaktiven Suchen nach geeigneten Kandidaten/innen sprichst du vielversprechende Talente direkt über soziale Kanäle an und versuchst sie für offene Stellen zu gewinnen.
  2. Aufbau eines Talent Pools: Mit interessierten Talenten, welche nicht sofort auf eine offene Stelle passen, kannst du weiterhin in Kontakt bleiben und so mittel- und langfristig Vakanzen füllen.
  3. Stellenanzeigen veröffentlichen: Am besten postest du alle deine offenen Stellenanzeigen nicht nur auf der eigenen Karriereseite, sondern auch auf den sozialen Kanälen. Eine Recruitment Software wie Recruitee erleichtert dir das. Mit bezahlten Anzeigen kannst du sogar die Reichweite in deiner Zielgruppe gezielt erhöhen.
  4. Ein-Klick-Bewerbungen: LinkedIn hat es für Kandidaten/innen noch einfacher gemacht sich bei dir zu bewerben. Dies geht jetzt sogar mit nur einem Klick.
  5. Content Marketing: Wenn du regelmäßig interessante Inhalte auf deinen Unternehmensprofilen veröffentlichst, kannst du die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe gewinnen und so dein Employer Branding stärken. Auch in relevanten Foren und Gruppen lohnt es sich aktiv zu sein.
  6. Influencer Marketing: Du kannst dir die hohe Reichweite einflussreicher Nutzer/innen, der sogenannten Influencer, zunutze machen, um deine Kampagnen in einer bestimmten Zielgruppe einfacher zu verbreiten.

Welche sozialen Netzwerke eignen sich für das Social Media Recruiting?

Grundsätzlich können Recruiter/innen auf allen Kanälen aktiv sein, die ihre Zielgruppen häufig frequentieren. Das internationale Karrierenetzwerk LinkedIn sowie sein deutschsprachiges Gegenstück Xing sind für die Personalgewinnung besonders beliebt. Nutzer/innen halten sich hier primär auf, um berufliche Kontakte zu pflegen, ihr professionelles Netzwerk zu erweitern und neue Karrieremöglichkeiten zu entdecken. Deshalb sind die Karrierenetzwerke am besten für die Direktansprache von potenziellen Kandidaten/innen geeignet.

Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube oder Instagram sind dagegen eher für den privaten Gebrauch ausgelegt. Unternehmen sollten diese Kanäle trotzdem nicht ignorieren. Sie bieten die Gelegenheit für Talente sichtbar zu sein und das Employer Branding zu stärken. Mithilfe von Fotos und Videos kannst du Einblicke in den Arbeitsalltag und die Unternehmenskultur vermitteln. Außerdem platzierst du so dein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber.

Darüber hinaus lohnt es sich auf Nischenkanäle aktiv zu sein, um Spezialisten/innen und Experten/innen auf bestimmten Gebieten anzuwerben. Github oder Stack Overflow sind zum Beispiel Seiten auf denen sich Programmierer/innen und IT-Entwickler/innen tummeln.

Vor- und Nachteile des Social Media Recruiting

Social Media Recruiting bringt vielversprechende Vorteile mit. Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen zu meistern, bevor die Suche nach neuen Mitarbeiter/innen erfolgreich verlaufen kann.

Vorteile

  • Du kannst mehr potenzielle Kandidaten/innen erreichen als über konventionelle Beschaffungskanäle allein.
  • Du erreichst auch solche Talente, die nicht aktiv nach einem neuen Job suchen und deshalb keine Stellenanzeigen lesen.
  • Anhand der Nutzerprofile kannst du geeignete Bewerber/innen besser vorselektieren und dadurch Zeit im Recruiting-Prozess sparen.
  • Besonders junge Zielgruppen erreichst du über soziale Netzwerke besser als über herkömmliche Recruiting-Methoden.
  • Und langfristig kannst du die Bekanntheit und Reichweite deines Unternehmens steigern und so eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen.

Nachteile

  • Die Suche nach passenden Kandidaten/innen kann sehr zeitaufwendig und wenig ergiebig sein.
  • Du benötigst entsprechende Ressourcen, um den Auftritt auf allen sozialen Kanälen aktuell zu halten.
  • Recruiter/innen benötigen das richtige Know-how, damit sie diese neuen Technologien richtig beherrschen und effektiv einsetzen.
  • Fauxpas in der Kommunikation auf sozialen Netzwerken sind öffentlich und können dem Image deines Unternehmens schaden.

 

8 Tipps für erfolgreiches Social Media Recruiting

Inzwischen bist du davon überzeugt, dass die sozialen Medien einiges an Potenzial für deine Personalgewinnung haben. Aber wie sollst du nun konkret loslegen? Mit unseren acht Tipps gelingt dir der Start.  Strategie und Vorgehensweise festlegen

1. Strategie und Vorgehensweise festlegen

Dein Social Media Recruiting will gut geplant sein, denn einfach irgendetwas zu veröffentlichen wirkt unprofessionell. Überlege konkret wie soziale Medien zur Erreichung deiner Ziele beitragen können. Wie passen sie in deine HR-Strategie? Welche Maßnahmen willst du auf welchen sozialen Kanälen wann umsetzen?

Damit alles von Anfang an glatt läuft, lege genau fest, wer in deinem Team welche Aufgaben übernimmt. Wichtig ist dabei realistisch zu planen und deine verfügbaren, internen Ressourcen zu berücksichtigen. Vielleicht beginnst du erstmal mit den Netzwerken, die den größten Erfolg versprechen.

Es empfiehlt sich auch eng mit deinem Marketingteam zusammenzuarbeiten. Sie bringen in der Regel die nötige Erfahrung und Expertenwissen zum Thema Social Media mit.

2. Professionellen Auftritt auf ausgewählten Netzwerken einrichten

Ein attraktives Unternehmensprofil ist das A und O auf sozialen Netzwerken. Es sorgt dafür, dass interessierte Talente sofort einen positiven Eindruck von deinem Unternehmen gewinnen. Außerdem muss das Profil alle wichtigen Kontaktinformationen kommunizieren.

Verwende am besten die gleichen Beschreibungen sowie Profil- und Hintergrundbilder auf allen sozialen Netzwerken, um einen hohen Wiedererkennungswert zu erreichen. Wenn du außerdem wichtige Stichworte in dein Profil einarbeitest, sorgst du dafür, dass dein Unternehmen über die Suchfunktion gefunden werden kann.

3. Regelmäßig neue Inhalte veröffentlichen

Veraltete Unternehmensprofile ohne aktuelle Beiträge machen einen schlechten Eindruck. Wer die Aufmerksamkeit potenzieller Kandidaten/innen auf sich lenken will, muss regelmäßig interessante Inhalte parat haben. Eine attraktive Mischung von Inhalten, die deine Zielgruppen wirklich interessieren, bringt dich zum Ziel. Hier sind ein paar Ideen:

  • Aktuelle Stellenausschreibungen
  • Personalnachrichten
  • Unternehmensnews
  • Tipps für Bewerber/innen
  • Posts vom Unternehmensblog
  • Videos mit Einblicken in den Arbeitsalltag
  • Mitarbeiter/innen erzählen in Videos oder Blog Posts von der Unternehmenskultur
  • Artikel aus anderen Quellen, die relevant sind

Extra-Tipp: Veröffentliche deine Inhalte am besten dann, wenn deine Zielgruppen online am aktivsten sind.

4. Aktiv und auf Augenhöhe kommunizieren

Sobald du dein Netzwerk ausweitest, wird sich die Aktivität auf deinen Profilen erhöhen. Wenn Beiträge kommentiert und geteilt werden, ist das ein gutes Zeichen. Es stellt Recruiter/innen aber auch vor neue Herausforderungen: Fragen müssen beantwortet, Probleme gelöst und auch mit Kritik umgegangen werden.

Wir empfehlen möglichst innerhalb von wenigen Stunden auf Interaktionen in den sozialen Kanälen zu reagieren. Es ist üblich, auf Kommentare zu antworten und sich für Likes und Retweets zu bedanken. Diskussionen solltest du idealerweise aktiv leiten und nicht an dir vorbeigehen lassen. In jedem Fall solltest du professionell, sympathisch und ehrlich auftreten.

5. Kommunikationsrichtlinien festlegen

Auf sozialen Medien werden deine Mitarbeiter/innen automatisch zu Markenbotschafter/innen. Ihre Aktivitäten online können ein positives Licht auf dein Unternehmen werfen oder dem Image schaden. Deshalb lohnt es sich klare Richtlinien einzuführen, wie Angestellte kommunizieren und sich verhalten sollten.

Gibt es bestimmte Wörter, die verwendet oder gemieden werden sollten? Eine einheitliche Schreibweise von wichtigen Firmenbegriffen ist wichtig. Sollen potenzielle Kandidaten/innen mit „Du“ oder „Sie“ angesprochen werden? Wie sollen sich Mitarbeiter/innen verhalten, wenn Nutzer/innen beleidigend werden, Lügen verbreiten oder sich über das Unternehmen beschweren? Hilf deinen Angestellten auch mit schwierigen Situationen souverän umzugehen.

6. Führungskräfte und Mitarbeiter/innen aktiv einbinden

Wenn sich interessierte Talente über deine Firma online informieren, stoßen sie oft auf die Profile deiner Führungskräfte und Mitarbeiter/innen. Damit der Eindruck rundum authentisch und positiv ausfällt, solltest du deine Kollegen/innen aktiv ins Social Media Recruiting einbinden.

Nämlich können so deine Mitarbeiter/innen für erfolgreiches Social Media Recruiting sorgen:

  • Persönliche Profile auf dem neuesten Stand halten.
  • Beiträge des Unternehmensprofils mit ihren Netzwerken teilen.
  • Ideen für neue Inhalte liefern.
  • Freunde als potenzielle neue Mitarbeiter/innen werben.
  • Testimonials für Recruiting-Kampagnen abgeben.

7. Potenzielle Kandidaten/innen immer persönlich ansprechen

Einer der größten Fehler beim Active Sourcing ist, unpersönliche Massennachrichten zu versenden. Dies wirft ein schlechtes Licht auf dein Unternehmen. Denn besonders gefragte Spezialisten/innen werden mit Anfragen nur so überhäuft und ignorieren alles, was nach Spam aussieht.

Es gilt, Anfragen immer individuell zu gestalten und arglose Talente nicht sofort mit Stellenangeboten zu überfallen. Du solltest erst vorsichtig nachfragen, ob überhaupt ein Grundinteresse besteht. Auch Kontaktanfragen sollten erst dann gestellt werden, wenn vorher zumindest ein erstes Gespräch stattgefunden hat. Um den richtigen Gesprächseinstieg zu finden, kannst du das Profil nach interessanten Informationen durchsuchen und diese dann geschickt nutzen.

8. Social Media Management Tools nutzen

Mehrere soziale Netzwerke mit interessanten Inhalten auf dem neuesten Stand zu halten kann schnell zur Herausforderung für dein Team werden. Glücklicherweise gibt es inzwischen Software, die das Planen und Veröffentlichen von Beiträgen vereinfacht und automatisiert.

Social Media Management Tools wie Hootsuite, Buffer oder Sproutsocial sind inzwischen nicht nur im Marketing, sondern auch bei Recruiter/innen im Einsatz. Mit eingebauten Analysefunktionen kannst du leicht feststellen, wie erfolgreich deine Beiträge sind, was die optimale Zeit für das Veröffentlichen von Beiträgen ist und welche Art von Inhalten bei deinen Zielgruppen am besten ankommt.

Jetzt bist du am Zug

Wir hoffen, du bist nun um einige Ideen reicher, wie du soziales Recruiting erfolgreich für deine Personalgewinnung nutzen kannst. Bedenke, dass etwas Geduld gefragt ist, wenn die sozialen Medien nicht sofort die erhofften Resultate liefern. Es braucht eine gewisse Zeit, bis deine Zielgruppen auf deinen neuen Online-Auftritt aufmerksam werden.

Bringe auch etwas Experimentierfreudigkeit mit. Eventuell musst du verschiedene Netzwerke und Strategien ausprobieren, bevor du die Ideallösung für dein Unternehmen findest. Und natürlich sollte Social Media Recruiting nur eine von vielen Personalbeschaffungsmaßnahmen sein. Nutze immer unterschiedlich Kanäle, um die Chancen zu erhöhen den/die richtige/n Kandidat/in zu finden.

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